Smart City

Investor: Das Projekt wird realisiert

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Formal hat das Bad Vilbeler Stadtparlament zwar grünes Licht für das Großprojekt der Smart City im Quellenpark gegeben. Aber die kritischen Töne hat auch Mit-Investor Jörg-Peter Schultheis gehört. Deshalb erklärt er mit Nachdruck: "Das Projekt wird kommen." Und er nennt einige Punkte, die das belegen sollen.

Von "Absichtserklärungen" oder einem "Science-Fiction-Gemälde" war in der letzten Stadtverordnetensitzung die Rede. Und Kopfzerbrechen bereitet den Kommunalpolitikern im notorisch staugeplagten Bad Vilbel auch der Verkehr. Denn immerhin sollen dort rund 8000 Arbeitsplätze entstehen. Die zum Teil lautstarke Kritik an dem Projekt "Smart City" findet Mit-Investor Jörg-Peter Schultheis gar nicht gut. "Die Kritiker sollen doch mal erklären, ob sie lieber eine Fleischfabrik oder ein chinesisches Handelszentrum mit ständigen An- und Abfahrten gewollt hätten", sagt Schultheis im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Verkehr zu der City werde kein Problem sein. "Es wird eine eigene Abfahrtsspur von der B 3 ins Parkhaus hinein geben. Es wird zu keinem Rückstau auf der B 3 kommen."

200 Carsharing-Fahrzeuge

Stadtrat Klaus Minkel bestätigt das. So bestehe in absehbarer Zeit ein komfortabler S-Bahnanschluss durch den begonnenen Bau des dritten und vierten Gleises. Zudem sei die von den Investoren angedachte Verbindung des wegesparenden Wohnens und Arbeitens perfekt, da der Quellenpark beides abdeckt. "Am wichtigsten die Antizyklik des Verkehrs: Morgens und abends sind Bahn und Straße aus Richtung Süden frei, abends ebenso in Richtung Süden. Morgens wird aus Norden, Osten und Westen der Pendlerverkehr auf Straße und Bahn bereits im Quellenpark aufgenommen. Die schwierigsten letzten Kilometer nach Frankfurt würden somit entlastet. Abends sei es bei der Heimfahrt ab Quellenpark vergleichbar. "Eine günstigere Erschließung ist im Ballungsraum kaum vorstellbar", betont Minkel. Zudem verweisen die Investoren auf 1500 Fahrrad-Abstellplätze sowie 200 Carsharing-Fahrzeuge, die alle elektrisch betrieben werden. "Mobilität wird doch in Zukunft ganz anders wahrgenommen", sagt Schultheis. Man müsse großräumiger denken als bisher.

In der Parlamentssitzung sind auch Zweifel aufgekommen, ob das Projekt mit eine Investitionsvolumen von geschätzten 800 Millionen Euro überhaupt zu stemmen sei. Selbst Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr äußerte, dass es keine hundertprozentige Garantie dafür gebe, ob alles so komme, wie es geplant werde.

Drei Millionen an Planungskosten investiert

Schultheis ist davon überzeugt, dass das, was er in den Ausschusssitzungen vorgestellt habe, so kommen werde. "Wir haben inzwischen schon drei Millionen Euro an Planungskosten dort hineingesteckt. Das würden wir nicht machen, wenn wir nicht vom Erfolg des Projektes überzeugt wären." Als weiteren Beleg aus seiner Sicht nennt er die Vergabe des Planungsauftrages an das renommierte Unternehmen "Drees & Partner": "Die Frankfurter Niederlassung soll einen Masterplan erarbeiten, wie die Gebäude technisch miteinander vernetzt werden können." Zeitrahmen: Bis zur Fertigstellung des Bebauungsplans, etwa im Februar.

Kürzlich habe man sich zudem das Rathaus in Venlo bei Aachen angesehen. "Das ist so nachhaltig gebaut, wie wir das auch wollen", sagt Schultheis. Das Rathaus wurde im Oktober 2016 als weltweit erstes Öko-Rathaus eingeweiht. Das Vilbeler Smart-City-Projekt habe man zudem kürzlich auf der bedeutendsten Immobilienmesse der Welt, der Expo Real in München, vorgestellt. Im April kommenden Jahres stecken laut Schultheis fünf Jahre Planungsarbeit in dem Vilbeler Projekt. "Das mache ich doch nicht, weil ich zu viel Zeit habe", weist Schultheis den Vorwurf zurück. Außer den drei Millionen Euro an bisherigen Planungskosten nennt der Mit-Investor auch noch eine runde Million, die man schon an Grunderwerbssteuer an die Stadt Bad Vilbel überwiesen habe. Er selbst sei von der Smart City so überzeugt, dass er plane, seinen Anteil an dem Projekt, der bisher bei zehn Prozent liege, aufzustocken. Hauptinvestor ist die Berliner CESA-Group. "Das ist ein megatolles Projekt, in das ich selbst auch schon viel Geld hineingesteckt habe."

Info

Arbeiten und Leben vereinen

Die Menschen sollen in der Smart City

das Leben und Arbeiten miteinander verbinden. Es sollen zwischen 6500 und 8000 Arbeitsplätze entstehen. Eine Kita soll ebenso gebaut werden, und es entstehen laut den Investoren CESA Berlin und Schultheis Bad Homburg Flächen für

Gastronomie, Hotel und Restaurants. 90 000 Quadratmeter groß ist der künftige High-Tech-Campus für Großfirmen, mittelständische Unternehmen und Start-ups.

Den Visionären schwebt eine neuartige

Arbeitswelt vor, die es in Deutschland in dieser Form noch nicht geben soll. Freie Platzwahl statt fester Büros, zwischendurch ein Essen mit Freunden oder Familie oder ein Besuch im Fitnessstudio. (pe)

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