So sieht es in der Natur im Bereich der Bad Vilbeler Streuobstwiesen nördlich des Stadtwaldes aus: Hier hat jemand jede Menge Müll abgeladen. Die Stadt versucht nun, den Verursacher herauszufinden. FOTOS: HOLGER PEGELOW/PRIVAT
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So sieht es in der Natur im Bereich der Bad Vilbeler Streuobstwiesen nördlich des Stadtwaldes aus: Hier hat jemand jede Menge Müll abgeladen. Die Stadt versucht nun, den Verursacher herauszufinden. FOTOS: HOLGER PEGELOW/PRIVAT

Müll illegal entsorgt

Müllsünder entsorgt halben Hausstand am Bad Vilbeler Waldrand

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Ein Unbekannter hat Matratzen, eine Couch, Kaffeeautomaten und weitere Haushaltsgegenstände illegal bei den Bad Vilbeler Streuobswiesem am Waldrand abgeladen. Der Bürgermeister ist empört.

Bad Vilbel(pe). Streuobstwiesen am Waldrand unterwegs gewesen sind, haben ihren Augen nicht getraut. Nahe der Gemarkung Im Schelmeneck sind sie am Wegesrand auf ein Mülllager gestoßen. Mehrere Matratzen, alte Türen, Schränke, zwei Kaffeeautomaten, Staubsauger, Kisten, Kartons, ein alter Teppich und vieles mehr sind dort illegal abgekippt worden.

"Da muss doch etxra jemand vorgefahren sein, entweder mit einem kleinen Lkw oder einem Auto mit Anhänger", meinte ein Spaziergänger am Sonntagmittag. "Das sieht ganz nach Umzug aus", meinte ein anderer. "Wie kann man nur so was machen?" Empörtes Köpfschütteln bei einigen, die gelaufen oder mit dem Fahrrad vorbeigekommen sind.

Joggerinnen entdecken Müll

Der Bereich oberhalb des Bad Vilbeler Waldes ist eines der beliebtesten Ausflugsziele im Nahbereich. Die Spaziergänger und Radfahrer können sich in abwechslungsreicher Natur bewegen. Da der Weg weit oben verläuft, haben sie weite Sicht bis nach Karben, Niederdorfelden, Maintal, den Bad Vilbeler Heilsberg und andere Bereiche. In regelmäßigen Abständen stehen auch Ruhebänke, auf denen man einen Moment verweilen und in die Natur schauen kann. Genau an einer dieser hölzernen Sitzbänke ist der gesamte Müll illegal abgekippt worden.

Wann das genau gewesen ist, blieb bis gestern unklar. Tatsache ist, dass zwei Joggerinnen den Haufen bereits am Donnerstag entdeckt haben.

Mit dem Fall, der als Ordnungswidrigkeit eingestuft wird, sind mal wieder mehrere Stellen der Stadtverwaltung befasst. Zunächst einmal eilte der städtische Feldschütz, Marc Dudda, der bei der Liegenschaftsverwaltung angesiedelt ist, an den Ort des Geschehens, um sich ein Bild zu machen. Im weiteren Verlauf sind die Mitarbeiter des Ordnungsamtes damit befasst.

Nach Angaben von Stadtsprecher Yannick Schwander werde man in dem Müll nach Spuren auf den Verursacher suchen. Aber selbst wenn man welche finden würde, "müssen diese eben auch einwandfrei dem Täter zuzuordnen sein", weist er auf ein rechtliches Problem hin.

Entsorgung auf Kosten der Bürger

Ebenso empört wie einige Spaziergänger hat man auch bei der Stadt reagiert. Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU) sagte gegenüber dieser Zeitung: "Es ist bedauerlich, dass es nach wie vor unbelehrbare Menschen gibt, die ihren Sperrmüll in der Umwelt ablagern. Diese Menschen scheren sich allem Anschein nach nicht um ihre eigene Umgebung und hinterlassen Ansammlungen von Müll und Abfall, der es ihren Mitmenschen vermiest, sich an entsprechender Stelle wohlzufühlen oder ungestört zu bewegen. Eine derart egoistische Einstellung ist nicht hinnehmbar. Auch wenn dies stets sehr schwierig ist, werden wir unser Möglichstes tun, um den oder die Täter dingfest zu machen, immerhin schaden sie der Öffentlichkeit doppelt, da der Müll im Zweifel auf Kosten des Steuerzahlers entsorgt werden muss."

Dass man bei der Stadt so empört reagiert, liegt nicht zuletzt daran, dass man es häufig mit illegalen Ablagerungen zu tun hat. "Wir finden häufiger dort Müll, wo es größere Freiflächen gibt." So sei bereits im Neubaugebiet Quellenpark diverser Müll abgeladen worden, "wir finden auch nicht selten Altreifen in der Natur". Offenbar kämen die Täter im Schutz der Dunkelheit, um ihren Müll in die Landschaft zu kippen.

Sollten die städtischen Mitarbeiter in diesen Tagen keinen Hinweis auf die Täter finden, muss der Müll auf Steuerzahlerkosten entsorgt werden. Da es sich um unterschiedliche Müllarten handelt, könnte das richtig ins Geld gehen.

Wer Sperrmüll hat, etwa weil er auszieht, kann ihn abholen lassen. Für eine Pauschale von 12,50 Euro inklusive zwei Minuten Ladezeit käme er da preisgünstig weg. Bringt er den Sperrmüll selbst zum Bauhof an der Kläranlage, kostet Bauschutt beispielsweise zwei Euro je Liter. Elektroschrott, wie etwa alte Kaffeeautomaten und Staubsauger, sind kostenlos. Und der Sperrmüll selbst kostet pro drei Teile fünf Euro. pe

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