Jörg Knör hat sein Porgramm aus Corona-Realität und 40 Jahren Bühnenkarriere zusammengebaut. FOTO: PRIVAT
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Jörg Knör hat sein Porgramm aus Corona-Realität und 40 Jahren Bühnenkarriere zusammengebaut. FOTO: PRIVAT

Der Mann mit den vielen Gesichtern

  • vonHanna von Prosch
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Bad Vilbel(hms). Jörg Knör kann es kaum erwarten: Nach sechs Monaten Corona-Pause hat er am Samstag, 1. August, um 19 Uhr endlich wieder einen Auftritt: Ausgerechnet vor Bad Vilbeler Publikum, mit dem er schon viele emotionsreiche Show-Abende verbrachte. Doch scheinbar üben sich die Bad Vilbeler noch in Zurückhaltung, denn viele Eintrittskarten seien noch nicht verkauft worden. Und so meldete sich Knör persönlich in der Redaktion - unüblich für bekannte Künstler, die normalerweise ein Management haben, das sich um die Bekanntmachung von Auftritten kümmert.

Die Krise traf ihn in den vergangenen Monaten extrem, sagt er. Der Mann, der von Rudi Carell entdeckt und mit 17 Jahren jüngster Fernsehansager wurde, einst Wum und Wendelin im "Großen Preis" seine Stimme lieh und 1998 für die Show "7 Tage 7 Köpfe" den Bambi erhielt, ist tatsächlich aufgeregt vor dem Neustart. "Es fühlt sich nach der langen Zwangspause alles etwas fremd an. Künstler brauchen das Publikum und den Applaus. Uns waren ja komplett die Hände gebunden", sagt er. "Erst dachte ich, es werde schon wieder weitergehen, doch dann stand alles auf der Stelle. Und schließlich geht es auch an die Existenz."

Doch der von Ideen sprudelnde Knör nutzte die Zeit: "Ich habe viel gekocht, mir Zeit für die Kinder genommen, eine neue Sneakers-Kollektion entworfen und natürlich meine Programme geschrieben. Nicht immer hin- und herreisen zu müssen, tat auch der Gesundheit gut", erzählt er.

Knör gilt als der Entertainer unter den Comedians: erfolgreiche Fernseh-Shows, pfiffige Bühnenprogramme, Themen, auf die er mit Augenzwinkern und Biss blickt. Kein Wunder also, dass Jörg Knör darauf brennt, sein Publikum wieder mit einem seiner zum Leben erweckten oder noch quicklebendigen Promis zu überraschen. Dass das Corona-Comeback in Bad Vilbel sein würde, war Zufall. So reist er mit seinem Techniker am Samstag erwartungsvoll von Hamburg nach Hessen.

Dabei sorgt er sich darum, dass noch zu viel Zurückhaltung bestehe, das Kulturangebot trotz Hygienemaßnahmen anzunehmen. "Mir selbst ist bewusst geworden, dass viele Dinge eben nicht selbstverständlich sind. Aber wir müssen doch Vertrauen in das Leben haben und lachen können." Knör will auf der Open-Air-Bühne in der Veranstaltungsreihe "Summer-Emotions" des Bad Vilbeler Eventtechnikers Daniel Schneider (diese Zeitung berichtete) ein wahres Feuerwerk seiner vielen Talente abbrennen.

Der Titel seines Programms "In 90 Minuten um die Promiwelt" verrate lange noch nicht alles. Denn Knör hat es aus Corona-Realität und Perlen aus 40 Jahren Bühnenkarriere zusammengebaut, reich an Musik, mit Show-Elementen auf dem Flatscreen, mit seinem Saxofon und seiner Staffelei. "Um zu zeichnen, muss ich nicht dicht an die Zuschauer herankommen. Das ist quasi Humor auf Distanz", kündigt er schmunzelnd an.

Als Gäste hat er Helmut Schmidt, Inge Meysel, Udo Lindenberg, Helge Schneider, Xavier Naidoo und viele andere in seinem Stimmgepäck. Ein wenig verrät er dann doch aus dem Programm: Lindenberg mit Rock’n’Roll-Rollator und Helmut Schmidt, der aus dem Himmel die Krise zu lösen versucht.

"In 90 Minuten um die Promiwelt" mit Jörg Knör findet statt am Samstag, 1. August, 19 Uhr (Einlass 17.30 Uhr), auf der Open-Air-Bühne am Dortelweiler Platz. Eintrittskarten gibt es im Internet unter www.summer-emotions.de oder an der Abendkasse.

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