Engagierte Müllsammler (v. l.): Elin, Emra, Milla und Marlene bekommen für ihren Arbeitseinsatz ein dickes Lob von den Betreuern. FOTO: FAUERBACH
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Engagierte Müllsammler (v. l.): Elin, Emra, Milla und Marlene bekommen für ihren Arbeitseinsatz ein dickes Lob von den Betreuern. FOTO: FAUERBACH

Kinder sammeln Müll an der Nidda

  • vonChristine Fauerbach
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Bad Vilbel(cf). Bereits eine Stunde nach Beginn ihrer Sammelaktion rund um die Wiese am Kurparkweiher haben die 15 Mädchen und Jungen zwei Müllsäcke mit Abfall aller Art gefüllt. Zu ihren Fundstücken gehören Zigarettenkippen, Plastik- und Glasfaschen, Papier- und Plastiktüten, Getränke- und Zigarettenpackungen, Werbeflyer, Parktickets und vieles mehr. "Am Schlimmsten ist es rund um Mülleimer und Parkbänke herum", bilanziert Bärbel Kühn. Die Teamleiterin der AWO-Schülerbetreuung an der Stadtschule und Betreuer André Elsner sind im Rahmen des dreiwöchigen Ferienangebotes mit den Kindern unterwegs. Es steht unter dem Motto "Spaß haben und etwas dazulernen".

Geplant waren "Putztage" im Vilbeler Wald. Da der Eichenprozessionsspinner warm-trockenes Klima bevorzugt und sich immer stärker im Wald ausbreitet, wurde das Vorhaben verworfen. So wurde die dreitägige, jeweils fünfeinhalb Stunden dauernde Müllsammelaktion an die Nidda-Uferböschung und die Kurparkwiesen rund ums Kurhaus verlegt. Die Bauhofmitarbeiter unterstützen die Müllsammmler mit Zangen und Müllsäcken. Ein dickes Lob für ihren Arbeitseinsatz gibt es von den Betreuern für Elin (9), Emra (7), Milla (7) und Marlene (8). Das Quartett macht konzentriert und voller Eifer Jagd auf den Müll in der Natur. Milla und Emra gefällt der Arbeitseinsatz im Kurpark und an der Nidda. Ihre Bilanz lautet: "Es ist aber etwas anstrengend."

Besuch bei Naturfreunden

Der siebenjährige Leonard findet fast im Sekundentakt im Gras Zigarettenkippen. Sirin, Leo und Leonhard entdecken in den Büschen die zu den Kippen gehörenden Verpackungen. Daniel findet viele Flachmänner. Simon und Leo eine Packung Kümmerling und eine große Flasche Schnaps. "In den kleinen Flaschen sind in zwei noch Reste drin", stellen sie fest.

Simon findet die Aktion gut, aber "es ist nur etwas anstrengend in der Sonne." Deshalb werden Ruhepausen im Schatten eingelegt. Und damit der Spaß trotz des vorbildlichen Umweltbewusstseins nicht zu kurz kommt, werden alle Spielplätze aufgesucht.

In der letzten Woche besuchten die Sieben- bis Elfjährigen unter anderem den Dottenfelderhof. In den kommenden Wochen steht ein Besuch bei den Bienenstöcken der Naturfreunde an sowie eine Wanderung entlang der Nidda. Am Ende eines Tages gibt es für jeden ein Belohnungseis und zum Abschluss der Ferienbetreuung ein Pizza-Essen.

Insgesamt 17,5 Kilogramm Abfall haben die jungen Engagierten in drei Tagen gesammelt. An die Mitbürger appellieren die Kinder, ihren Abfall in die Papierbehälter und nicht auf die Wiese, in die Büsche oder in die Nidda zu werfen. Eklig finden sie auch, dass Hundehalter ihre Vierbeiner auf den Wiesen, auf denen Kinder spielen oder sitzen, Gassi führen.

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