Stadtwerke-Chef und Stadtrat Klaus Minkel hat am Sonntag Geburtstag. 	ARCHIVFOTO: KOP
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Stadtwerke-Chef und Stadtrat Klaus Minkel hat am Sonntag Geburtstag. ARCHIVFOTO: KOP

Der Macher muss kürzer treten

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Bad Vilbel (pe). Eigentlich hätte er längst im Ruhestand sein können. Und gewiss wäre mancher politische Gegner froh gewesen, Klaus Minkel würde es sich im Liegestuhl gemütlich machen. Doch das ist nicht sein Ding. Der CDU-Politiker ist eher ein Schaffer, ein Macher, jemand, der Projekte vorantreibt, wenn sie gut für seine Stadt sind, in der er seit einer gefühlten Ewigkeit lebt.

Und so hat er beileibe nicht daran gedacht, mit Erreichen der offiziellen Altersgrenze in den Ruhestand zu gehen. Das hätte er gewiss am 31. August 2009 tun können. Es war sein letzter offizieller Arbeitstag als Chef der Bad Vilbeler Stadtwerke. Aber was heißt für ihn schon offiziell. Dreißig Jahre hatte er bereits gearbeitet, als Stadtrat und Stadtwerke-Geschäftsführer.

Funktion war ihm weniger wichtig

Die Funktion war ihm dabei weniger wichtig als die Projekte, deren Realisierung er sich zum Ziel gesetzt hat. Weil das zum Teil richtig große Projekte waren, entschied er sich vor knapp elf Jahren dazu, weiterzumachen. Und zwar ehrenamtlich. Hin und wieder hat er sich in kleinem Kreis schmunzelnd als »Politrentner« bezeichnet. Damit hat er gewiss nicht gemeint, er sei ein Rentner, der im Ortsbeirat mal ein bisschen Kommunalpolitik macht. Vielmehr zieht er an entscheidenden Stellen in der Stadt noch immer die Fäden.

Die Projekte, bei denen er das Sagen hat, sind vielfältig. Aktuell beschäftigt er sich mit der Sanierung des Kurhauses, dem Bau einer Tiefgarage und der neuen Stadthalle mit angrenzendem Hotel und mit dem Kombibad, der Wund-Therme.

Zahlreiche große Projekte gestemmt

In der Vergangenheit haben die Stadtwerke unter Minkels Leitung etliche größere Projekte bewegt. So hat man das neue Rathaus in Dortelweil gekauft. Der Erwerb und die Sanierung des Woolworth-Gebäudes am Eingang zur Innenstadt, der Bau der Dreifeld-Zwillingshalle und der Dreifeld-Turnhalle auf dem Heilsberg, des Feuerwehrgerätehauses auf dem Heilsberg, der Bau des Feuerwehrgerätehauses in Gronau, Bau der Kita im Bürogebäude Brunnenkarree, der Bau der Kita in Massenheim mit Bürgertreff und der Bau des sehr großen Kindergartens im künftigen Quellenpark wurde für die Stadt durch den Immobilienbetrieb der Stadtwerke betreut, den Minkel vor rund 26 Jahren ins Leben gerufen hatte.

Auch die neue Stadtmitte mit Büchereibrücke und dem Niddaplatz hat der Politiker maßgeblich mit vorangetrieben. Übrigens gegen erbitterten Widerstand vieler Bürger. Heute erweisen sich die neue Bücherei, das integrierte Café und der Platz in der Mitte als Publikumsmagneten.

Längst haben die damaligen Gegner des Großprojektes, die sogar ein - letztlich erfolgloses - Bürgerbegehren initiiert hatten, Frieden damit geschlossen. Die Stadtwerke sind auch als Bauträger für Wohnungen aufgetreten. So haben sie 73 neue und preisgünstige Wohneinheiten in Dortelweil-West fertiggestellt. Zwischen Golfplatz und Friedhof in Dortelweil wollen sie weiteren preisgünstigen Wohnraum bauen.

Drei Erkältungen nicht auskuriert

Minkel arbeitet als ehrenamtlicher Stadtrat für die Stadt mit den Dezernaten Gartenamt, Liegenschaft und besondere Projekte, als ehrenamtlicher Werkleiter des Immobilienbetriebes und als ehrenamtlicher Geschäftsführer des Versorgungsbetriebes. Seine Funktionen bringen es mit sich, dass er auf politischer Bühne angegriffen wird. Seinen politischen Gegnern, vor allem den Grünen, gibt er gerne und im Klartext Kontra. Auch dafür ist Klaus Minkel bekannt und deshalb auch bei vielen umstritten.

Die vielen Projekte bedeuteten viel Arbeit. Der »Politrentner« hat sich nicht geschont, hat seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt, als er im März schwer erkrankte. Kurz vor seinem 72. Geburtstag, den er an diesem Sonntag begeht, ist er selbstkritisch, wenn er sagt, er habe seinen »Absturz« selbst verschuldet, weil er dreimal eine nicht auskurierte Erkältung wegen der Arbeit übergangen habe. Nun haben ihm die Ärzte verordnet, kürzer zu treten und im Homeoffice zu arbeiten.

Als wir ihn nach einem Wunsch anlässlich seines Geburtstages gefragt haben, hat er geantwortet: »Ich wünsche mir Kraft, Schaffenskraft, damit ich gut für die Stadt abschließen kann.«

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