Manfred Janda kennt den Immobilienmarkt in Bad Vilbel und Karben in- und auswendig. Trotz der Pandemie spricht der Makler von einem "guten Jahr". 	FOTO: PRIVAT
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Manfred Janda kennt den Immobilienmarkt in Bad Vilbel und Karben in- und auswendig. Trotz der Pandemie spricht der Makler von einem »guten Jahr«. FOTO: PRIVAT

Immobilienmarkt

Bad Vilbel: Trotz rasant ansteigenden Immobilienpreisen - “Käuferdruck ist wahnsinnig hoch“

  • vonPatrick Eickhoff
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Quadratmeterpreise von 3000 Euro für neue Eigentumswohnungen in Bad Vilbel - das war einmal. Der Immobilienmarkt gibt ständig neue Steigerungen her, auch in Karben.

  • Die Preise für Eigentumswohnungen in Bad Vilbel steigen rasant an, die Quellenstadt gewinnt an Bedeutung.
  • Auch Grundstücks- und Handwerkerpreise steigen ungewöhnlich schnell an, was sich auf Immobilien auswirkt.
  • Manfred Janda spricht trotz der Corona-Pandemie von einem guten Jahr.

Bad Vilbel - Vor einigen Jahren war eine Eigentumswohnung in Bad Vilbel für 3500 Euro pro Quadratmeter zu haben. Heutzutage muss der Käufer mindestens 30 Prozent mehr überweisen. »Eine neue Eigentumswohnung in guter Lage kostet in Bad Vilbel mittlerweile 6000 Euro pro Quadratmeter. Eine 20 Jahre alte Wohnung gibt es für um die 4000 Euro«, sagt Manfred Janda. Dem 66-Jährigen gehört die Außenstelle des Maklerbüros Von Poll Immobilien in der Frankfurter Straße. Die Preise sind in den vergangenen Jahren extrem gestiegen. Besonders die Quellenstadt gewinne an Bedeutung, weil Frankfurt »schlicht und ergreifend einfach nicht mehr bezahlbar ist«.

Eigentumswohnung: Karben, Nidderau und Schöneck beliebt

In Karben sind die Preise zwar nicht ganz so hoch, aber auch gestiegen. »Bis zu 4500 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung«, sagt Janda. Der Experte weiß, dass das Interesse an Karben, aber auch Schöneck und Nidderau gestiegen ist. »Die sind im vergangenen Jahr gut gelaufen. Die Wohnqualität ist groß, die Infrastruktur gut. Viele Leute sind offener geworden.«

Der 66-Jährige spricht von einem »guten Jahr. Wäre Corona nicht, hätten wir mit Sicherheit noch ein besseres gehabt.« Wenn der Geschäftsstellen-Inhaber von »gut« spricht, dann bedeutet das: »Wir haben mehr als 90 Prozent der Objekte, die uns angeboten worden sind, verkauft.« Wichtig dafür sei eine stringente Einkaufspolitik. »Viele Eigentümer lesen die Zahlen auf Seiten im Internet, andere Makler nehmen das Haus zu einem viel zu hohen Preis an und werden es dann nicht mehr los. Wir kaufen nicht, was höher ist als der eigentliche Wert.« Das Einwerten sei die hohe Kunst eines Maklers. »Umso exakter man dabei an den Preisen des Marktes dran ist, umso schneller wird das Objekt verkauft.« Dafür sei es wichtig, eben jenen Markt genau zu beobachten. »Ein Kauf und Verkauf bedarf viel Vorarbeit.«

Eigentumswohnung: „Käuferdruck ist wahnsinnig hoch“

Die Corona-Pandemie hat diese Vorarbeit nicht gerade vereinfacht - besonders wenn es für den Makler um die Beschaffung von Dokumenten geht. »Beim Bauamt jemanden zu erreichen, ist schwierig.« Außerdem seien einige Verkäufer derzeit etwas vorsichtig. »Sie wollen niemand in die Häuser lassen. Das ist auch absolut verständlich.« Dennoch weist Janda auf die hohen Sicherheitsvorkehrungen bei Besichtigungen hin. »Plastikschuhe, Maske, Handschuhe und natürlich Abstand. Wir haben die Personenzahl verkleinert.«

An zu wenig potenziellen Käufern mangelt es nicht. »Der Käuferdruck ist wahnsinnig hoch«, weiß Janda. Die Pandemie hat zwar einige zurückgeworfen, dennoch gebe es viele Kunden, die vielfach kaufen. »Es ist nach wie vor viel Geld da. Nur nicht mehr bei jedem.«

Bad Vilbel: Durchschnittshaus kostet 600 000 Euro

Wichtig sei ohnehin erst zur Bank zu gehen. »Die Finanzierung muss geklärt sein, sonst ist eine Zusammenarbeit nicht möglich.« Die Aussichten auf dem hiesigen Immobilienmarkt sieht der Geschäftsstellen-Inhaber steigend. »Das Interesse am Kauf einer Immobilie in Vilbel und dem Umland ist nach wie vor sehr hoch, und die Preise dürften sich auf dem Stand von 2020 stabilisieren.« Durch das neue Maklergesetz zahlen Käufer und Verkäufer nunmehr die gleiche Provision. Das sei fair und komme auf dem Markt gut an, sagt Janda.

Der Trend der steigenden Preise ist dennoch erkennbar. »Für ein Haus lässt sich das immer schwer beziffern. Das Durchschnittshaus, das wir verkauft haben kostet 600 000 Euro. Jedoch ist da auch etwas deutlich günstigeres und etwas viel teureres dabei. Das ist also nicht wirklich aussagekräftig.« In Bad Vilbel nach wie vor sehr beliebt sind der Niederberg, Teile des Heilsbergs und die Lehmkaute gegenüber des Dottenfelderhofs. Aber auch in Dortelweil »haben wir in den vergangenen Jahren viele Häuser verkauft. Hauptsächlich wegen der Europäischen Schule RheinMain.«

Bad Vilbel: Starker Anstieg von Grundstücks- und Handwerkerpreisen

Grundstücks- und Handwerkerpreise steigen ungewöhnlich schnell. Das wirkt sich auf die Immobilienpreise aus, die wiederum das Mietniveau entscheidend beeinflussen. Immobilienscout 24, deutschlandweit größte Internetplattform für diese Branche, weist in Bad Vilbel aktuell gut 23 Kaufangebote für Eigentumswohnungen aus, wobei der Spitzenpreis von 6621 Euro/Quadratmeter für ein Objekt im Elisabethenhain gilt. Die von Immobilienscout angegebenen Durchschnittswerte für 2020 liegen bei 3796 Euro/Quadratmeter. Er ist seit dem ersten Quartal 2017 um insgesamt 37 Prozent gestiegen. In Karben offeriert die Internetplattform derzeit nur sieben Objekte und gibt den Durchschnittskaufpreis 2020 mit gut 2990 Euro/Quadratmeter an. 2017 lag dieser noch bei knapp 2100 Euro. (wpa)

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