Im Vordergrund des Projekts: André Holzdörfer, Tobias Langheinrich, Dietmar Danneberg und Jens Völker gestalten den Heilsbergkreisel neu. FOTO: NIKLAS MAG
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Im Vordergrund des Projekts: André Holzdörfer, Tobias Langheinrich, Dietmar Danneberg und Jens Völker gestalten den Heilsbergkreisel neu. FOTO: NIKLAS MAG

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Kreisel bekommt neues Outfit

  • vonNiklas Mag
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In wenigen Wochen soll der große Kreisel auf dem Bad Vilbeler Heilsberg oberen Ende der Frankfurter Straße in neuem Licht erstrahlen. Blau soll aus Frankfurt kommenden Autos gleich vor Augen führen, dass sie sich nun in der Quellenstadt befinden. Doch auch insektenfreundlicher soll der neue Kreisel werden.

Die Verantwortlichen können den Kreisel an diesem Morgen nur skeptisch beäugen, viel mehr ist nicht zu tun. Denn der Regen der vergangenen Tage hat Erde und Kies in einen kleinen Sumpf verwandelt. "Wenn wir da jetzt mit dem Bagger reinfahren, ist die ganze Straße voll", sagt Tobias Langheinrich von der Firma OBS Staude. Elektriker Dietmar Danneberg, Stadtmitarbeiter André Holzdörfer und der Stadtverordnete und Organisator des Kreiselumbaus, Jens Völker (CDU), können nur beipflichten.

Doch auf einige Tage mehr oder weniger soll es nun auch nicht mehr ankommen. Jens Völker freut sich, dass der Heilsbergkreisel nun endlich ein neues Antlitz erhält: "2012 wurde der Kreisel so gemacht, wie er jetzt ist", erzählt er. Sieben Säulen stehen erhöht in der Mitte des Kreisels, drei Rampen neigen sich zu den Rändern. Doch zum größten Teil besteht das alte Design aus Kies. "Das ist einfach in die Jahre gekommen, das macht man heute nicht mehr so", sagt Völker. Vor acht Jahren seien große Kiesflächen möglicherweise verbreitet gewesen, doch haben bereits mehrere Bundesländer Kiesgärten sogar verboten, da diese ökologisch gesehen wenig Sinn ergeben.

Der Lavendel, der ursprünglich hier angepflanzt war, sei längst kaputt gegangen, zählt Völker auf. "Damals war sogar vorgesehen, dass ein Künstler ein Kunstwerk in die Mitte des Kreisel stellen kann, doch da hatte sich nie jemand gemeldet." Der Kies solle nun insektenfreundlichen Pflanzen weichen, am grundlegenden Design wollen Jens Völker und Dietmar Danneberg nun wenig ändern.

Gegen weiteren Brunnen

Neben dem Anpflanzen von Pflanzen und Blumen soll das Lichtkonzept den Kreisel maßgeblich aufwerten. "Ich musste hier mal eine der Leuchten austauschen, aber es war kein Ersatz zu bekommen. Deshalb habe ich aus der Not eine stahlblaue Leuchte eingesetzt", schildert der Elektriker. "Eigentlich eine sehr unbeliebte Farbe, doch uns fiel auf, wie gut das die Säule in Szene gesetzt hat."

Auch in Zukunft sollen die mit Steinen gefüllten Säulen die aus dem Boden schießenden Quellen in Bad Vilbel symbolisieren, nun aber bestrahlt mit blauem Licht. Doch soll auch die angesprochene Neubepflanzung mehr Farbe ins Spiel bringen. "In Absprache mit Grünflächenamtsleiter Ronald Agel kommen blühende Stauden auf die großen Flächen. Auf die drei erhöhten Arme in der Mitte des Kreisels pflanzen wir blaue Blumen, um den Flusslauf der Nidda darzustellen", beschreibt Jens Völker. Weiterhin sollen Bodendecker in den Farben orange, rot und gelb das Ensemble im Kreisel abrunden.

"Das wird sich zu dem Flusslauf gut abheben", sind sich die vier Männer sicher. Lava-Steine aus der Eiffel werden für Abgrenzungen verwendet. "Die Stadt übernimmt die Pflege und die Pflanzung", so Völker. Die Aussage dieses Kreisels, der direkt an der Stadtgrenze zu Frankfurt liegt, solle durch das neue Design unterstrichen werden.

"Bad Vilbel ist Wasserstadt und das ist hier ganz wichtig", ergänzt Danneberg. Bewusst habe man sich allerdings gegen einen weiteren Brunnen entschieden. Denn, so die Begründung, schließlich stehe der nächste bereits wenige hundert Meter weiter, nämlich am Südbahnhofskreisel. "Mit den Säulen haben wir hier sozusagen einen Trockenbrunnen." Wenn sich das Wetter wieder bessert, sollen die Arbeiten weitergehen, Ende Oktober, so der Zeitplan, könnte der Umbau dann geschafft sein.

Die Stadt Bad Vilbel gibt sich mit der Gestaltung ihrer zahlreichen Kreisel viel Mühe. Erst 2016 wurde am Viadukt der Ziegeleikreisel eröffnet. Diesen schmückt ein Teil des alten Schornsteins der gesprengten ehemaligen Massenheimer Ziegelei. An der B 3-Auffahrt in Massenheim ziert seit vergangenem November ein alter Kollergang einen Kreisel. Auch dieser erinnert an die Ziegeleitradition im Bad Vilbeler Stadtteil. nma

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