Koalition speckt FDP-Antrag ab

  • Holger Pegelow
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Bad Vilbel (pe). FDP-Fraktionsvorsitzender Erich Schleßmann ist am Donnerstagabend im Haupt- und Finanzausschuss auf wohlwollende Kolleginnen und Kollegen der großen Koalition aus CDU und SPD sowie den Grünen gestoßen. Denn eigentlich fanden die anderen seinen Antrag zur John-F.-Kennedy-Schule nicht so recht zustimmungswürdig. Schließlich gehen die Liberalen davon aus, dass der Schule eine Zerstückelung drohe.

Wie berichtet, plant der Wetteraukreis die angeblich temporäre Auslagerung von zwei Klassen der Haupt- und Realschule an die Brunnenschule. Die frühere Sonderschule steht seit geraumer Zeit leer, seit es integrativen Unterricht gibt und die früheren Sonderschüler in anderen Schulen unterrichtet werden. Hintergrund ist, dass der Schulträger Wetteraukreis von einer deutlichen Zunahme der Schülerzahlen an der Saalburgschule ausgeht, die sich das Gelände mit der Kennedy-Schule teilt. Die FDP setzt sich »für den Erhalt und einen angemessenen Ausbau der Kennedy-Schule« ein, wie es dieser Tage in einer Pressemitteilung heißt. Einer Zerstückelung der Schule werde ausdrücklich widersprochen.

Stadt müsse Aufteilung stoppen

Schleßmann brachte den Antrag in den Ausschuss ein und meinte, die Stadt sei zwar nicht Schulträger, aber der Magistrat solle beim Wetteraukreis darauf hinwirken, dass die »Aufteilung der Schule auf zwei Standorte« verhindert werde. Zudem gebe es seitens der Kreises keinen Schulentwicklungsplan und keinerlei konkrete Zahlen, was die Entwicklung der Saalburgschule angehe. Auch wenn es unbestreitbar viele Zuzüge nach Bad Vilbel in nächster Zeit geben werde, sei noch nicht sicher, dass diese Kinder alle die Saalburgschule besuchen würden.

Hilfreich erschien, dass an diesem Abend auch Karl Peter Schäfer (CDU) anwesend war. Er ist nicht nur Mitglied dieses Ausschusses der Bad Vilbeler Stadtverordnetenversammlung, sondern auch ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter. Gehört also quasi der Regierung des Wetteraukreises an. Deshalb wies er in der Debatte den Vorwurf der FDP zurück, die Schule werde zerstückelt. Zudem verwies er auf eine Präsentation des Kreises vom Juli, in der im Kreisausschuss Zahlen und Daten zur Entwicklung der Schulen genannt worden seien.

Es gehe darum, der Kennedy-Schule ausreichend Schulraum zur Verfügung zu stellen. Deshalb gebe es das »Angebot« des Schulträgers, Räume in der Brunnenschule zur Verfügung zu stellen. »Das ist eine rein temporäre Maßnahme. Der Kreis hat dafür schon Räume vergrößert und umgebaut«, informierte Schäfer. Zudem könne man den Campus von Kennedy- und Saalburgschule »nur zusammen denken«, riet der Kreisbeigeordnete und Stadtverordnete.

Ausbau der Schule gefordert

Schäfer ging zudem weit zurück: Obwohl die pädagogischen Konzepte heutzutage völlig andere seien, habe es solche Situation schon einmal gegeben. In den 70er-Jahren seien Kinder der siebten und achten Klassen der Kennedy-Schule schon einmal in der Brunnenschule unterrichtet worden.

Schäfer schlug der Koalition einige Änderungen in dem Antrag der FDP vor. So wollte die Koalition in den Satz »Einer Zerstückelung der JFK auf verschiedene Standorte wird eindeutig widersprochen« das Wort »dauerhafte Zerstückelung« einfügen.

Zudem wird in dem FDP-Antrag eine »bauliche Erweiterung« der JFK gefordert, wobei das »baldige« gestrichen wurde. Gestrichen wurde auch die FDP-Forderung, der Magistrat möge sich »intensiv« schon bei den Vorarbeiten für einen neuen Schulentwicklungsplan einbringen. Schleßmann zeigte sich mit dem solchermaßen abgespeckten Antragstext einverstanden. Deshalb wurde er einstimmig beschlossen. Fortsetzung dürfte in der Stadtparlamentssitzung am 28. September folgen.

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