Karl Heinz Diehl ist besorgt über die Rücksichtslosigkeit der Passanten auf dem Niddaradweg. FOTO: NIKLAS MAG

»Mit Höllentempo, ohne Rücksicht«

Bad Vilbel (nma). In Dortelweil ist die neue Brücke zum Sportplatz bereits angeliefert worden und damit ein weiterer Meilenstein für die Fertigstellung des Niddaradwegs in trockenen Tüchern. Doch sorgt diese neue Schnellstraße bei Fußgängern, Joggern und Radlern auch für Probleme. Karl Heinz Diehl leitet die Radfahrgruppe des Bildungsforums Dortelweil und appelliert an die Vernunft seiner Mitmenschen.

Über drei Meter breit, mit regelmäßigen Sitzgelegenheiten und gut befahrbarem Asphalt verbinden Frankfurt und Umgebung schon bald ideal mit der Wetterau. In Dortelweil stehen derzeit noch die Bagger am Sportplatz, doch lange wird es nicht mehr dauern, bis die dortige Lücke des Niddaradwegs geschlossen ist. »Diese neuen Wege sind in Top-Zustand und das freut uns natürlich sehr«, meint Karl Heinz Diehl. Der Weltenbummler und Rentner leitet bereits seit mehreren Jahren die Radfahrgruppe des Bildungsforums Dortelweil, mittlerweile gemeinsam mit Hans-Rolf Kunzmann. »Für den Radweg kann man der Stadt nur ein Lob aussprechen. Toll, was da passiert ist.«

Doch bringt die neue Fahrrad-Schnellstraße leider den einen oder anderen Nebeneffekt mit sich, welche der begeisterte Radfahrer Diehl in den vergangenen Monaten mit Sorge wahrgenommen hat. »Viele Mitradfahrer verhalten sich nicht gut. Das ärgert mich, und es ist zudem sehr gefährlich«, sagt Diehl. Die guten Radwege würden nun viele Rennradfahrer an die Nidda locken: »Die meisten sind nicht mit einer Klingel ausgestattet und reduzieren ihr Tempo auch nicht, egal ob vor ihnen viel los ist«, schildert er seine Beobachtungen. »Die Radsportler fahren in einem Höllentempo und ohne Rücksicht den Weg entlang. Da muss nur ein langsamer Radfahrer oder ein Fußgänger plötzlich mal nach links ausscheren, ohne richtig nach hinten zu schauen, und schon gibt es einen riesigen Crash«, sorgt sich Diehl. Er habe auf dem Niddaradweg bereits die eine oder andere gefährliche Situation dieser Art erlebt: »Wenn man die Sportler dann darauf hinweist, dass eine Klingel es für alle viel leichter machen würde, wird man meist nur beleidigt.«

Er wolle deshalb appellieren, dass jeder, der mit dem Rad auf dem Niddaweg unterwegs ist, sich eine einfache leichte Klingel zulegt, um künftig Fußgänger vorwarnen zu können. Auch an einem Rennrad könne eine Klingel befestigt werden. Zudem habe er festgestellt, dass viele Familien ihre Kinder unbesorgt über den Weg laufen lassen. Auch dabei sieht Diehl Gefahrenpotenzial: »Wenn da ein Radler um die Ecke geschossen kommt und das Kind nicht sieht, wird es problematisch. Ich glaube, das möchte niemand.« Er würde sich wünschen, dass auf dem breiten Niddaradweg, der nun viel mehr Verkehrsteilenhmer anlockt als zu früheren Zeiten, ein guter Umgangston gepflegt und aufeinander Rücksicht genommen wird. Sei es durch eine neue Klingel am Lenker, eine Reduzierung des eigenen Tempos oder einfach höhere Achtsamkeit und freundlichen Umgang.

Coronabegründet musste die Fahrradgruppe des Bildungszentrums in diesem Jahr eine längere Pause einlegen, ansonsten brechen die Radler einmal im Monat zu einer Tagestour auf. »Wir wollen schauen, dass wir das jetzt langsam wieder anfangen«, meint Karl Heinz Diehl. Mit einer ganz kleinen Gruppe solle in den kommenden Tagen eine Radtour starten, um ein Gefühl für die Sicherheitsbestimmungen zu bekommen. »Wenn das alles klappt und die Situation sich weiter verbessert, können wir vielleicht im Juli schon wieder zu einer ersten Tour mit Gästen einladen«, hofft er. Informationen werden auf der Webseite des Vereins unter www.bildungsforum-dortelweil.de veröffentlicht, telefonisch ist der Verein unter 0 61 01/956 03 81 zu erreichen.

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