Theaterpädagogin Regina Fichtner-Haben klärt die Schüler vor der Wasserburg über die bevorstehende Geisterjagd auf. FOTO: NIKLAS MAG
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Theaterpädagogin Regina Fichtner-Haben klärt die Schüler vor der Wasserburg über die bevorstehende Geisterjagd auf. FOTO: NIKLAS MAG

Jagd auf das Burg-Gespenst

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Wegen Corona sind in diesem Jahr nahezu alle Vorhaben der Theaterpädagogik der Burgfestspiele ins Wasser gefallen. Doch eine in den Ferien gestartete Rallye erfreut sich nun bei Schulen großer Beliebtheit. In den vergangenen Wochen hatten bereits zahlreiche Familien am Programm teilgenommen und das Burg-Gespenst gejagt.

Das Wetter könnte thematisch kaum passender sein. Düstere Wolken am Himmel, ein starker Wind zieht über die Bad Vilbeler Wasserburg hinweg. Die Schüler der Klasse von Beate Schneider von der Saalburgschule in Bad Vilbel können den Beginn der Rallye kaum erwarten. Regina Fichtner-Haben ist Theaterpädagogin bei den Burgfestspielen und ist bereits die vergangenen zwei Jahre in dieser Position tätig. "Seit 30 Jahren wird hier regelmäßig ein Gespenst gesehen. Nur dieses Jahr ist es verschwunden", berichtet Fichtner-Haben den aufgeregten Schülern vor den Burgmauern. "Wahrscheinlich bleibt es versteckt, weil keine Kinderstücke stattfinden - oder es geht wegen Corona auf Abstand", fährt die Pädagogin fort.

Die Kinder der Saalburgschule hören genau zu als sie erklärt bekommen, dass es nun auf Geisterjagd geht. Denn die Techniker, die dieses Jahr in der Burg arbeiten, haben in den vergangenen Tagen wieder Spuren gefunden, die auf die Rückkehr des Gespenstes hindeuten. Nun liegt es an den jungen Geisterjägern, die Hinweise zu sammeln und das finale Lösungswort zu finden.

Geschichtsverein liefert Wissen

In Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein ist ein Handbuch entstanden, das die Aufgaben sorgfältig erklärt; in Informationskästen wird dazu auch immer ein historischer Hintergrund zur untersuchten Station geliefert. Bis Station Neun dürfen die Kinder alleine losziehen: In Kleingruppen und mit Masken stürmen sie in Richtung des ersten Hinweises, ein kleiner Pfeil, der in einem der Schaukästen vor der Burg versteckt ist. Doch führt die Rallye nach der neunten Station über die Frankfurter Straße in Richtung Römermosaik, und das macht die Schulklasse gemeinsam.

Bei jeder Station müssen die Schüler eine kurze Frage beantworten. Aus den Lösungswörtern der elf Stationen ergibt sich zum Schluss ein Haupt-Lösungswort, welches die Kinder bei der Theaterpädagogik einreichen können. Hauptpreis: Familienkarten für die Kinderstücke in der Burg 2021.

Lehrerin Beate Schneider ist froh über den Tagesausflug: "Die Kinder sind total glücklich, dass wir heute hier sein können und nicht im Unterricht sitzen." In der Schule sei wegen der Pandemie momentan alles anders. Im Prinzip sei nur noch traditioneller Frontalunterricht möglich. Gruppenarbeiten oder ein spielerisches Herangehen an den Stoff nicht machbar. Dementsprechend seien Ausflüge wie dieser zur Burg eine willkommene Abwechslung.

Von Theaterpädagogin Regina Fichtner-Haben erfordert diese Theatersaison viel Kreativität, 2020 ist auch für sie besonders: "Es gibt in diesesm Jahr ja keine Kinderstücke wegen der Corona-Pandemie. Deshalb haben wir uns Gedanken gemacht, was wir für Kinder anbieten können", sagt sie. In den Sommerferien habe man deshalb die Burg-Rallye ins Leben gerufen. Der Geschichtsverein der Quellenstadt habe die nötigen Fakten für die Stationen geliefert, die in den Sommerferien die teilnehmenden Familien rund um die historische Wasserburg und bis zum Römermosaik führten. "Das lief sehr gut, da haben viele mitgemacht." Beate Schneider hatte die Burg schließlich darauf angesprochen, ob die Rallye nicht auch für die Schulklassen stattfinden könne. Nun möchte Fichtner-Haben die wöchentlichen Rallyes noch bis zum Ende der Spielzeit aufrechterhalten. Für nächste Woche hat sich bereits eine Klasse der John-F.-Kennedy-Schule angekündigt.

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