Es läuft nicht auf der L3008

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Morgens um halb acht ist es noch nicht ganz hell. Im Bad Vilbeler Stadtteil Gronau ist der Straßenverkehr in diesen Momenten erträglich. Es fahren zwar eine Menge Autos auf der Durchgangsstraße, aber es staut sich nicht. "Vorführeffekt", meint Ortsvorsteher Karl Peter Schäfer (CDU). Außerhalb des Orts, beim Abbiegen auf der L3008, sieht es anders aus. Die Autos fädeln sich im Reißverschlussverfahren ein, bewegen sich nur langsam in Richtung Brunnenstadt.

Morgens um halb acht ist es noch nicht ganz hell. Im Bad Vilbeler Stadtteil Gronau ist der Straßenverkehr in diesen Momenten erträglich. Es fahren zwar eine Menge Autos auf der Durchgangsstraße, aber es staut sich nicht. "Vorführeffekt", meint Ortsvorsteher Karl Peter Schäfer (CDU). Außerhalb des Orts, beim Abbiegen auf der L3008, sieht es anders aus. Die Autos fädeln sich im Reißverschlussverfahren ein, bewegen sich nur langsam in Richtung Brunnenstadt.

Bürger, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen, haben sich bei der WZ über den morgendlichen Stau beschwert. Aber auch bei Ortsvorsteher Schäfer bringen die Gronauer den Straßenverkehr oft zur Sprache. Er findet dies zwar schwierig, kann ihnen aber nur sagen: "Wir sind abhängig von der Gesamtinfrastruktur."

20500 Autos täglich

Ein Ortstermin mit dem Ersten Stadtrat und Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU) und dem Ortsvorsteher gibt Aufschluss. Die beiden stehen an der Bad Vilbeler Straße, betrachten die innerörtliche Situation. Wysocki hat selbst mal in Gronau gewohnt, wie er erzählt. "Und zwar in der Nähe des Kreisels."

Bis dorthin habe sich morgens der Rückstau des Berufsverkehrs gebildet, beschreibt es der 34-Jährige: "Ein nicht unerheblicher Teil von Verkehr kommt von Niederdorfelden über die Neue Straße in Gronau, fährt über den Kreisel die Bad Vilbeler Straße hoch, auf die Kreisstraße und dann auf die L3008 nach Bad Vilbel."

Die Stadt habe bereits ein beschränktes Durchfahrtverbot in Gronau zu erlassen, dies sei rechtlich allerdings nicht möglich. Wie der Erste Stadtrat weiter schildert, gab es 2018 Verkehrszählungen an der L3008. Zwischen Dottenfelder Hof und Gronau sind demnach pro Werktag 20 500 Autos unterwegs, zudem 640 Lastwagen pro Tag, inklusive Wochenende. Laut Ortsvorsteher Schäfer (CDU) hat eine Zählung in Gronau werktäglich 7000 Fahrzeuge registriert. "Heute ist es entspannt", sagt er. Anders sehe es montags oder im November aus. "Im November haben die wenigsten Menschen Urlaub", erklärt Wysocki. Die Stadt tue, was in ihrer Macht steht. "Wir wollen die Ampelschaltungen auf der Büdinger Straße optimieren, um den Verkehrsfluss zu verbessern", nennt der Erste Stadtrat ein Beispiel. Zudem habe die Stadt 2008 die Nordumgehung vorfinanziert.

"Wir machen uns sicherlich auch Gedanken, die Infrastruktur von Fahrradwegen zu verbessern, aber das löst das Stauproblem auf der L3008 nicht. Die Problemlösung muss auf einer Ebene drüber stattfinden, es ist eine Aufgabe des Landes", sagt Wysocki. Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und seine Behörden seien gefordert, sich Gedanken zu machen.

Wichtig sei der weitere Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, erklärt Schäfer: "Die Zunahme des Verkehrs in den Rhein-Main-Kommunen ist gewachsen, die Infrastruktur allerdings nicht in demselben Maß." Der Fahrplan der Niddertalbahn sei zwar ausgeweitet worden, was einiges bewirkt habe. "Wir brauchen aber auch dort mehr Kapazität."

ÖPNV-Ausbau soll helfen

Wysocki geht auf die Machbarkeitsstudie des RMV zur Niddertalbahn ein (siehe Info-Box). "Es geht darum, wie man die Niddertalbahn leistungsfähiger machen kann." Das Ziel: mehr Züge auf die Bahnstrecke zu bringen. "Aus unserer Sicht ist das eine wichtige Alternative zum Auto, weil es eine wunderbare direkte Verbindung ist." Und an der Main-Weser-Strecke, die über Bad Vilbel führt, wolle die Bahn ein drittes und viertes Gleis bauen. Wie Schäfer ergänzt, seien in dieser Sache die letzten Gerichtsurteile gefallen, wonach der Ausbau endgültig erfolgen könne. "Das waren positive Nachrichten. Und das ist der Punkt, der insgesamt für uns wichtig ist. Dass wir mehr Kapazität im Öffentlichen Personennahverkehr schaffen müssen. Sonst ersticken wir im Verkehr."

Fürs Foto positionieren sich beide neben der Landstraße, wo sich Auto an Auto reiht. Wysocki sagt: "Wenn der Riederwaldtunnel fertig ist, erhoffen wir uns auch eine Verkehrsentlastung." Früher war es innerörtlich übrigens nicht besser in Gronau. Denn die heutige Bad Vilbeler Straße war ehemals die L3008, bevor 1979 die Umgehungsstraße zur Verfügung stand. "Hier ist der ganze Verkehr durchgegangen. Da war im Ort ein ganz anderes Remmi-Demmi", sagt Schäfer.

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