Kein Auslauf möglich: Weil Unbekannte den Zaun der Hundeauslaufzone in Massenheim zum wiederholten Male gestohlen haben, sind sich die Stadtverordneten einig, dass neue Zonen gefunden werden müssen. FOTO: PATRICK EICKHOFF

Stadtverordnete wollen Zonen schaffen

Mehr Freilaufflächen für Hunde in Bad Vilbel

Hunde ohne Leine laufen lassen? In Bad Vilbel gibt es dafür bisher nur eine spezielle Zone in Massenheim. Wenn es nach den Stadtverordneten geht, soll es bald mehrere dieser Zonen im Stadtgebiet geben.

R und 2000 Hunde leben in Bad Vilbel. Viele Möglichkeiten, diese frei laufen zu lassen, gibt es nicht. »Lediglich in Massenheim gibt es ein Areal zum Toben und Spielen hinter dem Friedhof«, sagte CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung. »Leider wird der dortige Zaun immer wieder von Unbekannten zerstört oder geklaut. Das ist auch der Auslöser unseres Antrages.« Gemeinsam mit der FDP wolle man den Magistrat bitten, zu prüfen, welche Flächen im Stadtgebiet infrage kommen, um sogenannte Hundeauslaufzonen zu schaffen. »Die ständige Erneuerung des Zauns in Massenheim ist keine Lösung«, sagte Utter. Ein oder mehrere neue Standorte sollen her.

Ehrenamtliche Paten gesucht

Im gesamten Vilbeler Wald herrsche Leinenzwang, ebenso auf den angrenzenden Feldern sowie an Teilen der Nidda. In dem gemeinsamen Antrag heißt es: »Gerade in der Brut- und Setzzeit ist es dementsprechend unmöglich, seinen Hund guten Gewissens abzuleinen. Auch für Hunde mit Jagdtrieb, die sonst nie frei laufen können, sind Ausläufe dieser Art wichtig.« Irene Utter sprach abschließend davon, dass man der Stadt auch etwas Arbeit abnehmen könne. »Vielleicht finden wir ja ehrenamtliche Paten, die sich mit der Stadt um die Pflege kümmern.«

SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Kühl sagte, dass er einen ähnlichen Antrag vor einigen Jahren im Ortsbeirat Heilsberg ins Gespräch gebracht habe - ohne Erfolg. »So ändern sich die Zeiten. Aber wir unterstützen den Antrag gerne.«

Isil Yönter von den Grünen holte etwas weiter aus. »Der Tierschutz ist als Staatsziel verankert.« Dementsprechend wichtig sei das Thema. Es gebe eine Leinenpflicht für bestimmte öffentliche Plätze. Dennoch wäre es von Vorteil gewesen, mit den Hundehaltern ins Gespräch zu kommen. »Diese hätten ergänzen können, wo sie sich eine Zone vorstellen können.« In jedem Stadtteil eine Zone sei in ihren Augen nicht realistisch. Dennoch waren sich alle einig, dass es neue Auslaufzonen für die Hunde geben soll. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Stadtverordnete gestalten Banner

Bevor sich die Stadtverordneten in die Sommerpause verabschieden durften, stand ein Antrag der SPD auf der Tagesordnung. Den hatten die Sozialdemokraten noch schnell zu Beginn der Sitzung eingebracht. Sie wollten an verschiedenen Plätzen der Stadt Banner mit dem Schriftzug »Respekt - Kein Platz für Rassismus« anbringen. »Rassismus ist ein Thema, mit dem wir uns leider immer befassen werden«, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Kühl. »Auch in Bad Vilbel hatten wir erst kürzlich Aufkleber an einer Bushaltestelle mit fremdenfeindlichen Inhalten« (die FNP berichtete). Deshalb sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen und zu zeigen, dass in Bad Vilbel jeder willkommen sei.

Clemens Breest von den Grünen verwies neben den schrecklichen Vorfällen in Amerika auch auf den Anschlag in Hanau im Februar, ließ sich aber einen Seitenhieb gegen die CDU nicht nehmen. Bei einer vorherigen Debatte hatte Dr. Hagen Witzel seiner Partei Methoden vorgeworfen, die Parteien anwenden würden, die nicht im Vilbeler Parlament säßen (die FNP berichtete). Auch das sei nicht in Ordnung. »Man wird mit Parteien wie der AfD in einen Topf geworfen. Da beginnt Respekt.«

Bevor CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter zum SPD-Antrag Stellung nahm, sagte sie, dass die Grünen ja »anscheinend klare Vorstellungen haben, um welche Partei es sich bei dem Vergleich handelt«. Jedoch habe keiner eine Partei genannt. Den Antrag sehe sie als klares Bekenntnis der Stadtverordnetenversammlung. Sie würde es bevorzugen, ein Banner selbst zu gestalten.

Für die FDP und ihren Fraktionsvorsitzenden Erich Schleßmann dürfe es nicht bei plakativen Bekenntnissen bleiben. Deshalb müsse man besonders schulische Projekte fördern. Das Banner sei nicht nur eine Botschaft, sondern auch ein Appell an die Bad Vilbeler. Danach berichtete der gehörlose Grünen-Abgeordnete Sascha Nuhn mit seinem Übersetzer davon, dass es im Rassismus viele Ebene geben. »Ich befürworte diesen Antrag sehr. Ich mache diese Erfahrungen jeden Tag, aber viele andere Gruppen machen sie auch. Es gibt nicht nur eine Art von Rassismus. Das ist mein Anliegen.«

Anschließend einigten sich die Stadtverordneten darauf, dass es, anstatt mehreren Spruchbändern, ein selbst gestaltetes Banner geben wird. Dieses wird abwechselnd an unterschiedlichen Stellen aufgehängt. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Die Friedhofserweiterungsfläche ist nicht ganz offiziell eine »Hundewiese«. Sie wird von der Stadt den Hundehaltern aber zur Verfügung gestellt. Da sie eingezäunt ist - sofern der Zaun nicht gerade wieder gestohlen wurde - können die Hunde dort ohne Leine laufen gelassen werden. Gepflegt wird sie von der Stadt, allerdings »extensiv«, das heißt, dass sie nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht wird und ansonsten naturbelassen bleibt. wpa

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