50 Jahre Dottenfelderhof

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50 Jahre besteht die Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof. Sie hat sich in diesen Jahren mit den Anforderungen gewandelt und ist dabei, wie die für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Margarethe Hinterlang schreibt, "stets ihren Idealen treu geblieben".

50 Jahre besteht die Betriebsgemeinschaft Dottenfelderhof. Sie hat sich in diesen Jahren mit den Anforderungen gewandelt und ist dabei, wie die für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Margarethe Hinterlang schreibt, "stets ihren Idealen treu geblieben".

Am Sonntag, 8. April – auf den Tag genau 50 Jahre nach den Unterschriften der Gründer auf dem ersten Pachtvertrag – will die Hofgemeinschaft in einer Podiumsrunde Rückschau halten und Bilanz ziehen und auf eine fruchtbare zukunftsfrohe Entwicklung des Dottenfelderhofes und der ökologischen Bewegung eingehen.

Nach einer ersten biodynamischen Bewirtschaftung von 1946 bis 1958 durch Ernst Becker und seine Schwiegermutter Gerdi Albert, deren Familie über Generationen zuvor Pächter der Domäne war, folgte 1968 der Neuanfang der Bewirtschaftung des Hofes in Gemeinschaft. Die Landwirtschaft war an einem Scheidepunkt angelangt. So entwarf man auch in hessischen Regierungskreisen neue Bilder für gemeinschaftliche Bewirtschaftung. Die neun Mitglieder der ersten Betriebsgemeinschaft erhielten durch beherzte Initiativen in der Regierung den Zuschlag für einen Pachtvertrag – unter wissenschaftlicher Begleitung durch die Universität Gießen. So sollte sichergestellt werden, dass die Böden des Dottenfelderhof trotz (!) biologisch-dynamischer Bewirtschaftung fruchtbar bleiben.

Mit Elan begannen Irmgard und Ernst Becker, Manfred und Li Klett, Johanna und Knud Brandau, Ebba und Dietrich Bauer und Johannes Klein die biologisch-dynamische Landwirtschaft aufzubauen.

Zuhause für 100 Menschen

Ihr Ideal trägt die große Hofgemeinschaft bis heute:

Die Biologisch-dynamische Landwirtschaft am Hof nach ihren ureigenen Erzeugungsbedingungen als lebendigen Organismus zu entwickeln.

Auf dieser Grundlage Forschung, Züchtung und Ausbildung betreiben.

Innerbetrieblich eine der Aufgabe gemäße Sozialform auszubilden, alle Unternehmer/innen sind gleichberechtigt und entscheiden nur im Konsens.

Den Boden als Gemeingut betrachten. Gebäude und Besitz an Boden gehören der 1972 gegründeten Landbauschule Dottenfelderhof, Verkauf und Vererben ist ausgeschlossen.

Die Verantwortung für den Dottenfelderhof teilen: In der 1981 gegründeten Landwirtschaftsgemeinschaft KG teilen sich heute 150 Verbraucher die Unternehmerschaft mit den hofansässigen Landwirten und unterstützen den Hof mit Rat und Tat.

Auf dem fruchtbaren Boden des Hofes entwickelte sich nicht nur die vielfältige Landwirtschaft mit Acker-, Gemüse-, Obstbau und Landschaftsgestaltung und einer an den Standort angepassten Viehhaltung. Aus der Landwirtschaftsgemeinschaft KG entstanden die Gutskäserei, das Holzofenbackhaus, Konditorei und die Direktvermarktung mit Hofläden und Marktwägen und wurden zu tragenden Bereichen. In der Landbauschule etablierten sich die Fachschule für biologisch-dynamische Landwirtschaft, die Abteilung für Forschung und Züchtung, der Schulbauernhof und das Veranstaltungsprogramm für Verbraucher sowie Modellprojekte zur wesensgemäßen Nutztierhaltung.

Heute leben 100 Menschen auf dem Dottenfelderhof; er bietet 150 Arbeitsplätze. 20 junge Leute sind auf dem Hof in Ausbildung und viele Schulklassen lernen hier, wie wichtig Landwirtschaft für ihr zukünftiges Leben ist. Kunden und Besucher schätzen die Hofprodukte und werden vom landwirtschaftlichen Hofleben inspiriert, Fachgruppen aus aller Welt besuchen den Hof.

Zahlreiche Preise zeugen von der fachlichen und gesellschaftlichen Relevanz der Projekte der Betriebsgemeinschaft, 2002 und 2018 der Bundesförderpreis des ökologischen Landbaus an den Dottenfelderhof vergeben.

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