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Blicken auf 25 Jahre Rotary Club Bad Vilbel zurück (von links): Pressebeauftragter Thilo Neupert, Präsident Andreas Freiling, Gründungsmitglied Gudrun Dietrich und Gemeindienstvorstand Peter Ochs.

25 Jahre Rotarier in Bad Vilbel

Mehr als nur finanzielle Hilfe

  • VonPatrick Eickhoff
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Seit 25 Jahren gibt es den Rotary Club Bad Vilbel. Er ist einer von weltweit mehr als 35 000 Clubs. Das Motto: »Service above self - Selbstlos dienen« steht für die 45 Mitglieder im Mittelpunkt.

Von Männern dominiert«, »Ein Club voller Reicher«. Wer Rotarier ist, kennt sich mit Vorurteilen aus. Schließlich agiert der Club oft eher im Verborgenen. Außer ein paar Pressemitteilungen ist wenig bekannt über die Mitglieder und Aktivitäten. Doch was macht so ein Club eigentlich? Und wer engagiert sich im Rotary Club? »Das ist ganz unterschiedlich«, sagt Thilo Neupert, Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit des Bad Vilbeler Clubs.

Dieser wurde 1995 gegründet und im April 1996 in die rotarische Weltgemeinschaft aufgenommen, feiert dieses Jahr 25-jähriges Bestehen. Er ist einer von 35 000 Clubs weltweit, zählt 45 Mitglieder. »Beide Geschlechter sind vertreten«, sagt Gudrun Dietrich. Sie war die zweite Präsidentin des Clubs. »Bei der Gründung vor mehr als 110 Jahren und viele Jahre danach war das mit den Männern so. Heute nicht mehr. Deshalb bin auch ich hier«, sagt sie und lacht.

Jährlich ein neuer Präsident

Unterteilt wird bei den Rotariern in drei Ebenen: Weltweit, Distrikt und Clubebene. Der Name Rotary leitet sich aus der früheren Praxis ab, sich im Rotationssystem in den verschiedenen Büros der Mitglieder zu treffen. Bis heute ist die jährliche Rotation aller Führungsämter eine Voraussetzung, um Verantwortung zu verteilen. Der neue Präsident in Bad Vilbel ist Dr. Andreas Freiling. »Ich hoffe, dass wir dieses Jahr wieder mehr Präsenzsitzungen haben können«, sagt er. Das sei im vergangenen Jahr nicht möglich gewesen. »Wir treffen uns einmal die Woche montags und besprechen wichtige Themen und Projekte.«

Zu den aktuellen Aktivitäten gehören beispielsweise das Projekt »gesundekids«. »Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder zwischen drei und zwölf Jahren eine gesunde Ernährung genießen können. Da schmieren wir auch die Brote und helfen mit. Es ist bestimmt nicht so, dass wir nur Geld spenden und dann raus sind«, adressiert Thilo Neupert eines der bekannten Vorurteile.

Ein weiteres Projekt sind regelmäßige Klavierkonzerte für Bewohner von Seniorenheimen in Bad Vilbel oder Karben, die Finanzierung von Musikunterricht für Kinder des Kinderheimes Reinhardshofs aus Nieder-Erlenbach. In den vergangenen Jahren hat der Club rund 720 000 Euro für überwiegend lokale Projekte investiert.

»Das Geld kommt jedoch nicht nur von den Mitgliedern«, sagt Peter Ochs. Er ist im Vorstand für den sogenannten Gemeindienst und damit die Hilfsprojekte zuständig. »Es gibt Fundraising-Aktionen wie den jährlichen Spargelverkauf auf dem Niddaplatz, unseren Adventskalender oder einen Glühweinstand auf dem Bad Vilbeler Weihnachtsmarkt. Anders wäre das auch nicht stemmbar.«

Unterstützung im In- und Ausland

Einig sind sich die vier, dass es bei den Rotariern, um mehr geht, als nur finanzielle Hilfe. »Es sind echte Freundschaften entstanden. Andreas und ich haben uns bereits bei der Jugendorganisation Rotaract kennengelernt«, sagt Thilo Neupert. Der neue Präsident ergänzt: »Das Besondere ist, dass man als Rotarier bei jedem anderen Club willkommen ist.«

So weilte Freiling bereits in London, aber auch beim ersten Rotary-Club der Welt in Chicago. Besonders in Erinnerung geblieben ist dem neuen Präsidenten aber ein Treffen in Tokio. »1500 Leute gehören dem Club an, 800 waren da. Wir wurden vorgestellt. Es war eine ganz besondere Atmosphäre.«

Und sobald es international wird, kommen die vier Mitglieder ins Schwärmen, erwähnen die mehrere Jahre vom Club getragene Schulspeisung einer Mädchenschule in Kolumbien, die Unterstützung eines Kinderdorfes in Peru. Aber auch das Hochwasser 2013 im sächsischen Grimma ist allen in Erinnerung geblieben. »Wir haben ein Kulturzentrum unterstützt und hier in Bad Vilbel ein Benefizkonzert organisiert«, sagt Neupert. Es sei auch wichtig dort zu helfen, wo nicht genügend oder vielleicht weniger staatliche Hilfen ankommen.

Deshalb befinden sich die Rotarier in Bad Vilbel derzeit in Besprechungen, wie sie den Hochwassergeschädigten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz helfen können. »Wir sind in der Planung«, sagt Präsident Freiling.

Viel mitbekommen werden die meisten davon wieder nicht. »Uns geht’s aber auch nicht darum, uns dadurch ins Gespräch zu bringen, sondern den Menschen sinnvoll zu helfen.«

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