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Der Heiligenstockweg verbindet Berkersheim mit dem Heilsberg. Die Bürgerinitative um Günther Häfner (l.), Klaus Böttger (M.) und Klaus Arend setzt sich dafür ein, dass dort eine Pförtnerampel installiert wird, um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren.

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Neuer Anlauf für Pförtnerampel

  • vonNiklas Mag
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Ein lange vor sich hin schwelendes Thema zwischen Bad Vilbel und Berkersheim nimmt erneut Fahrt auf. Es geht um den Durchgangsverkehr im Heiligenstockweg. Seit 2015 wird unter Fraktionen, Bürgerinitiativen und Bürgern in Vilbel und Frankfurt diskutiert, ob der Schleichverkehr eingedämmt werden muss und wie das gelingen könnte.

Günther Häfner ist Mitbegründer der Bürgerinitiative »Berkersheim gerecht« und kämpft seit mehr als fünf Jahren für eine Sperrung des Heiligenstockweges. »Mir geht es vor allem um die Verkehrsberuhigung, weil viele Wetterauer den Heiligenstockweg als Schleichweg nutzen«, erzählt er auf Anfrage dieser Zeitung.

2015 war eine Pförtnerampel aufgestellt worden, die nicht nur die Verkehrsmenge regulierte, sondern auch abschreckend auf Fahrer gewirkt habe, die in dem Weg eine Abkürzung sehen. »Wir von der Bürgerinitiative waren damals sehr zufrieden mit der Lösung«, sagt Häfner. Ein Erlass des Landes hatte die Ampel damals allerdings verboten. »Es hieß, dort dürfe keine Ampel zur Verkehrsberuhigung stehen«, erinnert sich Häfner. Doch nun möchten er und seine BI das Thema wieder aufgreifen, denn eine Möglichkeit scheint gefunden. »Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Wolfgang Harms, hatte 2015 erklärt, dass im Rahmen des Luftreinhalteplans solche Pförtnerampeln nicht ausgeschlossen werden«, beschreibt Häfner.

Vor rund zwei Jahren hatte die hessische Landesregierung dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel zusätzliche Vorhaben zur Luftreinhaltung präsentiert. Darunter auch den Einsatz von Pförtnerampeln. Zum Jahresende 2020 trat die zweite Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Frankfurt in Kraft.

Für Günther Häfner ein Anlass, erneut anzugreifen: »Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, die Ampel ins Gespräch zu bringen, zumal die Verengung der Friedberger Landstraße als Teil der Luftreinhalteplanung zwangsläufig zu mehr Ausweichverkehr über den Heiligenstockweg und auch über die Hofhausstraße führen wird«, schrieb Häfner in einer E-Mail an den Frankfurter Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD) zum Jahresende.

Doch auf absehbare Zeit müssen sich die Bad Vilbeler keine Sorgen machen, dass der Weg nach Berkersheim gesperrt würde. Das Frankfurter Verkehrsdezernat meint nicht, dass in der Verbindungsstraße etwas getan werden müsse: »Die Verkehrszählungen der vergangenen Jahre zeigen für den Heiligenstockweg eine relativ konstante Verkehrsbelastung, aus der auch auf eine stabile Verkehrszusammensetzung geschlossen werden kann«, heißt es.

Wysocki: Ampel keine Lösung

Die Verkehrsmengen, die durch den Heiligenstockweg kommen, seien unbeachtlich. Zahlen aus dem Jahre 2015 würden zeigen, dass weniger als fünf Fahrzeuge pro Minute die Ortsverbindungsstraße passieren. Es fehle nicht nur an Verkehr, sondern auch an dauerhaft überschrittenen Stickoxyd-Grenzwerten an dieser Stelle.

Ende 2018 wurde ein SPD-Antrag, erneut eine Ampel-Lösung zu prüfen, vom Berkersheimer Ortsbeirat zwar durchgewunken, scheiterte dann aber im weiteren Verlauf. Ob die örtlichen Sozialdemokraten einen weiteren Vorstoß in Sachen Pförtnerampel wagen werden, ist derzeit unklar.

Sebastian Wysocki, Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent in Bad Vilbel, hielt eine Schließung des Weges bereits im Dezember 2018 für unnötig: »Bei ähnlichen Initiativen in den vergangenen Jahren war die Haltung des Magistrats der Stadt Frankfurt sehr klar, eine Pförtnerampel wurde abgelehnt«, sagte Wysocki damals. Die Idee der Bürgerinitiative kritisiert er: »Aus Sicht der Stadt Bad Vilbel sind Pförtnerampeln keine konstruktive Lösung. Staus würden in die Frankfurter Nachbarkommunen, so auch nach Bad Vilbel, verlagert.« Der Verkehrsdezernent ergänzt: »Zudem würde der Schleichverkehr über Feldwege und Wohngebiete zunehmen, was sicher nicht im Interesse der Stadt Frankfurt sein kann. Letztendlich überzeugt man Pendler mit einem guten Angebot und nicht mit Repressionen.«

Schon als das Thema 2015 aufkam, beteiligte sich Bad Vilbel an den Diskussionen. Der Arbeitskreis Verkehr der CDU Bad Vilbel erklärte damals, dass sich der Heiligenstockweg nach Auffassung der Mitglieder nicht nur um einen Schleichweg zwischen Berkersheim, Preungesheim und dem Bad Vilbeler Ortsteil Heilsberg handele, sondern »letztlich auch um eine wichtige Verbindung, um Bürgern der benachbarten Städte das tägliche Leben zu erleichtern und im Rahmen der Daseinsfürsorge auch kommunenübergreifend kurze Wege zu schaffen.« nma

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