In jeder Klasse ein betroffenes Kind

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Oft sind Kinder, die unter der als Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bezeichneten Erkrankung leiden, als Störenfried oder Zappelphilipp verschrien und geraten schnell in eine Außenseiterposition. Die Krankheit äußert sich vor allem durch Unaufmerksamkeit und Konzentrationsschwäche, motorische Unruhe und Impulsivität. Zudem lassen sich die Kinder – Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen – schwer in Gruppen integrieren. Sie stehen gerne im Mittelpunkt, sind immer in Bewegung, bringen selten eine Sache oder Aufgabe zu Ende, leiden unter starken Stimmungsschwankungen. Sie können unter Unruhe, Schlafstörungen, Angst- und Panik- attacken leiden.

Oft sind Kinder, die unter der als Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bezeichneten Erkrankung leiden, als Störenfried oder Zappelphilipp verschrien und geraten schnell in eine Außenseiterposition. Die Krankheit äußert sich vor allem durch Unaufmerksamkeit und Konzentrationsschwäche, motorische Unruhe und Impulsivität. Zudem lassen sich die Kinder – Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen – schwer in Gruppen integrieren. Sie stehen gerne im Mittelpunkt, sind immer in Bewegung, bringen selten eine Sache oder Aufgabe zu Ende, leiden unter starken Stimmungsschwankungen. Sie können unter Unruhe, Schlafstörungen, Angst- und Panik- attacken leiden.

Oft sind ADHS-Kinder wenig leistungsorientiert, immer auf der Suche nach Extremen, leicht beeinflussbar. "Schätzungsweise drei bis zehn Prozent aller Kinder haben eine ADHS", sagt Silke Schöck, Mitarbeiterin der Selbsthilfekontaktstelle Bürgeraktive (BA). Das bedeute rein rechnerisch, dass in jedem Klassenzimmer ein betroffenes Kind sitze. Aus diesem Grund hat die BA bereits im letzten Jahr einen Kurs für die betroffenen Eltern angeboten. Teilgenommen haben sechs Paare wie Karola Göbel, ausgebildete In-Gang-Setzer-in, berichtet.

Stiftung finanziert den Therapeuten

"In der Gruppe haben die Eltern Gelegenheit, über ihre Erfahrungen zu reden, sich auszutauschen, sich gegenseitig den Rücken zu stärken", stellt Göbel in Aussicht. Weitere Themen sind Inklusion und schulische Probleme. "Das Angebot mit neuem Konzept richtet sich an betroffene Eltern aus dem gesamten Wetteraukreis", informiert Schöck. Der Wunsch der Eltern nach einer fachlichen Begleitung kann in diesem Jahr dank der finanziellen Unterstützung durch die gemeinnützige Miriam-Kaldenbach-Stiftung entsprochen werden. Wie Marion und Hans Fiekers berichten, verfolgt die Stiftung unter anderem den Zweck, die Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen im Schulalltag zu fördern, insbesondere dort, wo Familien dies nicht selber leisten können. Und so finanziert die Stiftung für ein Jahr lang die fachliche Begleitung der Gruppe durch den in Bad Vilbel praktizierenden Kinder- und Jugendpsychotherapeuten Jörn-Gabriel Schmidt. "Für die Eltern ist der Austausch wichtig, damit sie ihren Kummer und ihre Probleme loswerden können. Oft werden Familien mit ADHS-Kindern ausgegrenzt, deshalb sind Gruppen wie diese hilfreich. Die Eltern erkennen, dass sie nicht allein dieses Problem haben", sagt Schmidt. "Für die Erkrankung gibt es keinen Biomarker. Es kommen verschiedene Faktoren zusammen: Die Genetik, Umweltfaktoren, gesellschaftliche Bedingungen, die auf die Familie einwirken, das Er- und Beziehungsverhalten der Eltern sowie das abweichende Verhalten des Kindes spielen eine Rolle."

Die Behandlung der Verhaltensänderungen beim Kind sowie die Veränderungsprozesse bei den Eltern und im Umfeld benötigten vor allem eines und das sei Zeit, sagt Schmidt. "Die gleichen Symptome haben nicht dieselben Ursachen, und die gleichen Ursachen bringen nicht dieselben Symptome hervor. Es gibt kein Rezept." Ihm ist es wichtig, im Verlaufe einer Therapie "zur Wurzel der Problematik vorzudringen und die Beziehungsstörung heil werden zu lassen". Schmidt sagt: "Medikamente ohne Therapie, die so lange dauert, wie die Symptomatik besteht, sind sinnlos." Die Kosten für eine Therapie übernehme die Krankenkasse. Zudem seien Medikamente der letzte Schritt und nur bei ausgeprägter Symptomatik empfehlenswert, wie Renate Rockstroh, Kinder- und Jugendärztin, in ihrem ADHS-Beitrag in der Selbsthilfezeitung für die Wetterau schreibt. "Die Annahmen, dass bei ADHS verwandte Medikamente, sogenannte Stimulanzen, die angeblich dazu dienen, die Kinder ruhig zu stellen und eine Suchtgefahr in sich bergen, sind grundfalsch."

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