Früher haben hier täglich viele Autos geparkt, heute sitzen Menschen auf dem Niddaplatz und unterhalten sich. Das Gesicht der Bad Vilbeler Stadtmitte hat sich stark gewandelt. FOTOS: HOLGER PEGELOW/ARCHIV
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Früher haben hier täglich viele Autos geparkt, heute sitzen Menschen auf dem Niddaplatz und unterhalten sich. Das Gesicht der Bad Vilbeler Stadtmitte hat sich stark gewandelt. FOTOS: HOLGER PEGELOW/ARCHIV

Moderner Treffpunkt der Stadtmitte

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Im Herzen der Bad Vilbeler Innenstadt gibt es den Niddaplatz. Geschäfte und Gastronomie findet man hier ebenso wie die zentrale Stadtbücherei. Wer in den letzten Jahren in die Stadt gezogen ist, weiß gar nicht, was hier vorher war. Wenn man aber ein wenig zurückblickt, reibt man sich verwundert die Augen.

Wer vor dem Jahr 2011 mit dem Auto durch die Frankfurter Straße gefahren ist und zum Einkaufen, zu Ärzten, Rechtsanwälten oder in die Kneipe wollte, hatte vor allem ein Ziel: den Zentralparkplatz. Denn von dort aus waren alle diese Ziele bequem zu Fuß zu erreichen. Der Platz war eine triste Fläche mit exakt 113 Pkw-Stellplätzen, einigen Bäumchen, einem Obst- und Gemüseladen sowie einem Bistro. Wer sein Fahrzeug dort abgestellt hatte, konnte nicht nur die genannten Ziele erreichen, sondern über einen schmalen Steg an die Nidda, in den Kurpark und zum Kurhaus gelangen. Ein riesiger Parkplatz mitten in der Stadt genügt zwar den Autofahrern, bietet aber keinerlei Aufenthaltsqualität.

Jede Menge Aufenthaltsqualität

Wer heute an diesen Bereich kommt, dem bietet sich ein komplett anderes Bild. Den Platz gibt es noch, aber er ist überhaupt nicht wiederzuerkennen. Die Fahrzeuge parken unter dem Platz in einer Tiefgarage, zu beiden Seiten des Platzes stehen moderne Häuser mit Geschäften und Praxen, in der Mitte gibt es eine große Fläche mit Sitzgelegenheiten und kleinen Wasserspielen.

Aus dem schmalen Nidda-Steg von damals ist eine breite Brücke geworden. Und optisch ragt ein schwarzer, mit viel Glas versehener Bau heraus: die Stadtbücherei.

Bad Vilbel hat genau in der Stadtmitte sein Gesicht optisch massiv verändert. Aber hier ist in über zweijähriger Bauzeit mehr passiert als eine bauliche Veränderung. Die neue Mitte bietet jetzt jede Menge Aufenthaltsqualität. Wer bei schönem Wetter beispielsweise an der Nidda entlang mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf die neue Mitte zusteuert, sieht schon von Weitem die aufgespannten Sonnenschirme auf der Niddabrücke, unterhalb des markanten gläsernen Baus der Stadtbücherei. Hat er sich genähert und überquert er dann auf hölzernen Bohlen die Brücke, an plaudernden Gästen eines Cafés vorbei, steht er auf dem Niddaplatz. An Tischen sitzen Gäste eines Restaurants, ein paar Meter weiter geht es in die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Stadtbücherei.

Wer donnerstags und samstags hierherkommt, darf auch noch Markt-Feeling genießen. Am Donnerstag war das wieder besonders offensichtlich. Bei milden bis warmen Temperaturen saßen viele bei einem Gläschen Wein oder einem Cappucchino zusammen und plauderten.

Was den Platz angeht, spricht Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr von einem "kleinen Ausrufezeichen für die Entwicklung der Stadt". Der Leiter der städtischen Kulturpflege, Claus-Günther Kunzmann, sagt, man habe der Stadt "ein Lebensgefühl gegeben". Das trifft es. Übrigens: Fast wäre das alles nicht zustande gekommen. Bevor der erste Bauzaun rund um den zentralen Parkplatz aufgestellt wurde, gab es erbitterte Auseinandersetzungen um die Büchereibrücke. Befürworter und Gegner standen sich völlig unversöhnlich gegenüber. Diejenigen, die gegen den massiven Bau waren, hatten sogar einen Bürgerentscheid angestoßen. Der ging nur knapp für das neue Projekt aus.

Zweieinhalb Jahre Bauzeit

Die Gegner haben mittlerweile nicht nur ihren Frieden damit geschlossen, mehr noch, sie nehmen den Platz und die Bücherei bestens an. Die zweieinhalb Jahre Bauzeit, die für die gesamte Innenstadt mächtige Beeinträchtigungen brachten, haben sich gelohnt, wie der immer wieder zu beobachtende Andrang und auch der Aufenthalt der Menschen deutlich zeigen.

Eine Besucherin, die auf einem Block an der Eisdiele sitzt, antwortet auf die Frage, was ihr denn am Niddaplatz gefalle: "Eigentlich alles." Eine andere Frau hadert ein wenig mit der fehlenden Bepflanzung. "Gleich da drüben ist der Kurpark, da gibt es viele Bäume", mischt sich ein älterer Herr in die Unterhaltung ein. Er weiß noch, wie das Areal früher ausgesehen hat: "Ein Auto neben dem anderen." Bad Vilbel hat, sagt er, "endlich ein modernes Zentrum".

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