wz_standesbeamtinnen_bv2_4c_1
+
Frauenpower im Bad Vilbeler Standesamt (von hinten links nach vorne rechts): Stephanie Plappert, Regina Becker, Doreen Feik, Ira Müller und Anita Kyaw.

Heiraten während Corona

Karben und Bad Vilbel: Trauungsgäste per Zoom zugeschaltet

  • vonChristine Fauerbach
    schließen

Vor allem die kirchliche Trauung wurde wegen der Corona-Pandemie bei vielen Paaren 2020 um ein Jahr verschoben. Bei den standesamtlichen Trauungen hingegen akzeptierte man die intime Atmosphäre zu zweit mit dem Standesbeamten. Bei den Hochzeitsplanungen für dieses Jahr sind Termine im Sommer und Herbst gefragt.

Die meisten Brautpaare haben ihre für 2020 geplante Hochzeit in dieses Jahr verschoben. Andere vertagten nur die Feier, ließen sich meist standesamtlich trauen. Zwar besteht für traditionelle Hochzeitsfeiern mit vielen Gästen auch in diesem Jahr keine Sicherheit, doch Termine ab April, vor allem aber im Sommer und Herbst sind gefragt.

Standesamtliche Trauungen fanden 2020 nur mit dem Brautpaar statt wie die Karbener Standesbeamtin Martin Harmert und ihre fünf Kolleginnen aus Bad Vilbel, Doreen Feik, Anita Kyaw, Regina Becker, Ira Müller und Stephanie Plappert, berichten.

Getraut werden die Karbener Paare von Martina Harmert oder Reinhold Schnitzer, das Vilbeler Standesamt ist fest in Frauenhand. In Karben kann der Bund fürs Leben an verschiedenen Orten geschlossen werden. Zur Auswahl stehen in Groß-Karben das Trauzimmer im Rathaus, das Degenfeld’sche Schloss und die Rapp’s Juice Factory, in Klein-Karben der Geibelhof, in Rendel Hock’s Restaurant und in Burg-Gräfenrode der Lieselturm. »Der Lieselturm ist klein, aber oho und bei Brautpaaren der Renner«, sagt Standesbeamtin Harmert. Im Bad Vilbel befindet sich das Standesamt im Alten Rathaus.

Jawort von Zuhörern beklatscht

Harmert traute bisher seit dem 6. Januar sechs Paare im Trauzimmer und eines im Degenfeld’schen Schloss. Die Feier wurde von den Paaren meist auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Viele Paare ließen in beiden Städten Eltern, Familie und Freunde per Zoom an der Zeremonie teilnehmen. Die Technik zum Streamen brachten die Paare mit. »Eine Trauung wurde vom Alten Rathaus aus bis nach Südafrika übertragen«, berichtet Plappert.

Von den Zuschauern bejubelt und beklatscht werde immer das Jawort berichten alle sechs Standesbeamtinnen. »Am Ende zählt das Jawort«, sagt Harmert. »Alle Brautpaare sind nett und gut gelaunt, aber oft nervös. Unser Tipp: Genießen Sie Ihre Trauung, die Zeremonie wie auch der Hochzeitstag sind schnell vorbei«, rät Ira Müller. In Karben gaben im letzten Jahr rund ein Dutzend Paare an, dass sie unter anderem aus Kostengründen die Hochzeit ohne Gäste gewählt hätten oder sich den Stress mit Verwandten ersparen wollten. Regina Becker informiert: »Trauungen zu zweit sind sehr intim, die Paare sind ganz bei sich, die Atmosphäre ist schön. Paar und Standesbeamtin bilden eine Einheit, es gibt keine Ablenkung durch Familie, Freunde oder einen Fotografen.« »Erlaubt sind aktuell bei der Trauung das Brautpaar und minderjährige Kinder«, informiert Anita Kyaw .

Terminkalender bereits gut gefüllt

»Normalerweise haben wir 220 Trauungen im Jahr, 2020 waren es 160 Trauungen«, berichtet Doreen Feik. In diesem Jahr ist der Terminkalender im Vilbeler Standesamt bereits gut gefüllt. Die Lieblingstage für standesamtliche Trauungen in den Hochphasen von Mai bis September sind am Freitag und Samstag und im Dezember, wenn es ein Jahrestag ist, von Montag bis Donnerstag.

Seit Jahren beliebt sind Motto-Hochzeiten wie »Wintermärchen«. »Vorwiegend an Samstagen kommen die Bräute im langen Brautkleid, meist in Weiß, ins Standesamt. Vor allem, weil viele nur standesamtlich heirateten«, berichten die Standesbeamtinnen. Im Trend bei vielen Paaren lägen auch anstelle einer kirchlichen Trauung stimmungsvolle Zeremonien in der Natur mit freien Trau-Rednern.

Pfarrer Eckart Dautenheimer, Vorsitzender des Kirchenvorstandes der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Karben, sagt: »Die meisten Trauungen wurden im letzten Jahr abgesagt oder auf das neue Jahr verschoben. Nur vereinzelt gab es Trauungen im kleinen Kreis. Jetzt, 2021, sind die Brautpaare immer noch sehr zurück haltend, was man ja verstehen kann. Manchmal haben die Brautpaare 2020 im kleinen Kreis nur standesamtlich geheiratet und wollen die große Feier dann nachholen, wenn wieder große Gruppen zusammenkommen dürfen.«

Pfarrer Herbert Jung von der katholischen Pfarrei Bad Vilbel St. Nikolaus berichtet: »2020 haben zwei Paare ihre Trauung abgesagt, da die anschließende Feier mit Verwandten und Freunden in keiner Gaststätte möglich war. Ich habe ein Paar, der Ehemann kommt aus Bad Vilbel, in Traunstein getraut. In der Kirche gab es Platzreservierungen. Bei der anschließenden Feier im Restaurant und im Außenbereich mit Zeltdach waren nur 25 Gäste gestattet.

In diesem Jahr haben sich drei Paare unter Vorbehalt, da nicht klar ist, ob eine Feier im Freien oder im Lokal möglich sein wird, bei mir offiziell angemeldet. Eine Trauung im Juni findet in Bad Vilbel und zwei im August in den Heimatorten der Vilbeler Neubürger statt.«

In Bad Vilbel sollten alle Heiratswilligen vor einer Anmeldung zur Eheschließung eine E-Mail an standesamt@bad-vilbel.de senden oder anrufen unter Telefonnummer 0 61 01/6 02-4 50. So individuell, wie die Brautpaare sind, gestaltet sich auch die Beschaffung der verschiedenen Unterlagen zur Anmeldung der Eheschließung, vor allem bei Paaren unterschiedlicher Staats- angehörigkeiten. Das Team vom Standesamt Bad Vilbel im Alten Rathaus steht dabei gerne mit Rat und Tat zur Seite.

In Karben wenden sich Heiratswillige an Reinhold Schnitzer, Rathaus, Zimmer 012/EG, Rathausplatz 1, 61184 Karben, Telefonnummer: 0 60 39/ 4 81-3 20, Telefax: 0 60 39/4 81-7 73 20, E-Mail: Reinhold.Schnitzer@karben.de. cf

Die Karbener Standesbeamtin Martina Harmert traut Paare auf Wunsch im Rathaus, im Degenfeld’schen Schloss (Foto), im Lieselturm und an weiteren speziellen Orten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare