An der Regenbogenschule in Dortelweil werden im Rahmen des Programms "Pakt für den Nachmittag" aktuell 244 Kinder betreut. Über die Nachmittagsbetreuung berichtete jetzt im Sozialausschuss Schulleiterin Stephanie Trompeter. FOTO: PE
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An der Regenbogenschule in Dortelweil werden im Rahmen des Programms "Pakt für den Nachmittag" aktuell 244 Kinder betreut. Über die Nachmittagsbetreuung berichtete jetzt im Sozialausschuss Schulleiterin Stephanie Trompeter. FOTO: PE

"Pakt für den Nachmittag"

Mehr Bedarf an Ganztagsbetreuung an der Dortelweilwer Regenbogenschule

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die Regenbogenschule in Dortelweil ist kreisweit die Schule, an der die meisten Kinder eine Nachmittagsbetreuung genießen. Im Sozialausschuss sind die Erfahrungen vorgestellt worden.

Wir brennen für die Ganztagsschule", sagt die Leiterin der Regenbogenschule in Dortelweil, Stephanie Trompeter. Ein solches Engagement müssen sie, die Lehrerinnen und die pädagogischen Kräfte der Arbeiterwohlfahrt Hessen-Süd, auch mitbringen. Sonst wäre ein derart umfangreiches Projekt wie der "Pakt für den Nachmittag" gar nicht zu stemmen. Diese Erkenntnis machte sich am Mittwochabend im Sozialausschuss breit. Dort berichteten Trompeter und der Regionalleiter für alle Betreuungseinrichtungen im Wetteraukreis und im Main-Kinzig-Kreis, Andreas Pfeffer, über die umfangreiche Arbeit an der Schule.

Angefangen habe es im Schuljahr 2011/12, als man an drei Nachmittagen 66 Kinder der dritten und vierten Klassen betreut habe. Allerdings habe man in Gesprächen mit den Eltern rasch erkannt, "dass eine Ausweitung auf fünf Tage das einzig Sinnvolle für Familien ist". Die Schule habe sich dann einen Träger gesucht, denn sie selbst dürfe keine Pädagogen für diese Aufgabe einstellen.

Oft sind Eltern berufstätig

Anfangs sei das der Arbeiter-Samariter-Bund gewesen, dann der SV Fun-Ball. Aber der Umfang des Projektes sei immer größer geworden, der Bedarf weiter gestiegen. Schulleiterin Trompeter nannte dazu Zahlen: Von 66 Kindern sei der Betreuungsbedarf auf 87 Kinder gestiegen. Zum Schuljahr 2017/18 habe dann ein Trägerwechsel hin zur AWO Hessen-Süd stattgefunden. Damit sei das Betreuungsangebot von 14,5 auf 36,1 Stunden pro Woche angewachsen.

Im Schuljahr 2018/19 seien dann 128 Schüler zur Nachmittagsbetreuung angemeldet worden, dann sei der "Pakt für den Nachmittag" gestartet. "Zwischen 70 und 80 Prozent der Schüler in Dortelweil-West sind mittlerweile in der Ganztagsbetreuung", berichtet die Regenbogen-Schulleiterin. Überrascht hat das im Ausschuss niemanden. Denn dort weiß man, dass in Dortelweil-West fast ausschließlich berufstätige Eltern leben, in denen beide Elternteile arbeiten gehen. Sie sind auf eine Nachmittagsbetreuung angewiesen. "Nur so lassen sich Beruf und Familie vereinbaren", sagte auch Stephanie Trompeter während ihres halbstündigen Vortrages.

Ganztagsbetreuung zunächst bei Eltern umstritten

Für die Schülerinnen und Schüler sei die Ganztagsschule ein Lebensraum geworden. Die Betreuung findet entweder bis 15 oder bis 17 Uhr statt, an fünf Tagen pro Woche werde dieses Angebot aufrecht erhalten. Anfangs sei umstritten gewesen, dass man im Konzept vorgesehen habe, dass die Kinder bis mindestens 15 Uhr verbindlich betreut werden müssten, von der gleichen Bezugsperson.

Das sei bei den Eltern umstritten gewesen, weil es anfangs so gewesen sei, dass das Kind montags zum Flötenunterricht und dienstags zur Oma gegangen sei und mittwochs wieder etwas anderes gemacht habe. "Das hat bei uns auch Personal gebunden", nannte sie im Ausschuss eine der Folgen. Das habe man aber nun abgestellt, was auch zur Sicherheit und Verlässlichkeit geführt habe.

Aktuell werden in der Regenbogenschule insgesamt 244 Kinder betreut. Das seien somit im Schnitt doppelt so viele Schüler wie an vergleichbaren Schulen. Es gebe acht feste Betreuungsgruppen, sieben in Dortelweil-West und eine in Alt-Dortelweil. 25 fest angestellte pädagogische Mitarbeiter, zehn Honorarkräfte und zwei Bundesfreiwilligendienstler seien dort aktiv. Was das alles kostet, berichtete Pfeffer. 420 000 Euro im Jahr seien auszugeben. Kooperationspartner sind der Sportverein Fun-Ball, das Jugendhaus Efzet, die TechHeroes und die Musikschule Bad Vilbel und Karben. Schulleiterin Trompeter: "Das ganze Projekt ist von Anfang an eine spannende Herausforderung gewesen und es ist immer noch spannend, weil es sich ständig verändert."

"In den Containern ist es häufig unerträglich stickig"

Die Regenbogenschule platzt aus allen Nähten. Das ist am Mittwochabend im Sozialausschuss deutlich geworden. Regenbogen-Schulleiterin Stephanie Trompeter sagte, mit den Räumen sei man am Limit. Auch die Mensa-Kapazität sei voll ausgelastet. SPD-Stadtverordneter Michael Wolf, der als früherer Elternvertreter die Verhältnisse an der Schule kennt, lobte die Arbeit in der Ganztagsbetreuung und auch die gute Kooperation mit der Stadt. Die Raumsituation mache allerdings Sorgen. "Ja, natürlich, ein fester Bau wäre unsere Vision", ergänzte Trompeter. So eine Art Multifunktionsraum , in dem verschiedene Aktivitäten möglich wären. Seit mittlerweile 17 Jahren gibt es die Containerlösung nun schon, ging aus den Ausführungen hervor. Die Container führten und führen auch bei Eltern immer wieder zur Kritik. Die Schulleiterin kann das verstehen. "Im Sommer ist es dort häufig unerträglich stickig."

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