Bad Vilbel

Kreis unterstützt Bewerbung für Hessentag

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
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Der Wetteraukreis unterstützt die Bewerbung Bad Vilbels für den Hessentag 2020. Auch die Nachbarstädte sollen etwas vom großen Volksfest haben. Was genau, das dürfte für Diskussionen sorgen.

Eine wichtige Überlegung in den Arbeitskreisen zur Planung des Hessentags 2020 in Bad Vilbel sei auch die Lenkung der Besucherströme mittels des ÖPNV. »Autos von auswärtigen Besuchern wollen wir aus der Stadt heraushalten«, hat man sich in den Arbeitskreisen überlegt. Aber wohin mit den Tausenden von Autos und Bussen, die zu dem zehntägigen Fest anrollen werden? Die Grundidee Bad Vilbels: Einerseits an den Stadtrand, nach Gronau, andererseits in die Nachbarkommunen. »Bei den Parkplätzen stellen wir uns eine Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen vor«, sagt Schwander zur WZ.

Autos sollen in Karben parken

Dabei hat man Karben ebenso im Sinn wie etwa Nieder-Erlenbach. Und in Gronau will man landwirtschaftliche Flächen ankaufen und in Großparkplätze verwandeln. Die Idee scheint für die Verantwortlichen verlockend zu sein: Die Hessentagsbesucher parken in Karben und fahren dann mit der S 6 nach Bad Vilbel, oder sie stellen ihre Autos in Nieder-Erlenbach ab und fahren mit der Buslinie 65 in die Brunnen- und Festspielstadt. »Von Gronau aus können die Besucher sogar zu Fuß zum Hessentag gehen.«

Bürgermeister Guido Rahn sagt, es habe seitens der Stadt Bad Vilbel erste Anfragen gegeben, um eine mögliche Zusammenarbeit bei einer erfolgreichen Bewerbung für den Hessentag 2020 mit der Stadt Karben zu besprechen. Bislang seien aber noch keine Detailgespräche geführt worden. »Sollte die Bewerbung Erfolg haben, wird es zu einer Zusammenarbeit sicherlich Gespräche geben. Wir werden in diesem Fall natürlich unsere Nachbarstadt unterstützen soweit das für uns möglich ist«, so Rahn zur WZ. Bewerbungsunterlagen erst im Sommer fertig Die Bad Vilbeler Arbeitskreise hätten diese und andere Fragen sehr ausführlich diskutiert, sagt Schwander. Des sei auch der Grund, warum die Bewerbungsunterlagen später als geplant in Wiesbaden abgegeben werden sollen. Ursprünglich war Mitte Mai vorgesehen, jetzt wird es »bis zu den Sommerferien« sein, die am 3. Juli beginnen. »Gründlichkeit geht für uns vor Schnelligkeit«, sagt der Stadtsprecher. Man werde in Wiesbaden ein »aussagefähiges Konzept« vorlegen. Dazu gehöre ein Finanzierungskonzept. Die Planer in der Verwaltung haben von der Stadtverordnetenversammlung die Vorgabe bekommen, dass der Zuschuss aus der Stadtkasse bei einem Defizit nicht mehr als 3 Millionen Euro betragen dürfe.

Sollte die Stadt Bad Vilbel im Herbst von der Landesregierung den Zuschlag erhalten – und danach sieht es im Moment angesichts fehlender Konkurrenz aus –, dann würde sich der Wetteraukreis mit einer halben Million Euro beteiligen. Die Gelder sollen nach Angaben von Kreissprecher Michael Elsaß in den Jahren 2018 und 2019 fließen. Drei Jahre hintereinander habe der Kreis keinen defizitären Haushalt mehr, man sei aus dem Rettungsschirm heraus. Deshalb sei diese großzügige Unterstützung möglich. Auch der Hessentag in Butzbach sei damals unterstützt worden, betont Elsaß.

Der Wetteraukreis sende somit ein klares Signal Richtung Wiesbaden. »Wir unterstützen Bad Vilbel nicht nur ideell, sondern auch finanziell mit 500 000 Euro im Falle einer Zusage seitens der Landesregierung«, sagt Landrat Joachim Arnold. Der Kreis erwarte sich nicht nur Impulse für die städtische Entwicklung in Bad Vilbel, »sondern auch wertvolle Impulse für die ganze Wetterau«, begründet er. Der Hessentag sei eine glänzende Gelegenheit, die Stadt und die Region zu präsentieren »und die Schönheit und Vielfalt unserer Kulturlandschaft in Szene zu setzen«.

Das findet man auch in Bad Vilbel, und deshalb hat man sich dort das Motto erdacht: »Hessentag im Grünen«.

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