In Ketten gelegt: Die Garden mit Margot Hilling führen den Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki (M.) und Bürgermeister Thomas Stöhr ab. FOTOS: CHRISTINE FAUERBACH
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In Ketten gelegt: Die Garden mit Margot Hilling führen den Ersten Stadtrat Sebastian Wysocki (M.) und Bürgermeister Thomas Stöhr ab. FOTOS: CHRISTINE FAUERBACH

Sturm aufs Rathaus

Die Narren übernehmen in Bad Vilbel das Zepter

  • vonChristine Fauerbach
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Die Karnevalisten sind am Samstag wieder quer durch Bad Vilbel gezogen. Am Ende setzten sie auch diesmal wieder erfolgreich zum Sturm aufs Rathaus an.

Bad Vilbel helau!" und "Sandhasen helau!", so schallte es am Samstagnachmittag durch die Vilbeler Innenstadt. Die entlang der Strecke stehenden Zuschauer badeten in einem Regen aus Konfetti und Bonbons. Die Aktiven aus Karneval-, Sport- und anderen Vereinen, Musikkapellen und Kindergärten bildeten das Gros der Aktiven im 34 Nummern großen närrischen Lindwurm. Angeführt von den "Fidelen Sandhasen" zogen die Teilnehmer samt Verstärkung durch die Karnevalisten vom Verein "Die Schoten", von Garde und Elferrat des Tanzsport- und Karneval-Vereins "Die Bodentrampler" aus Nieder-Erlenbach vom Ritterweiher bis zum Alten Rathaus.

Das Motto lautete "Am Hessentag gibt’s viel Stau, wir stürmen das Rathaus mit Helau!". Winkend, rufend und tanzend präsentierte sich der muntere Nachwuchs aus den Vereinen. Ebenso wie die Kinder aus den Waldkindergarten oder der Betreuungsschule sorgten sie mit Teenagern aus den Garden und den tanzenden Handballern des TV Bad Vilbel mit ihren fantasievollen Kostümen für bunte Vielfalt. Hexenbesen schwingend war die Gronauer Damentanzgruppe unterwegs. Die "Freaky Dance Rabbits" der "Sandhasen" warben mit frischen Karotten für gesunde Ernährung mitten in einem Meer aus Süßem. Verstärkt wurde die bunte Parade durch Motivwagen und Musiker. Mit flotten Liedern und Märschen heizten die Musiker der Stadtkapelle Bad Vilbel, die Guggemusiker der "Stallkrawaller" und der DJ des Handwerkervereins die Stimmung immer wieder an.

Prinzenpaar im Cabrio

In Cabrios durch die City rollten das Prinzenpaar der "Fidelen Sandhasen", Prinzessin Clarissa I. und Prinz Felix der I., Quellenkönigin Ena I. und das Hessentagspaar Matthias Kallmeyer und Laurena Röglin. Schunkelnd und singend verfolgten die Menschen wie die "Fidelen Sandhasen" erneut das Alte Rathaus stürmten, die Stadtkasse plünderten, den Rathausschlüssel eroberten und die Magistratsspitze gefesselt abführten. Den Aufgang zum Rathaus hatten die Politiker mit weißroten Bändern versperrt. Auf der Empore verschanzt hatten sich der "Bürger-Koch-Meister" Thomas Stöhr, Erster Stadtrat Sebastian Wysocki und Stadtrat Udo Landgrebe. Mit Bonbongeschossen und flotten Sprüchen versuchte das Trio den Ansturm der Narren zu brechen. Stöhr lieferte sich ein Rededuell mit Sandhasen-Sitzungspräsident Jürgen Liehr und der 1. Vorsitzenden Margot Hilling. Mit Blick auf das Blutbad in Hanau sagte Stöhr: "Wir setzen hier heute auch ein Zeichen, wir wollen dem Rassismus nicht weichen. Jedes Helau ist eins gegen Hass."

Konfetti aus der Kanone

Am Ende feuerten die Narren Salve um Salve aus ihrer Konfettikanone ab und die Gardemädchen walteten ihres Amtes. Mit dem Stadtschlüssel als Symbol führten sie gefangengenommenen Politiker über Parkstraße und Neue Mitte zum Hasenbau.

Dort verkündete der Bürgermeister resigniert, dass weder seine Haute Cuisine noch sein Hessentags-Menü etwas gegen Kamelle, Kräppel, Äppelwein und Schoten der närrischen Gourmetbanausen ausrichten konnten. Die "Fidelen Sandhasen" trumpften auf: "Ja, wieder ist es uns gelungen, den Bürgermeister haben wir bezwungen. Das Rathaus ist in unserer Hand. Wir regieren jetzt im Rathausbau und das mit lautem kräftigem Helau. Bis Aschermittwoch sind wir fit, hoffentlich feiern alle noch mit." Dem enttäuschten Koch blieb allein die Gewissheit, dass die Narren schlapp machen, den Schlüssel wieder abgeben und "dann mit ganz leis Helau, verschwinden aus dem Rathausbau."

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