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Mithilfe einer 4000-Euro-Spende des Lions Club Bad Vilbel-Wasserburg ist der Löwen-Weiher von Mitgliedern des AK Ökologie angelegt worden. Peter Paul kennt sich am Gewässer bestens aus.

Müllhalde wird zum Naturidyll

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Wer das Grundstück des Initiativkreises (IK) Ökologie der Lokalen Agenda 21 am westlichen Gronauer Ortsrand betritt, der befindet sich mitten in einem Naturidyll. Dort wo die Gronauer viele Jahrzehnte lang legal in der hinter der Riedmühle gelegenen Hohl ihren Müll entsorgten, haben Pflanzen, Insekten und Tiere einen neuen Lebensraum gefunden.

Große Obst- und Laubbäume wie eine rund 150 Jahre alte Eiche, die Peter Paul, der Vorsitzende des IK Ökologie und des BUND Ortsverbandes Bad Vilbel, als Naturdenkmal registrieren lassen möchte, spenden Schatten. Am nördlichen Rand des 2000 Quadratmeter großen Hanggrundstückes dominiert ein rund 400 Quadratmeter großer Weiher die Landschaft in der hinter der Riedmühle gelegenen Hohl.

Mitglieder des Lions Club Bad Vilbel-Wasserburg (LCW) haben mit einer Spende in Höhe von 4000 Euro den Aushub und die Anlage des Weihers durch die Aktiven des IK Ökologie ermöglicht. "Aus diesem Grund trägt er den Namen Löwen-Weiher", sagt Peter Paul. Der Amphibienteich soll vielen Arten ein Zuhause bieten.

Die Population der noch vereinzelt vorkommenden Eidechsen und Blindschleichen soll mit Versteckmöglichkeiten in Lesesteinhaufen gefördert werden. Es ist ein stiller Ort, der nur durch das Rauschen des Feldbaches, das Rascheln der Blätter im Wind und Vogelgezwitscher unterbrochen wird.

Sorge wegen Gülle

Am Rand und im Weiher stehen Wasserpflanzen wie Blutweiderich, Schilf, Mädesüß, Rohrkolben, Aronstab und Teichrosen. "Libellen legen an den Wasserpflanzen ihre Eier ab." Kleine Fische wie Moderlieschen und Elritzen sowie kleine Frösche leben im Löwen-Weiher. Zum Fischen schauen Reiher und Eisvögel vorbei. Und in der Dämmerung kreisen Wasserfledermäuse über dem Wasser.

Gespeist wird der Weiher von einer Quelle unterhalb des Buchenhorster Hofes in der Berger Gemarkung und dem Wasser des Feldbaches. Beide Wasserquellen treffen oberhalb der über dem Grundstück liegenden Bahnlinie zusammen. "Aus diesem Grund und durch das Hangwasser aus dem Berger Feld haben wir auf diesem Areal trotz der anhaltenden Hitze bisher ausreichend Wasser. Was uns Sorgen bereitet ist die hohe Stickstoffbelastung durch Gülle und Düngemittel. Gut zu erkennen ist sie am vermehrten Algenwuchs und am Wasserfenchel, der statt 30 Zentimeter hier 80 Zentimeter bis einen Meter hoch ist", sagt Paul. Alte Apfelbaumsorten wie Himbacher Grüner und Roter Boskoop, aber auch Quitten und Kirschen gedeihen auf dem Grundstück in der Gronauer Hohl.

Oberhalb des Weihers haben die Naturschützer eine massive Blockhütte errichtet. Sie dient wie das Grundstück den Bad Vilbeler Naturschutzorganisationen als Treffpunkt. Zwar ist der Innenausbau noch nicht abgeschlossen, aber die Terrasse wird rege genutzt.

In den kommenden Jahren wollen die Naturschützer mehr Blühpflanzen setzen und säen, damit Insekten auf dem Areal fast das ganze Jahr über ausreichend Nahrung finden können. Ganz hoch auf der Wunschliste der Aktiven stehen außerdem zwei Bienenvölker. Sie sollen auf dem Areal "wesensgemäß" in ausgehöhlten, alten Baumstämmen, die auch Zeidler genannt werden, oder in Klotzbeuten ein Zuhause finden. "Die Klotzbeuten werden in sechs Metern Höhe in die Bäume gehängt."

Paul hat mit der Firma "Die Bienenbotschaft" in Karben einen regionalen Anbieter gefunden. Er warb bei Beate Ritzler, der Vorsitzenden des LCW-Fördervereins und einigen Mitgliedern um Unterstützung für den Kauf von Zeidler-Bäumen und Klotzbeuten.

Wer die Naturschützer des IK Ökologie und des Bad Vilbeler Ortsverbands BUND mit einer Spende unterstützen will, wendet sich am besten per E-Mail an Peter Paul unter PeterPaulbv@gmx.de. Den Grundstein für das Naturparadies Löwen-Weiher am Rande von Gronau haben der frühere Leiter des IK Ökologie Anton Schellenberger, sein Mitstreiter Hans Kessel und der frühere Bürgermeister Günther Biwer gelegt. (cf)

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