Pfarrer Ingo Schütz rückt mit dem Wechsel in den Taunus seinen Wirkungsort deutlich näher an den Wohnort der Familie heran. FOTO: PRIVAT
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Pfarrer Ingo Schütz rückt mit dem Wechsel in den Taunus seinen Wirkungsort deutlich näher an den Wohnort der Familie heran. FOTO: PRIVAT

"Wo Menschen Gott begegnen, erlebe ich Wunder"

Bad Vilbel(bf). Wenn Pfarrer Ingo Schütz am 1. November seine neue Pfarrstelle antritt, wartet schon die erste Herausforderung auf ihn: das Weihnachtsfest unter Corona-Bedingungen vorzubereiten. Der Pfarrer freut sich darauf. "Ich gehe gerne Neues an", sagt er. Zum Ende des Monats verlässt Schütz die Christuskirchengemeinde Bad Vilbel. Künftig geht es für ihn ein paar Kilometer weiter westlich, in den Taunus. Er übernimmt die (volle) Pfarrstelle in der Kreuzkirchengemeinde Bommersheim, einem Stadtteil von Oberursel.

Er ist zuversichtlich, dort genauso gut aufgenommen zu werden wie vor acht Jahren in Bad Vilbel. "Ich habe hier gleich Anschluss gefunden und wir haben als Team super zusammengearbeitet", sagt Schütz. Besonders eingesetzt hat er sich für die Arbeit mit jungen Familien, etwa im Bereich der regelmäßigen Vater-Kind-Wochenenden, für die Diakonie, die weltweiten Partnerschaften der Gemeinde, für Senioren und die Ökumene. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass jedes Jahr am Pfingstmontag alle Vilbeler Gemeinden einen gemeinsamen Gottesdienst feiern. Üblicherweise auf dem zentralen Niddaplatz, in diesem Jahr allerdings digital.

Er schätze die große Leistungsbereitschaft in Bad Vilbel, die seine hauptamtlichen Kollegen und ehrenamtlich Engagierte gleichermaßen präge. Gerne hätte er gemeinsam mit ihnen in diesem Jahr den Hessentag gefeiert. Wegen Corona war das nicht möglich. Und auch sein Abschied aus der Gemeinde fällt deshalb klein aus. "In dieser schwierigen Zeit wird aber auch vieles möglich", sagt Schütz. Er sieht in der Pandemie etwa eine Chance, mit Internetgottesdiensten und analogen Ideen eine größere Reichweite kirchlicher Angebote zu entwickeln und damit mehr Menschen zu erreichen.

Seine erste Begegnung mit Gott hatte Schütz im Konfi-Unterricht. Zuvor hatte er eigener Aussage nach keine große Verbindung zum Glauben. "Ich habe mich immer sehr für Naturwissenschaften interessiert, in der Schule mochte ich Mathe und Biologie. Meine Eltern waren beide aus der Kirche ausgetreten." Im Konfi-Unterricht habe er gespürt, "dass Gott da ist". Das habe ihn geprägt.

"Seitdem ist der Glaube ein wichtiger Bestandteil meines Lebens." Nach dem Abitur studierte er Theologie, versuchte sich aber auch in anderen Fächern. Schließlich zog es ihn zum Pfarrberuf. "Mir liegt viel an den Beziehungen innerhalb der Gemeinde." Gemeinsam feiere man schöne Momente, ertrage aber auch schwere Situationen und Trauer. "Da, wo Menschen Gott begegnen, erlebe ich immer wieder Wunder." Als Pfarrer möchte er die Menschen einladen, zu feiern, im Gottesdienst und auch außerhalb.

"Dann kann jeder erleben, wie reich Gott uns beschenkt", sagt Schütz. Das vermittelt er auch in der Arbeit mit Geflüchteten, einem weiteren Schwerpunkt seiner Tätigkeit. "Das ist ein besonderes Geben und Nehmen: Menschen aus nah und fern bringen einander ihre jeweilige Kultur nahe und bereichern sich gegenseitig." Im vergangenen Jahr haben sich viele Geflüchtete aus dem Iran von ihm in der Nidda taufen lassen. "Sie zu begleiten, zu sehen, wie sie ihren Weg gehen und auch ihren Weg zu Gott finden, das bewegt mich sehr. Davon nehme ich auf jeden Fall viel mit."

Der Pfarrer lässt aber auch etwas da: Vor einigen Jahren hat er Spenden für eine neue Krippe in der Christuskirche gesammelt. Diese hat der Künstler Stephan Guber, der durch seine Skulpturen an der Wasserburg bekannt ist, gestaltet. Sie wird nicht nur in der kommenden Weihnachtszeit an ihn erinnern.

Am Sonntag, 25. Oktober, 14 Uhr, wird Pfarrer Ingo Schütz in einem Gottesdienst in der Christuskirche von Dekan Volkhard Guth entpflichtet. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 0 61 01/8 53 55 oder E-Mail an info@ckbv.de.

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