"Ein Netz ist nie fertig", teilt Vodafone-Pressesprecher Volker Petendorf mit und bezieht zu Fragen Stellung.
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»Ein Netz ist nie fertig«, teilt Vodafone-Pressesprecher Volker Petendorf mit und bezieht zu Fragen Stellung.

Bad Vilbel und Karben

Vodafone über Störungen in der Wetterau: „Mit elf Tagen Ausfall muss jeder rechnen“

  • VonPatrick Eickhoff
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Immer wieder Vodafone: Nach dem erneuten Ausfall von Internet, TV und Festnetz haben viele Kunden aus Bad Vilbel und Karben ihrem Ärger Luft gemacht. Doch wieso gibt es immer wieder Ausfälle?

Bad Vilbel/Karben – Kein Internet, kein Kabel-TV, kein Festnetz. Vodafone-Kunden in der südlichen Wetterau haben es in den vergangenen Monaten nicht gerade leicht. Der zweitägige Totalausfall aus der vergangenen Woche in Bad Vilbel und Karben war bereits der sechste große Ausfall in diesem Jahr. Dementsprechend fallen die Reaktionen aus. Viele Kundinnen und Kunden sind sauer. In den sozialen Netzwerken häufen sich die Kommentare: »Alle guten Dinge sind 6« oder »Das kann Vodafone nicht ernst meinen« heißt es dort. Zahlreiche Leser wenden sich außerdem an diese Zeitung und fragen sich: »Wieso immer Vodafone und wieso immer Störungen in Karben und Bad Vilbel?«. Einige vermuten, dass es zwischen der Bahn und Vodafone zu wenig Absprachen gebe.

Wetterau: 5025 Kunden von letzter Vodafone-Störung in Bad Vilbel und Karben betroffen

Wie Vodafone-Pressesprecher Volker Petendorf bekannt gab, sei der Schaden der vergangenen Woche, von dem 5025 Kunden betroffen waren, an einem unterirdischen Glasfaserstrang durch Bauarbeiten Dritter entstanden. Mit den Bauarbeiten habe Vodafone an sich nichts zu tun. Petendorf sagt; »Mit der S-Bahn Baustelle hatten nur zwei der sechs Ausfälle zu tun. Vier überhaupt nichts.« So sei es zweimal zu einem größeren Ausfall bei angemieteten Telekomleitungen gekommen. »Deren Kunden waren davon genauso betroffen.« Einmal habe es sich auch schlicht und ergreifend um einen Software-Fehler gehandelt.

»Natürlich ist das alles sehr ärgerlich, und wir bitten unsere Kunden um Entschuldigung«, bedauert der Pressesprecher. Anschließend räumt Petendorf mit einem Gerücht auf, das vermehrt in den vergangenen Wochen aufgetaucht ist: Vodafone-Leitungen seien nicht so tief wie die von anderen Anbietern und würden deshalb eher Schaden nehmen. »Das ist völliger Unsinn und hat damit nichts zu tun. Unsere Kabel liegen oft in der Nähe von Bahnstrecken das ist richtig. Aber sie liegen nicht weniger tief, als beispielsweise die der Telekom.« Das zeige auch, weshalb von manchen Störungen auch andere Anbieter betroffen waren.

Wetterau: Bahn in Kontakt mit Vodafone wegen Baustelle bei Bad Vilbel

Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt, dass man »selbstverständlich mit Vodafone in Kontakt stehe«, wenn es um die Großbaustelle in Bad Vilbel geht. Volker Petendorf fügt an: »Wir geben alles für ein gutes Netz. Wir modernisieren regelmäßig.« Immer wieder gebe es Wartungsarbeiten. »Ein Netz ist nie fertig.«

Doch einige Kunden sind nicht glücklich und fordern einen Preisnachlass. Petendorf verweist auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Dort heißt es: »Die mittlere Verfügbarkeit des Kabelanschlusses und der TV Produkte liegt im Jahresdurchschnitt bei mindestens 97,5 Prozent.« Der Pressesprecher rechnet vor: »Das sind aufs Jahr gesehen elf Tage.« Da gebe es eine klare Rechtsprechung. »Mit elf Tagen muss jeder rechnen, auch wenn wir selbstverständlich alles dafür tun, dass dies nicht so kommt. Die Erwartungshaltung, dass man 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag Netz hat, ist utopisch.« Schließlich könne immer etwas passieren.

Eine andere Reglung gilt hingegen für Geschäftskunden. »Da wird eine Kompensation ausgehandelt, und es können Einnahmeverluste geltend gemacht werden.« Das gelte allerdings nicht für denjenigen, der einen Privatkundenvertrag abgeschlossen hat. »Wer den Vertrag trotzdem geschäftlich nutzt, kann das machen, aber darf sich dann nicht auf andere AGBs berufen.«

Der Vodafone-Pressesprecher sagt abschließend: »Wir können unsere Kunden nur um Entschuldigung bitten. Wir versuchen, das zu verhindern. Wenn ein Schaden auftritt, arbeiten wir nachts durch, um diesen zu beheben.«

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