Erste Ideen

Mitte Bad Vilbels wird sich markant verändern

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
    schließen

In den nächsten Jahren wird sich die Mitte Bad Vilbels markant verändern. Zu Mediathek und Kurhaus kommen noch eine Stadthalle und ein Hotel hinzu. Erste Vorschläge liegen vor.

Es ist das letzte große Investitionsprojekt in der Mitte der Brunnen- und Festspielstadt. Das in die Jahre gekommene Kurhaus soll saniert und um eine Stadthalle erweitert werden. Hinzu kommen soll auch ein Hotel, dort, wo jetzt das ehemalige Kurmittelhaus mit Rotunde steht. Dass die Stadt einen angemessen großen und modernen Veranstaltungsort in der Mitte benötigt, darüber herrscht Einigkeit. Aber wie soll das ganze Ensemble optisch gestaltet werden?

Starker Kontrast

Erste Ideen dazu haben Architekturstudenten der Technischen Hochschule Darmstadt entwickelt. Deren Ergebnisse sind zurzeit im Rathausfoyer zu sehen. Einigen Besuchern ist dabei aufgefallen, dass die Büchereibrücke gar keine Rolle spielt. Denn die Vorschläge sehen eher helle Baukörper als Stadthalle und Hotel vor, mit senkrechten Säulen oder Verstrebungen. Das würde in einem optisch starken Kontrast zu dem dunklen Baukörper der Mediathek stehen, die markante waagerechte Streben vor den riesigen Scheiben aufweist.

Brücke nur als Randerscheinung

Sollten die Arbeiten der Studenten denn gar keinen architektonischen Bezug zur Mediathek haben? Ja, sagt Stadtrat Klaus Minkel, der es wissen muss. Denn er hat in der Jury gesessen, die die Arbeiten bewertet hat. »Die Brücke ist ein Solitär und hat andere Funktionalität«, antwortet Minkel auf WZ-Anfrage. Wer sich die Arbeiten der Studenten anschaut und die Begleittexte liest, findet in der Tat die Brücke nur als Randerscheinung: Einmal ist sie in einem Plan erwähnt, das zweite Mal in einer Bildmontage.

Die prämierten Entwürfe wurden, wie berichtet, den Architekten zugeleitet, die sich derzeit um die Entwicklung des Bereichs kümmern. Es seien acht Architekten am Werk, informiert Minkel. Diese würde ihre Arbeiten in dieser Woche abgeben.

Gewaltige Veränderungen

Da die Stadt bei dem 20-Millionen-Projekt einen offenen Kurs fährt, sollen auch die Arbeiten der Profis vor- und ausgestellt werden. Minkel gegenüber der WZ: »In der Woche darauf werden sie im Rathaus öffentlich zu jedermanns Einsicht präsentiert, damit auch der Beratungsgang in den Gremien beginnen kann.« Sprich: Ab Anfang September sollen die Bürger sehen können, welche Ideen die Architekten haben. In Ausschuss und Stadtparlament sollen die Entwürfe diskutiert und letztlich einer ausgewählt werden.

Das darf nicht allzu lange dauern, denn die Stadt hat einen ehrgeizigen Zeitplan entwickelt. Bis zum Hessentag 2020 soll alles fertig sein. Das heißt: Das Hallenbad wird nur noch in dieser Wintersaison geöffnet haben. Wenn im Frühjahr 2018 die Freibadesaison beginnt, wird es geschlossen. Das Bad und die ausgedienten Kuranlagen werden abgerissen. Das schafft Platz für die Stadthalle mit 700 Sitzplätzen und das Hotel. Nach Angaben des Stadtrats sollen die Wegebeziehungen erhalten bleiben. Die Stadthalle werde entlang der Nidda gebaut, abgesetzt davon. Also ungefähr dort, wo jetzt das alte Hallenbad steht. Die Bäume sollen weitgehend erhalten bleiben. Das Hotel wird gegenüber im Kurpark entstehen. Gleichzeitig wird das alte, in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbaute Kurhaus grundlegend saniert. Dabei muss die Stadt den Denkmalschutz beachten. Das bedeutet, die Fassade und die Fenster müssen in etwa so erhalten bleiben. Aus dem Kurpark kommend wird das Gebäude also ähnlich aussehen wie jetzt.

Aber dahinter und daneben wird sich der Bereich gewaltig verändern. Neben dem Kurhaus wird der City-Parkplatz aufgegeben, denn unter der Stadthalle soll eine Tiefgarage gebaut werden. Dadurch kann der Kurpark an dieser Stelle bis zur Kasseler Straße erweitert werden.

Kommentar

Geschmacksache

Entweder ist die Büchereibrücke für die neue Mitte in Bad Vilbel stilprägend, oder man betrachtet sie als Solitär. Das bedeutet, Stadthalle und Hotel entstehen in einem ganz anderen Stil als die Mediathek. Die Darmstädter Architekturstudenten sollten die Brücke gar nicht berücksichtigen, sondern sich nur am Kurhaus orientieren. Das haben sie getan, und manch originelle Idee ist entstanden. Die Öffentlichkeit darf gespannt sein, was sich die Profis ausgedacht haben, deren Entwürfe in Kürze präsentiert werden. Die Debatte dürfte dann erst richtig losgehen. Eins ist jetzt schon klar: Ein einheitliches Bild wird es nie geben. Dazu sind sowohl die Büchereibrücke als auch das Kurhaus zu unterschiedlich. Letztlich ist aber alles Geschmackssache. Und darüber lässt sich am meisten streiten.

Man darf also gespannt sein, wie die Architekten die Vorgaben umsetzen. In 14 Tagen weiß man mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare