In der Kita Zauberburg gibt es mehrere Corona-Fälle, deshalb ist sie geschlossen.
+
In der Kita Zauberburg gibt es mehrere Corona-Fälle, deshalb ist sie geschlossen.

Bad Vilbel

Britische Variante in Kita: Eltern kritisieren „fahrlässigen“ Umgang mit Corona-Fällen

  • vonNiklas Mag
    schließen

Nach etlichen Corona-Fällen steht die Kita »Zauberburg« in Bad Vilbel weiter unter Quarantäne. Die Eltern kritisieren den Wetteraukreis.

Bad Vilbel - Weiterhin steht die Kita »Zauberburg« in Dortelweil unter Quarantäne, doch kritisieren einige Eltern den Umgang mit der Situation seitens des Wetteraukreises. Die Kita sei erst viel zu spät geschlossen worden, monieren sie, auch sehen die Familien erneute Gefahren bei der baldigen Wiedereröffnung.

In der Donnerstagsausgabe berichtete diese Zeitung über einen Ausbruch der britischen Corona-Mutation in der Kindertagesstätte. Der Wetteraukreis hatte den Eltern das Prozedere erläutert, doch diese melden sich nun erneut zu Wort. Caroline Kirch spricht für eine größere Gruppe von Eltern, die nicht einverstanden mit den Aussagen des Kreises sind: »Bereits dienstagmorgens lagen erste Testergebnisse vor, die bewiesen, dass zwei Mütter von Kita-Kindern positiv sind«, sagt Kirch. »Ein entsprechendes Schreiben ging erst am Donnerstagmittag an die Eltern.« Mittwoch und Donnerstag seien also noch Kinder in der Tagesstätte gewesen. »Wirklich geschlossen war also erst freitags, drei Tage nach den ersten positiven Testungen.«

Bad Vilbel: Eltern fordern Kita-Öffnung erst nach negativem Corona-Test von allen Beteiligten

Die betroffenen Eltern hätten in Eigenverantwortung die anderen informiert, einige Familien ließen daraufhin ihre Kinder bereits in der Wochenmitte zu Hause. Ebenso ärgern sich die Eltern über die Aussage des Wetteraukreises, dass außerhalb der beiden betroffenen Gruppen keine Ansteckungsgefahr bestünde und deshalb auch keine Tests nötig seien. »Die Kinder nutzen dieselben Spielgeräte im Garten, gehen auf dieselben Toiletten und begegnen sich ja auch sonst«, meint Caroline Kirch. Eine pauschale Aussage, dass die Kinder anderer Gruppen deshalb nicht betroffen sein könnten, würden die Eltern für fahrlässig halten. Hinzu komme, dass die beiden zuerst positiv getesteten Eltern mit der britischen Variante des Virus infiziert seien. »Gerade vor diesem Hintergrund hätten wir uns deutlich mehr Vorsicht gewünscht«, sagt Kirch.

Alles in allem seien die Eltern mit dem Ablauf nicht glücklich und machten sich große Sorgen über die nahe Zukunft: »Gerade Eltern, die selbstständig oder alleinerziehend sind, können sich keine zweite Quarantäne-Zeit mehr leisten. Wir fordern deshalb, dass die Kita erst wieder geöffnet wird, wenn jeder, der diese dann betritt, negativ getestet wurde.« Weiter wünschen sich die Eltern von dem Träger, der Stadt Bad Vilbel, und dem Wetteraukreis eine Auflistung der Maßnahmen, die künftig getroffen werden, wenn erneut ein positiver Fall in der Kita auftritt.

Corona-Ausbruch in Bad Vilbeler Kita: Sprecher des Wetteraukreises Michael Elsaß sieht keine Versäumnisse

»Wie bisher wird das Gesundheitsamt alle Personen zeitnah informieren, die direkt durch eine positive Testung aufgrund von relevanten Kontaktsituationen betroffen sein werden«, erklärt derweil Michael Elsaß, Sprecher des Kreises auf Anfrage. Man werde sich weiterhin nach den Maßgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) richten, heißt es zur Forderungen der Eltern nach negativen Testergebnissen. Weiterhin habe in Sachen der rechtzeitigen Schließung der Wetteraukreis am Dienstag - als die ersten positiven Tests kamen - die Kita-Leitung und die Stadt Bad Vilbel als Träger informiert.

Doch begründet der Kreis die von den Eltern kritisierte Schließung, die erst zum Ende der Woche stattfand, wie folgt: »Es ist richtig, dass am Dienstagmorgen zwei Elternteile positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Diese hatten jedoch - mit Ausnahme ihrer eigenen Kinder - keine relevanten Kontakte zu Personen des Kindergartens«, heißt es. Und weiter: »Den Kindern wurde häusliche Quarantäne angeordnet und Testungen veranlasst. Die Testergebnisse lagen am Donnerstag vor. Erst danach waren aus infektiologischen Gründen Maßnahmen seitens des Gesundheitsamtes gegenüber dem Kindergarten zu treffen.«

Corona-Ausbruch in Kita: Gesundheitsamt des Wetteraukreises beruft sich auf RKI-Strategie

Dass es sich bei den positiven Kindern und Eltern um die britische Variante des Virus handelt, sei dem Gesundheitsamt bewusst gewesen. »Das Gesundheitsamt hat, angelehnt an die Empfehlungen des RKI, eine Strategie im Umgang mit Virusmutationen festgelegt. Diese wurden hier angewandt. Eine Änderung dieser Strategie ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig«, sagt Elsaß. Nach Aussage der Kindergartenleitung hätte es zudem keine relevanten Kontakte zwischen den einzelnen Spielgruppen gegeben. Außerdem: Die von den Eltern befürchtete Ansteckungsgefahr durch Schmierinfektionen bestehe nach wissenschaftlicher Einschätzung nicht. (Niklas Mag)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare