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Kerbeburschen gehen auf »spannende Zeitreise«

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Bad Vilbel (cf). Der Countdown für die 44. Gronauer Zeltkerb läuft auf Hochtouren – am Samstagnachmittag geht es los. Auf dem Festplatz und im Saal des Feuerwehrgerätehauses wird kräftig an- und zugepackt, damit die Gronauer und ihre Gäste aus der Region drei Tage lang ausgelassen feiern können. Die Kerb beginnt am 28. August und endet am Montag, 30. August.

Die Vorbereitungen für die 20 Gronauer Kerbeburschen begannen bereits im März. Da wurden beim Treffen in der Kellerbar von Ehrenkerbebursch Sascha Empter die drei Neuzugänge David Ahäuser (18), Christian Schmidt und Robin Laupus (beide 16) in den Reihen der Aktiven willkommen geheißen.

Anfang dieser Woche begannen dann die Schausteller mit dem Aufbau auf dem idyllisch zwischen Nidder und Nidda gelegenen Festplatz. Schießhalle, Autoscooter, Kinderkarussell, Entenangel- und Süßwarenstand, das Festzelt, in dem 1000 Besucher Platz finden, und der Schwenkgrill wurden aufgebaut.

Beim Aufstellen der Tische, Bänke, Theke und der Geräte packt Chef Eddy Hausmann kräftig mit an. Der in der Region bekannte Unternehmer in fünfter Generation aus Waldorf ist ein großer Fan der Gronauer und ihrer Kerb. Und des Programms der Kerbeburschen. »Hier kennt jeder jeden. Alle feiern die Kerb, deren Besuch Ehre und zugleich Pflicht für alle Gronauer ist. Und das Programm der Kerbeburschen ist jedes Jahr toll. Wie gut sie sind, haben sie beim ›Abend der Vereine‹ auf dem Vilbeler Markt gezeigt. Ich bin schon auf das neue Programm gespannt«, sagte Hausmann, um dann wieder seinen Mitarbeitern Dejan Ledesic und Nicki Pfeifer beim Aufstellen der schweren Kühltruhen behilflich zu sein.

Damit heute ab elf Uhr die Herzen der Gronauer wieder ganz im Takt der traditionellen Kerb schlagen, sind die 20 Kerbeburschen aktiv. Sie haben alle Kulissen gebaut und ihnen mit Farbe und Pinsel den letzten Schliff gegeben. Zum ersten Mal seit vielen Jahren wurden die Kulissen nicht mehr in der Scheuer von Albert und Peter Arnold in der Bachwiesenstraße, sondern in der Scheune von Bernd Laupus in der Kirchstraße, dem Opa von Neuzugang Robin Laupus, gebaut. »Wie immer haben wir alle zusammen fleißig gewerkelt und gebastelt, denn unsere Bühne soll an allen drei Kerbtagen wieder ein Hingucker sein«, sagte Tobias Ziese.

Zuletzt täglich geprobt

Seit Anfang August wurde fast täglich für die drei Shows geprobt. Damit die Proben ungestört ablaufen können, haben sich die 16 bis 27 Jahre alten Kerbeburschen den Saal im Feuerwehrgerätehaus reserviert. »Wir machen alles selbst. Wir entwickeln die Geschichten, schreiben Dialoge und Liedtexte, entwerfen die Choreografie und bauen die Kulissen«, berichten die Kerbeburschen.

Wie immer ist das Programm eines der best gehüteten Geheimnisse in Gronau. Für die WZ umschrieben sie die Inhalte ihrer drei Shows. Am Samstagabend erwarte die Besucher eine fetzige Show, deren Mischung sich an alle Generationen richte. Am Sonntagabend nehmen die 20 Darsteller ihre Zuschauer mit auf eine Zeitreise voller Wagnisse, Abenteuer, Heldenmut und Tollkühnheit. Und am Montagabend dürfen sich die Besucher auf »einen spaßigen Ausflug für die ganze Familie« freuen. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. »Wir Kerbeburschen sind stolz auf unser neues, bahnbrechendes Programm. Wir wollen jedes Jahr für unsere vielen Fans ein bisschen besser werden«, so Ziese.

Für die 20 jungen Männer begann die Kerb bereits gestern. Sie fuhren in den Stadtwald, um kleine Birkenbäumchen zu holen, diese mit bunten Bändern zu schmücken und in den Gronauer Straßen aufzustellen. Abends wurden die letzten Handgriffe am Festzelt erledigt. Heute geht es erneut mit einem Konvoi aus Traktorgespannen und Feuerwehr-Begleitfahrzeugen in den Wald. Dort suchen die Burschen den Kerbbaum, eine Birke, aus, um ihn eigenhändig zu fällen. Dann fahren sie zu Marie Schmidt in die Neue Straße. Dort wartet die von mehreren Müttern hergestellte und ausstaffierte Kerblies auf die Burschen.

Mit ihr geht es zum Festzelt, wo der Kerbbaum aufgestellt wird und die Lies zum ersten Mal auf ihrem Thron Platz nimmt. Um 20 Uhr eröffnet Ehrenkerbebursch Dr. Thomas Stöhr gemeinsam mit den 20 aktiven und 40 Ehrenkerbeburschen das Fest. Danach spielt die neue Band »Four for you« zum Tanz auf. Ab 22 Uhr beginnt das erste der drei Showprogramme. Am Sonntag geht es um 10 Uhr zum Gottesdienst ins Festzelt mit Pfarrer Hans Karl Heinrich und der Evangelischen Kirchenband Gronau. Abends steht nach dem Tanzvergnügen ab 20 Uhr das zweite Showprogramm an. Dem Frühschoppen am Montag ab 10 Uhr folgt um 14 Uhr der Umzug mit Musik und Eiersammelaktion. Vor der dritten Show am Abend – Beginn ist um 20 Uhr – folgt die Ziehung der ersten drei Preise des Kerblosverkaufs. Traditionell ist der erste Preis eine lebende Sau, der zweite ein Spanferkel und der dritte eine Torte.

Nach der Show walten die beiden »Kerbpfarrer« Markus Lorenz und Martin Mohr ihres Amtes. Sie verlesen die Kerbsünden, erteilen allen den Kerbsegen, verbrennen die Kerblies auf dem Fuchsschwanz und übergeben ihre Überreste in einer Flussbestattung an Nidda und Nidder.

Weitere Informationen zum Programm stehen im Internet unter .

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