Umweltschützer der Region: Heinz Gilbert (l.) und Manfred Droste (r.) mit Kreisbeigeordnetem Matthias Walther. 	FOTO: PRW
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Umweltschützer der Region: Heinz Gilbert (l.) und Manfred Droste (r.) mit Kreisbeigeordnetem Matthias Walther. FOTO: PRW

Naturschützer der ersten Stunde

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Bad Vilbel/Niddatal (prw). Die Jury hat sich geeinigt: Der mit 2000 Euro dotierte Umweltschutzpreis des Wetteraukreises geht an Heinz Gilbert aus Bad Vilbel und die mit einem Geldpreis von 500 Euro verbundene Belobigung erhält Manfred Droste aus Niddatal.

»Mit Heinz Gilbert zeichnen wir einen Naturschützer der ersten Stunde aus, dem es mit seiner ruhigen und zurückhaltenden Art gelang, Erfolge zu erzielen«, sagt Landrat Jan Weckler. Gilbert habe frühzeitig erkannt, dass zum effektiven Vogelschutz nicht nur die Landschaftspflege gehört, sondern auch viele Akteure eingebunden werden müssen.

Gilbert ist seit rund vier Jahrzehnten Vorsitzender des Vereins für Vogelschutz und Landschaftspflege in Bad Vilbel und seit dieser Zeit auch Ortsbeauftragter für Vogelschutz der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. In beiden Ämtern hat der Bad Vilbeler viele Aktionen durchgeführt und organisiert - in den meisten Fällen als »Ideengeber«.

Zu nennen sind etwa die jährlichen Vogelstimmenwanderungen oder die monatlichen Wanderungen im Sommer in den Gemarkungen in Bad Vilbel. Die Jury hebt hervor, dass sich Gilbert im Anschluss an die Wanderungen stets die Zeit nahm, um mit Interessierten in seinem Garten Fachgespräche zu führen.

Weitere Projekte sind die mehr als 300 Nistkästen im Stadtwald, auf Friedhöfen, im Streuobstgebiet Wingert und im Kurpark sowie die 40 Steinkauzröhren und Kästen für Turmfalken und Schleiereulen, die er angebracht hat und betreut. Nicht zu vergessen, so die Jury, sei auch die Überzeugungsarbeit, die Gilbert dafür bei den Eigentümern leisten musste.

Doch der Sieger agierte nicht nur im Stillen. Er organisierte auch den Bau und Verkauf von Nistkästen und sensibilisierte dadurch viele für den Naturschutz. Darüber hinaus vermittelte er mit der Stadt Bad Vilbel über 30 Jahre lang regelmäßig 350 Obstbaumhochstämme, um die Bestände auf den Streuobstwiesen zu verjüngen und organisierte - vor vielen anderen - Baumschnittkurse an Hochstämmen, um die Streuobstwiesen zu erhalten.

Heckenzüge in den Gemarkungen, der Bau von mindestens zwei Amphibientümpeln, Quartiere für Fledermäuse in der Neuen Mitte und der sanierten Wasserburg: All dies geht auf seine Idee und Initiative zurück.

Belobigung für Manfred Droste

Manfred Droste, der die Belobigung erhielt, ist in vielen Vereinen, Organisationen und Gesellschaften Mitglied, die sich für den Arten- und Biotopschutz engagieren. »Dies und seine zahlreichen Aktivitäten zeigen das breite Spektrum seiner Interessen rund um den Naturschutz«, hebt Weckler hervor. Dazu gehören etwa die jährliche Greifvogelbrutkontrolle in ausgesuchten Waldgebieten rund um Niddatal, Florstadt und Altenstadt, Kontrollgänge im Anordnungsgebiet »Niederweisen von Ilbenstadt«, das Anbringen und Kontrollieren von Schleiereulen- und Turmfalkenbrutkästen an Kirchen, Scheunen und Waldhütten sowie die jährlichen Kontrollgänge am Krötenzaum Kaichen/Erbstadt im Auftrag des NABU.

Droste arbeitete an der Brutvogelrasterkartierung Wetteraukreis und an der hessenweiten Amphibienkartierung mit. Seit 2000 bringt er rund um Niddatal Steinkauz-Brutröhren an, kontrolliert sie und kümmert sich um die Beringung von Steinkauz-Jungvögeln.

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