Musiktag ist ins Wasser gefallen

  • VonGeorgia Lori
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Bad Vilbel (geo). Eigentlich haben sich alle gefreut, auf 30 Konzerte an elf verschiedenen Plätzen. Pünktlich um 15 Uhr, zwei Stunden, sollte Dortelweil klingen. Doch etwa eine Viertelstunde vor dem groß angelegten Ereignis, führte Petrus Regie der ganz anderen Art. Plötzlich auftretende Gewitter mit heftigem Starkregen und Niederschlagsmengen zwischen 25 und 40 Liter auf einen Quadratmeter pro Stunde sowie Sturmböen vereitelten die Veranstaltung, sodass diese buchstäblich ins Wasser fiel.

Der erste »Dortel! Weil! MusikTag« im Freien musste sich den Launen der Natur beugen.

Einige Besucher vor Ort

Wie Mitorganisator Olaf Deller auf telefonische Nachfrage dieser Zeitung erklärte, waren die Musiker sehr gerne zu den Auftritten bereit, weil sie gemerkt hätten, dass es eine tolle Idee sei, einen Stadtteil zum Klingen zu bringen. Unabhängig von der noch immer andauernden Corona-Krise hätten sie sich auf diese Möglichkeit des öffentlichen Auftritts gefreut.

Mit Beginn um 14.15 Uhr bis zum geplanten Ende der Veranstaltung um 17 Uhr habe es heftig geregnet, sagt Deller. Es seien sehr viele unterschiedliche Musikrichtungen im Angebot gewesen. Von der Keyboardspielerin die ihre Texte selbst schreibt bis zu klassischer Musik, einem Bläserensemble und einer Tanzgruppe habe die Auswahl gereicht. Insgesamt standen zehn Gruppen mit etwa 40 Musikern aus Dortelweil für das Event zur Verfügung. Eine Gruppe sei aus Petterweil gekommen. »Alle waren bereit und harrten bis zum letzten Moment aus, um ihre Auftritte zu absolvieren«, sagt Deller.

Die Teilnehmer hätten bis zum Schluss gehofft, dass die Veranstaltung stattfinden könne. Um Fragen und Irritationen bei schlechtem Wetter vorzubeugen, sei laut Deller der Zusatz »Bei Regen fällt die Veranstaltung aus« auf den Plakaten vermerkt gewesen. Einige Besucher fanden sich dennoch mit Regenschirm an den Treffpunkten ein, um das letzte Fünkchen Hoffnung auf eine kulturelle Veranstaltung am Sonntag erst vor Ort aufgeben zu müssen.

Eine gemischte Gruppe von professionellen Musikern mit Kindern hätten unabhängig vom bestehenden Konzept in einem Privathaus gespielt. Doch dies sei eine Ausnahme gewesen. »Wir bekommen es auch künftig nicht hin, die Musiker im Freien zu überdachen. Am Dortelweiler Platz habe es eine Möglichkeit für die Musiker gegeben, doch dann hätten die Zuhörer im Regen stehen müssen und seien trotz Regenschirm bei Starkregen durchnässt worden. Im nächsten Jahr soll die Veranstaltung in jedem Fall als Anfang einer Reihe erneut angeboten werden.

Das Konzept sehe vor, dass die Musiker nicht stationär spielten, sondern mit den Zuhörern umziehen, damit sich der Klang in Dortelweil verbreite. Es sei bewusst vorgesehen, dass die Zuhörer ihre Position veränderten. »Es sollte ein großes Konzert sein, das man selbst in Gänze nicht erfassen konnte. Niemand kann alle 30 Konzerte hören. Musiker und Zuhörer hätten begrenzt nur an drei Konzerten teilnehmen können«, sagt Deller. Ein Konzert nach französischem Vorbild zu veranstalten, sagt er, habe ihn schon seit Jahren fasziniert. Dem Konzept für Dortelweil sei die Idee vorausgegangen, ein Land zum Klingen zu bringen. In Frankreich stellten sich die Musiker ins Freie und spielten mit anderen Musikern. Der Veranstalter ist Dortel! Weil! Musik, der Förderkreis Musik in der evangelischen Kirche in Dortelweil. Aufgrund des Wetters hätten die Musiker die Instrumente nicht auspacken können. »Doch Musiker leben immer damit, dass etwas Unvorhergesehenes passiert. Es war niemand dabei, der die Organisation moniert habe.

Es sei der Wunsch, die Veranstaltung im September zu wiederholen. Deller gab zu bedenken, dass dies sehr kurzfristig sei, da die Veranstaltung in die Terminplanung der Stadt eingebunden werden müsse. »Auf jeden Fall soll der Musiktag nächstes Jahr im Juli stattfinden«, sagt er.

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