Stefan Emmerich (l.) und Heiko Straub möchten mit ihren Nachbarn in einen Dialog mit der Stadt Bad Vilbel treten. Derzeit sei die Unsicherheit bei den Anwohnern groß. FOTO: NIKLAS MAG
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Stefan Emmerich (l.) und Heiko Straub möchten mit ihren Nachbarn in einen Dialog mit der Stadt Bad Vilbel treten. Derzeit sei die Unsicherheit bei den Anwohnern groß. FOTO: NIKLAS MAG

Vilbeler Martin-Reck-Straße

Knöllchen sorgen für Verunsicherung

  • vonNiklas Mag
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In der Martin-Reck-Straße in Bad Vilbel herrscht Verunsicherung bei den Anwohnern. Seit Jahrzehnten parken sie ihre Autos hier mit zwei Reifen auf dem Bürgersteig, da dieser sehr breit ist. Nun erreichte die Bewohner eine Welle von Strafzetteln.

W er in der Martin-Reck-Straße nach einem Parkplatz sucht, dem geben die eigenen Autofahrer-Instinkte gleich zu verstehen, dass es sicherer ist, sich auf einen Teil des Bürgersteigs zu stellen statt auf der schmalen Straße zu stehen. Legal ist das Parken auf dem Bürgersteig jedoch nicht. "Man darf hier nur auf der Straße parken. Aber im Prinzip geht das kaum, ohne den Verkehr zu behindern", weiß Stefan Emmrich, der in der Straße wohnt. Gemeinsam mit seinem Nachbarn Heiko Straub bereitet Emmrich eine Unterschriftenliste vor; 40 der gut 130 Anwohner der umliegenden Straßen haben seit Sonntag unterschrieben.

"Die Bürgersteige sind breit genug, dass 1,20 Meter frei bleiben können, auch wenn Autos darauf stehen. Das hat den Vorteil, dass auch größere Fahrzeuge die Straße problemlos passieren können und zudem auf beiden Seiten der Straße Autos parken können", ergänzt Straub. Das "legale Parken" führe dazu, dass viele der Anwohner sich in umliegenden Straßen Parkplätze suchen müssten. Ein Problem, das es eigentlich nie gegeben habe, werde damit verlagert. "Das Parken auf dem Bürgersteig wurde in den vergangenen Jahrzehnten auch eigentlich immer geduldet. Warum jetzt auf einmal eine Flut von Strafzetteln kam, ist uns nicht ganz klar", sagt Emmrich.

Anwohner: Problem wird verlagert

"Uns geht es nicht darum, dass wir uns über die Strafzettel ärgern. Die bezahlen wir, das ist keine Frage." Doch verursache das Parken auf der Straße mehr Probleme als es löse. "Und das sorgt bei uns momentan für Unsicherheit. Wenn ich auf dem Gehweg stehe, muss ich mit dem nächsten Strafzettel rechnen? Doch was, wenn ich auf der Straße parke und jemand stellt sich so gegenüber, dass ein Feuerwehrauto nicht mehr hindurch passt? Wir wünschen uns einfach eine klare Regulierung, die der Straße angemessen ist."

Die Unterschriftenliste solle die Stadt auf die Dringlichkeit des Problems aufmerksam machen. "Ich habe recherchiert, und das Verkehrszeichen 315 wäre möglicherweise eine gute Sache." Es erlaubt das Parken auf dem Gehweg, wenn Fahrzeuge weniger als 2,8 Tonnen wiegen und damit keine Schachtdeckel oder Ähnliches versperren. Die Anwohner betonen, sie würden keinesfalls die Stadt oder das Verhalten der Ordnungsbehörden anprangen, man wünsche sich lediglich einen Dialog darüber, wie das Parken in und rund um die Martin-Reck-Straße künftig geregelt werden kann.

Auf Anfrage dieser Zeitung heißt es vonseiten der Stadt: "Die Kontrollen in der Martin-Reck-Straße erfolgten durch die Landespolizei, sodass wir als Stadt hierauf keinerlei Einfluss hatten und haben. Rechtlich sind die Kontrollen und insbesondere die Ahndung der Vergehen auch nicht zu beanstanden, denn der Gesetzgeber schreibt vor, dass Autos nur dann halbseitig auf dem Bürgersteig parken dürfen, wenn dies explizit gestattet ist. Dies ist in der Martin-Reck-Straße nicht der Fall."

Rathaus offen für Lösung

Doch signalisiert man im Rathaus Bereitschaft, eine Lösung zu suchen: "Eine Erlaubnis zum entsprechenden Parken kann auch nur dort erteilt werden, wo die Bürgersteige eine gewisse Breite aufweisen. Diese Mindestbreite ist festgelegt." Ob diese Breite in der Martin-Reck-Straße vorhanden ist, werde nun geprüft. Stelle man nach Prüfung der Vorschriften und der Umgebung fest, dass es Maßnahmen gebe, die hier helfen könnten, würde man diese den Anwohnern vorstellen. "Da wir uns jedoch noch in einer Frühphase der internen Gespräche befinden, können wir hier keinen Zeithorizont angeben."

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