Bad Vilbel

Mehr Bäume am Kurpark-Hotel geplant

  • Holger Pegelow
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Die öffentliche Kritik zeigt Wirkung: Stadtrat Klaus Minkel hat einen Entwurf vorgestellt, der im Kurpark viele neue Anpflanzungen vorsieht. Sie sollen als Ersatz dienen, wenn für einen Hotelneubau viele alte Bäume gefällt werden. Was ist im Detail vorgesehen?

Überraschung im Stadtparlament: Stadtrat Klaus Minkel (CDU) präsentiert den Stadtverordneten einen ersten Entwurf der Grünplanung für den westlichen Kurpark. »Es sollen jetzt wesentlich mehr neue Bäume als Ersatz gepflanzt werden. Zudem wird es eine umfangreiche Dachbegrünung geben.« Damit reagiert der für die Sanierung des Kurhauses sowie den Bau der Stadthalle und des Hotels verantwortliche Stadtrat auf die Kritik, die es an der Fällung von zum Teil über 80 Jahre alten Bäumen entlang des jetzigen Hallenbades und im Areal bis zur Rampe der Kasseler Straße geben soll.

In der Sitzung des Planungsausschusses war von 63 Bäumen die Rede, die für das neue Hotel gefällt werden müssten. Im Parlament sagt Minkel nun, es müssten etwa 18 bis 20 Bäume für den Hotel-Neubau fallen, »andere Bäume fallen wegen der Tiefgarage«. Eine Zahl nennt er hier nicht.

Autos parken in Tiefgarage

Wie mehrfach berichtet, wird es im Westen des Bad Vilbeler Kurparks massive Veränderungen geben. Das Hallenbad, das alte Kurmittelhaus sowie der City-Parkplatz werden abgerissen. Das Kurhaus wird saniert, daran anschließend wird eine neue Stadthalle gebaut. Zudem ist entlang der Kasseler Straße noch ein Hotelneubau vorgesehen. Die Autos sollen in einer Tiefgarage verschwinden.

Zwar sind sich die Fraktionen einig, dass das Kurhaus saniert und eine neue, große, Stadthalle gebaut wird. Über den Bau des Hotels sind sie aber zerstritten. Das zeigt sich auch in der jüngsten Parlamentssitzung.

Die Grünen haben ein grundsätzliches Problem mit dem gegen ihre Stimmen in der Oktober-Sitzung beschlossenen Verkauf des Grundstücks für den Hotelneubau. Wie Clemens Breest sagt, gehöre der Kurpark allen Bürgern. »Aber ein Teil davon wird einem Investor übergeben. Damit wird aus dem öffentlichen Kurpark eine private Fläche.« Deswegen müssten die Bürger ein Mitspracherecht haben, fordert Breest eine Bürgerversammlung.

Regelmäßige Infoveranstaltungen

Die Frage, wie gut die Bürger informiert worden sind, beschäftigt dann die weiteren Reden. Der Magistrat behauptet, durch die Ausstellung der Plan-Ideen für den westlichen Kurpark und eine Informationsveranstaltung in der Büchereibrücke seien die Bürger gut informiert worden. »Wir haben hier eine mustergültige Transparenz«, sagt Erster Stadtrat und Baudezernent Sebastian Wysocki. Und Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr assistiert: »Wir hatten eine mehrstündige Bürgerinformationsveranstaltung, aus der wir konkrete Wünsche mitgenommen haben.« Als SPD-Fraktionsvorsitzender Christian Kühl ans Mikrofon tritt, meint man eine gewisse Zerrissenheit zu spüren. Aus den Reihen der CDU kommt später, dass sich die SPD nicht leicht getan habe beim Hotelneubau. »Wir haben abgewogen«, erklärt Kühl und macht deutlich, dass die SPD es so sieht wie die CDU und Minkel. Zurzeit halte man sich im Westteil des Kurparks nicht so gerne auf. Wenn die Bauten einmal fertig seien, »erfährt der Platz eine Aufwertung«. Kühl bringt drei Änderungsanträge seiner Fraktion ein, die einstimmig beschlossen werden. So sollen die im Bebauungsplan enthaltenen Bäume »alle erhalten bleiben«, die Grünplanung solle ausführlich im Ausschuss vorgestellt werden, und es solle regelmäßige Informationsveranstaltungen während der Großprojekte geben.

CDU sieht Belebung des Kurparks

CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter sagt, der vorliegende Bebauungsplan biete nicht nur die Chance, das Kurhaus zu sanieren und durch ein Veranstaltungsgebäude zu ergänzen, sondern auch die Möglichkeit, durch Hotel, Restauration und neuen Kurpark-Garten eine attraktive Belebung des westlichen Kurparks zu erreichen. Die Zahl der zu fällenden Bäume sei mit rund 20 überschaubar und werde durch die »positive Umgestaltung des Gesamtareals bei weitem aufgewogen«.

Nach weiterer Kritik der Grünen ergreift Stadtrat Minkel erneut das Wort. »Durch die Dachbegrünung entstehende Tausende Quadratmeter neue Grünflächen«, wirbt er für einen einstimmigen Beschluss. Doch daraus wird nichts, denn die Grünen bleiben bei ihrem Nein, als einzige Fraktion.

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