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Mit Mathe und Physik zu Hitradio FFH

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Jennifer Halefeldt an ihrem Arbeitsplatz bei Hit Radio FFH. Hier hat die freie Mitarbeiterin als Studien-Abschlussarbeit den Webradio-Kanal »Leider geil« kreiert. Dafür erhielt sie den 1. Preis. 	(Foto: cf)
Jennifer Halefeldt an ihrem Arbeitsplatz bei Hit Radio FFH. Hier hat die freie Mitarbeiterin als Studien-Abschlussarbeit den Webradio-Kanal »Leider geil« kreiert. Dafür erhielt sie den 1. Preis. (Foto: cf) © Christine Fauerbach

Karben/Bad Vilbel (cf). Von Medien ist die Karbenerin Jennifer Halefeldt seit frühester Jugend begeistert. Ihr Vater arbeitete im Rundfunkarchiv, die 22-Jährige selbst ist nun in einem Bereich aktiv, den es zu Zeiten, als ihr Vater Redakteur gelernt hat, noch gar nicht gab. Sie studiert Medieninformatik, dabei hat sie als Abschlussarbeit für FFH einen Webradio-Kanal programmiert. Was da genau passiert, erzählt sie der WZ.

Der Titel klingt flapsig, doch das Projekt ist durchaus ernst gemeint und hat beim privaten Radiosender schon gut eingeschlagen. »FFH – Leider geil« ist eine inzwischen prämierte Idee, mit der Jennifer Halefeldt aus Klein-Karben ihre Bachelor-Arbeit an der Technischen Hochschule Mittelhessen bestanden hat. Sie erhielt dafür die Note 1,0 und eine Auszeichnung für eine der besten Arbeiten an der THM. Ermutigt durch ihren Erfolg hängt die in Klein-Karben Aufgewachsene, die inzwischen in Petterweil wohnt, einen zweijährigen Master-Studiengang in Web-Entwicklung dran.

»Mein Vater war Redakteur im Deutschen Rundfunkarchiv, meine Mutter arbeitet freiberuflich als Korrektorin und layoutet Bücher, und mein Bruder Patrick (27) ist Web-Entwickler. Er arbeitet als Mediengestalter in Frankfurter Agenturen«, schildert sie den familiären Background.

Für ihre Abschlussarbeit machte die Studentin aus Karben ein dreimonatiges Praktikum bei Radio/Tele FFH in der Nachbarstadt. »Bei FFH konnte ich mein theoretisches Wissen anwenden. Die Arbeit beim Radiosender war für mich interessanter als die in einer Agentur. Während des Praktikums habe ich mich um das Funktionieren des Menüs der mobilen Internet-Seiten für Smartphones gekümmert.«

Monatelange Programmierarbeit

Über das Lob und Interesse der Studentin freut sich Radio/Tele FFH-Pressesprecher Dominik Kuhn: »Das Typische für FFH ist, dass wir alles selbst machen. Von der Technik über die Werbung bis zum Programm. Wir sind mächtig stolz auf die ausgezeichnete Abschlussarbeit von Jenny.«

Die inzwischen als freie Mitarbeiterin bei Hessens Radio-Marktführer Beschäftigte, hatte für ihre Abschlussarbeit nach dem Praktikum weitere drei Monate lang das neue Webradio programmiert. »Hinter dem Musik-Kanal steckt komplexe Programmierarbeit. Alles soll automatisiert laufen, die Votings selbstständig generiert und ausgewertet werden.

« Damit alles klappt, wie gewünscht, hauchte sie der von der Grafik entwickelten Oberfläche Leben ein. Und programmierte die Hintergrundlogik. »Die Musikredaktion legt die Titelauswahl fest, der Algorithmus entscheidet, welche Titel in welcher Reihenfolge auf der Liste angeboten werden. Ich habe Sprachelemente für eine kurze Ansage zwischen den Titeln programmiert, die erklären, wie das Abstimmen funktioniert. Und ich integrierte spezielle Signale, mit denen kurze Audio-Werbespots eingespielt werden können.«

Steht das Programm, funktioniert es ohne menschliches Zutun. »Das Einzige, was nachkonfiguriert wird, ist die Auswahl des Titelpools, welche die Musikredakteure zusammenstellen.«

An die komplexe Aufgabe, deren Ziel ein gut durchmischtes, interessantes Programm ist, habe sie sich »Schritt für Schritt herangetastet«. Sie habe zwar vom Sender ein grobes Gerüst, wie die Seiten aussehen sollten, erhalten, »aber ich konnte sie frei gestalten und habe dadurch Einfluss aufs Programm.«

Bereits als Schülerin hat Jennifer Halefeldt sich zuerst intensiv mit Bildbearbeitungsprogrammen und danach mit Programmen zur Gestaltung von Internet-Seiten wie Content Management Systeme (CMS) und der Programmiersprache für Computer Hypertext Markup Language (HTML) beschäftigt. »Dadurch habe ich mich bereits in der Schule für Web-Design interessiert. Der Studiengang an der THM bot mir eine ideale Mischung von allem. Viele hören beim Studiengang nur das Wort Medien und nehmen Informatik dahinter nicht mehr wahr. Gute Noten in Physik und Mathematik helfen bei der Bewältigung der Grundlagenmodule. Im Studiengang Medieninformatik wird die Theorie aus Software-Entwicklung und physikalischen Grundlagen gebildet. Weitere Schwerpunkte sind Video, Audio – beides ideal für eine Arbeit beim Fernsehen – und 3D, wichtig im Bereich Spiele-Entwicklung.«

In ihrem Semester blieben von vielen am Ende noch zehn Studenten übrig. »Ich möchte weiter in die Web-Richtung gehen. Der große Vorteil ist dabei, dass man die Früchte seiner Arbeit gleich sieht. Es erfolgt ein unmittelbarer Austausch mit den Hörern. Und eine ständige Kommunikation mit der Musik- und Online-Redaktion, den Grafikern, Werbern und weiteren Abteilungen.«

Wenn Jenny Halefeldt mal nicht in der Hochschule sitzt oder bei FFH aktiv ist, dann surft sie, zeichnet oder häkelt. Sie bearbeitet aber auch gerne Fotos.

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