Jugendliche schnuppern Hofluft auf dem "Dotti"

Bad Vilbel (aho). Für die fünf Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren waren es drei ereignisreiche Tage auf dem Dottenfelder Hof. Franziska, Hannah, Luis, Anton und Moritz konnten in der Bauernhofwerkstatt einmal alles inspizieren und gemeinsam mit Margarete Hinterlang in fast alle Ecken des Hofes hineinschnuppern.

"Sie haben nicht nur geschaut, sondern auch Rasenmäher repariert und einiges auf dem Hof gemacht", sagte Hinterlang anerkennend. Kuhstall einstreuen, Futter verteilen, Kälber striegeln, Hühner versorgen und Eier einsammeln, Rasenmäher reparieren, Rasen mähen oder Kartoffeln und Kräuter ernten, Butter machen und gemeinsam Essen kochen gehörten zu den Dingen, mit denen sie in den drei Tagen ihr "bäuerisches" Talent auf die Probe stellen konnten.

Bei den Rundgängen und in den verschiedenen Arbeitsstunden lernten die fünf die verschiedenen Orte des Hofes kennen. Die Bauernhofschule, die Felder und die Ställe mit den verschiedenen Tieren, wie Schweinen und Kühen. Dabei lernten sie auf dem Hof die jeweiligen Interessen einer solchen landwirtschaftlichen Gemeinschaft kennen: "Das hier in langen Jahren gezüchtete Getreide sollte backfähig, ohne Krankheiten und mit viel Stroh sein", erklärte sie den Jugendlichen. Denn Stroh spiele für viele Tiere des Hofes eine wichtige Rolle.

Das andere Interesse sind Nutztiere, die man zwar essen kann, die sich aber in ihrer Lebenszeit wohlfühlen sollen. "Bei uns werden Schweine nicht in 100 Tagen auf ihr Schlachtgewicht gebracht, wie in konventionellen Betrieben, sondern wesentlich langsamer." Zudem werde hier beachtet, was deren Bedürfnisse seien.

So laufen Hühner gackernd durch den Kuhstall, und für die Schweine wird Mist erzeugt, in dem sie sich wohlfühlen können. "Auch die Ställe sind so konzipiert, dass sich nicht nur die Zuchtschweine behaglich fühlen können", erklärt die für die Öffentlichkeitsarbeit des Hofes zuständige Hinterlang.

"Ziel ist es, dass sie sich mit der Ethik der Nutztierhaltung, mit dem Ökolandbau und mit gesunder Ernährung und der Funktion der Landwirtschaft befassen", sagte sie. Daher habe sie gerade diese Altersgruppe einbezogen, die sonst eher weniger an diesen Themen interessiert sei.

Auch an der vermutlich "kleinsten Mähmaschine" der Wetterau im Getreidezucht-Zentrum durften Anton und Luis mal Hand anlegen. "Hier werden ausgesuchte Ähren gedroschen und auf ihre Eigenschaften hin untersucht", erklärte Hinterlang den Jugendlichen.

Am meisten habe sie aber das Hühnermobil beeindruckt, sagten Franziska und Hannah - die sich auch als Fans der Kälbchen zeigten. Durch das Hühnermobil kann das Federvieh an jeden Platz des Dottenfelder Hofes gefahren werden, zwischen den saftigsten Gräsern picken oder im Sand scharren. Denn, so Hinterlang, ähnlich wie bei den Schweinen gelte auch für die Hühner das Motto: "Sie sollen Natur erlebt haben." "Die klauen sich sogar gegenseitig die Eier", verriet Anton, der sich auch von der Arbeit im Labor angezogen fühlte. "Moritz kann sogar schon Kühe melken", hatte Hinterlang festgestellt, die die ganze Zeit mit den Jugendlichen verbrachte, ihnen die Zusammenhänge erklärte, aber auch von deren Interesse angetan war. So sei die Menge der von den mobilen Hühnern gelegten Eier nicht so hoch, wie in konventionellen Betrieben, so die Projektleiterin, dafür aber lebten die Hühner auch länger.

"Für mich faszinierend war, dass man hier Kartoffeln und Kräuter vom Feld ernten und selbst zubereitet essen kann", zeigte sich Luis begeistert. Auf die Felder ging es für die Fünf nach einer Begegnung mit den eher vorsichtigen Gänsen. Dann ging es noch einmal auf das Feld zum Jäten.

Auch nach dieser Gruppe sollen Kinder und jüngere Jugendliche - inklusive Frühstück und Mittagessen - den Hof zwischen 9 und 13 Uhr "von innen" erleben. Von Mittwoch bis zum heutigen Freitag Kinder bis neun Jahre und in der nächsten Woche noch einmal Kinder bis zu 15 Jahren.

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