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Mehr Geld für die Festspiele

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»Die Päpstin« war die erfolgreichste Produktion der Burgfestspiele 2015.
»Die Päpstin« war die erfolgreichste Produktion der Burgfestspiele 2015. © Janine Stavenow

Bad Vilbel (pe). Die Burgfestspiele bieten alljährlich von Mitte Mai bis Mitte September Programm in der historischen Wasserburg mit diversen Eigenproduktionen. Über 200 Aktive bilden vor und hinter den Kulissen »ein kleines mittelständisches Unternehmen«, sagt Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr. Das alles will bezahlt werden.

Trotz der Einnahmen von über 100 000 Besuchern der letztjährigen Saison weisen die Festspiele ein Defizit von rund 470 000 Euro auf. Doch vom Land ist Geld in Sicht. Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (CDU) überbrachte gestern Nachmittag dem Bürgermeister gleich zwei frohe Botschaften. Die Stadt erhält aus Mitteln des Hessen-Lotto zusätzlich zu den 10 000 Euro Zuschuss noch einmal 30 000 Euro. Und noch ein weiterer Zuschuss-Topf tut sich auf. Rhein verkündete gestern erstmals öffentlich, dass das Land zusätzliche Fördermittel für Sommertheaterfestivals in Hessen bereitstellt. Wenngleich also Bad Vilbel den Hauptanteil des 2,35-Millionen-Euro-Budgets für die Festspiele tragen muss: Es gibt im Jahr der 30. Burgfestspiele erheblich mehr Geld vom Land, mehr als je zuvor.

Höchster Pro-Kopf-Etat in Hessen

Hessen stellt in diesem Jahr insgesamt 50 000 Euro für Sommerfestivals in Hessen bereit, neben den Vilbeler Festspielen sind das die Bad Hersfelder Festspiele, die Wetzlarer Festspiele und weitere. »Die zusätzlichen Gelder stehen für besonders innovative Projekte innerhalb der verschiedenen Festspiele bereit«, sagte Rhein auf einer Pressekonferenz im Vilbeler Rathaus-Sitzungssaal. Die Sommertheater müssen sich dem wettbewerblichen Auswahlverfahren stellen, um an Fördergelder zu kommen. Ein fünfköpfiger Fachbeirat prüft die Anträge auf ihre Förderfähigkeit. Rhein sagte, Bad Vilbel sei ein »hervorragendes Beispiel für Kulturförderung«. Die Stadt nehme mit 120 Euro pro Jahr und Einwohner den Spitzenplatz in Hessen ein. Stöhr bezifferte den gesamten Kulturetat für dieses Jahr auf rund 4 Millionen Euro, von denen 2,35 Millionen die Burgfestspiele betreffen. Weiterhin sind in dem Haushalt für Kultur die Alte Mühle, die Musikschule und weitere Projekte enthalten.

Rhein sagte, die Zahl der Besucher bei den Festspielen sei nicht das primäre Förderargument. Vielmehr gelte es, experimentell neue Projekte zu fördern und auch Projekte, die über eine Stadt und eine Region hinaus strahlten. Darüber hinaus könne man sich vorstellen, dass künstlerischer Nachwuchs gefördert werde, merkte Rhein an. »Da haben wir schon einige Ideen«, sagte Stöhr mit Angelika Zwack an seiner Seite, die den verhinderten Intendanten Claus-Günther Kunzmann vertrat. So arbeiteten die Burgfestspiele bereits jetzt mit der Hochschule für Darstellende Kunst zusammen, oder es gebe eine Pädagogin, die in die Schulen gehe und dort mit den Kindern das Theaterspielen übe. Darüber hinaus gebe es das Projekt »Tusch«, Theater in den Grundschulen, wobei die Festspiele mit der Grundschule in Berkersheim zusammenarbeiten.

Die Stadt müsste also einen Förderantrag für ein Projekt stellen, dann entscheidet der Beirat darüber, ob und wie hoch das Projekt gefördert werden soll. In den Genuss zusätzlicher Mittel – ab 2017 sind jährlich 100 000 Euro vorgesehen – sollen mehrere Projekte innerhalb von Festivals kommen. Ob Bad Vilbel dort hineinkommt und auch Gelder aus dem Topf erhält, ist allerdings keinesfalls sicher. Immerhin hat der hessische Kulturbeirat in diesem Jahr laut Rhein schon 85 Förderanträge vorliegen.

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