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Kriminalhauptkommissarin Corina Weisbrod vom Polizeipräsidium Mittelhessen begrüßt in Bad Vilbel mit Lasse und Jorrit (beide 19) zwei von vier jungen Leuten, die sich für eine Ausbildung und Karriere bei der hessischen Polizei interessieren.

Nachfrage bei der Polizei ist sehr groß

  • VonChristine Fauerbach
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Bad Vilbel (cf). »Mit Blaulicht in die Zukunft« ist ein Slogan mit dem die Polizei Hessen um Nachwuchs wirbt. Das Interesse bei Jugendlichen an einer Ausbildung oder einem Studium sei groß wie nie, berichten Kriminalhauptkommissarin Corina Weisbrod und Kriminaloberkommissarin Melanie Julius. »Jährlich haben wir 8000 Bewerbungen auf unsere 1000 Studienplätze«, informiert Weisbrod.

Informationen zum Auswahlverfahren

Die beiden Einstellungsberaterinnen vom Polizeipräsidium Mittelhessen in Friedberg treffen sich so wie an diesem Morgen in der Polizeistation Bad Vilbel auch in Friedberg, Butzbach und Büdingen mit Interessenten für den Polizeidienst. An der Informationsveranstaltung nehmen vier Interessenten teil. Die Kommissarinnen informieren sie über den anspruchs- und verantwortungsvollen Beruf und das Eignungsauswahlverfahren. Schnell wird klar, dass Polizist/in nicht gleich Polizist/in ist und das Eignungsauswahlverfahren kein Spa ziergang. Alle vier Interessenten in Bad Vilbel haben sich bereits im Internet über Beruf, die Unterschiede zwischen Schutz- und Kriminalpolizei, Ausbildungsmöglichkeiten, Studium und vor allem über die Voraussetzungen informiert. Die Bewerber/innen sollten mindestens 1,55 Meter groß und am Tag der Einstellung nicht älter als 36 Jahre alt sein.

Die Bandbreite der Zugangsqualifikationen ist so vielfältig wie die Aufgaben bei der Polizei Hessen. Sie reicht von Abitur, Fachhochschulreife, Fachwirt, Meister und Realschulabschluss über Spitzensportler und Soldat. Dreijährige duale Bachelor-Studiengänge bietet die Polizei in Kassel, Gießen, Wiesbaden und Mühlheim am Main an. Neu ist seit Februar dieses Jahres in Mühlheim der Schwerpunktstudiengang Cyberkriminalistik. Die Prüfungen zum Einstellungsauswahlverfahren sind alle an einem Tag wie die Kriminalhauptkommissarin informiert. Es gibt einen Computer- und einen Sporttest sowie einen kommunikativen Testteil mit Gruppenaufgabe und Einzeltest. Beim Computer- oder Intelligenztest werden das räumliche Vorstellungsvermögen, Rechtschreibung, abstraktes Denken und Konzentration geprüft.

Zu den Interessenten in Bad Vilbel gehörte Louisa aus Biebergemünd. Die 19-Jährige besucht das Wirtschaftsgymnasium in Gelnhausen. Sie sagt: »Ich finde den Beruf sehr interessant und abwechslungsreich. Jeden Tag gibt es neue Herausforderungen. Mit Konfliktsituationen kann ich gut umgehen.« Sie hat in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis Kontakt zu Polizisten und Studenten bei der Polizei, von diesen Infos zur Ausbildung und zum Polizeidienst bekommen. Über das teils schlechte Image der Polizei in der Bevölkerung sagt sie: »Darüber mache ich mir keine Gedanken. Darüber muss man stehen und seinen Weg gehen.«

Lasse aus Friedberg, der sein Abitur in Bad Nauheim macht, nickt und sagte: »Das Image der Polizei ist wie in vielen anderen Berufen ambivalent.« Seinen ersten Kontakt zur Polizei hatte der 19-Jährige in der Schule als diese wegen Vandalismus an Fahrrädern ermittelte. Bei den Berufsorientierungstagen an der Schule informierte er sich dann bei den Beamten eingehend. »Und ich habe mir die Sporttests online angesehen.« Corina Weisbrod sagt: »Es gibt viele Informationen im Netz. Wichtig zu wissen ist, dass ihr euch bei der Polizei in Hessen und nicht bei der Bundespolizei oder in einem anderen Bundesland bewerbt. Und ihr Bewerbung und Test bereits ein Jahr vor eurem geplanten Einstellungstermin im Februar und September macht.«

Willkommender Ersatz für Büroberuf

Der Karbener Jorrit (19) macht sein Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung in Bad Nauheim. »Ich interessiere mich bereits seit meiner Kindheit für die Polizei, ich finde, dass es ein abwechslungsreicher und sehr interessanter Beruf ist. Man weiß nie, was passiert, jeder Tagesablauf ist anders.«

Eveline aus Ober-Rosbach hat Fachabitur und ist Industriekauffrau. Die 23-Jährige will sich beruflich verändern. »Ich hatte mich schon in der Realschule für den Polizeidienst interessiert, war aber von Älteren aus meinem Umfeld vor den Gefahren, psychischen und physischen Belastungen gewarnt worden.« So ergriff sie einen Büroberuf, der sie aber nicht ausfüllt.

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