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Investitionen in Burg und Festspiele

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Von: Niklas Mag

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Der Burgturm wird von Backsteinen gestützt. Das kann nicht ewig so bleiben. Auch der Burggraben verlangt nach Pflege. Matten aus bepflanzbarem Material sollen hier eingebaut werden. © Niklas Mag

Die Bad Vilbeler Burgfestspiele sind ein Aushängeschild. Damit die alten Mauern den jährlichen Theaterbetrieb schaffen, muss investiert werden. Der Burggraben braucht eine Behandlung, die Mauern an vielen Stellen Sanierungen und ein neues Bühnendach muss her. Zudem laufen die Planungen für die neuen Theaterwerkstätten weiterhin.

Gleich mehrere Präsentationen hat Kulturamtsleiter und Festspielintendant Claus-Günther Kunzmann für die Mitglieder des Sozialausschusses im Gepäck. Denn in naher Zukunft stehen einige Investitionen für die Kultur an: Die Burg braucht an vielen Stellen Pflege.

Von außen erscheint es wie ein kleiner Posten, doch Kunzmann kann den Ausschussmitgliedern erklären, warum die Erneuerung des Bühnendachs sehr aufwendig wird: »Das aktuelle Dach ist in die Jahre gekommen und kam in den vergangenen Jahren gerade noch so durch die statischen Prüfungen.« Ein neues müsse nun dringend her. »Wir haben sehr komplexe Anforderungen an das Dach. Es muss eine gute Akkustik bieten, der Regen darf nicht zu laut darauf prasseln, die Bühnentechnik und Scheinwerfer müssen angebracht werden können und als Teil der Bühne muss es optisch stimmen«, zählt er auf.

Die beiden Säulen, die das aktuelle Dach tragen und mitten auf der Bühne stehen sollen bei dieser Gelegenheit endlich weg. Der Entwurf des Architekten sieht derzeit ein etwas gedrehtes Bühnendach vor, das symmetrischer in den Burghof ragt, erläutert Kunzmann. Drei Säulen rechts und drei links stehen am Rand der Bühne und stützen das Dach.

»Außerdem stellt die Denkmalpflege uns komplexe Anforderungen.« Eigentlich wollte diese ein Dach sehen, das nach der Saison wieder abmontiert werden kann, doch der Aufwand dafür wäre gigantisch.

Bauantrag wird eingereicht

»Uns wurde signalisiert, dass man mit einer dauerhaft angebrachten Version zufrieden sein könnte, wenn die Konstruktion möglichst filigran und unauffällig ist. Das ist beim aktuellen Entwurf gegeben, finde ich«, sagt Kunzmann. Ende des Jahres soll der Bauantrag eingereicht werden.

Auch der Burggraben verlangt Pflege. Wurzelwerk hatte die Mauern beschädigt, weshalb Bäume im Graben schon vor einer ganzen Weile gefällt worden sind. »Die übrig gebliebenen Stämme verrotten jetzt im Burggraben, das ist problematisch. Außerdem ist das Ufer an vielen Stellen erodiert.« Ebenso ist der Ablaufbau in Richtung Nidda völlig marode. Die 2350 Quadratmeter umfassende Wasserfläche bedürfe deshalb einer umfassenden Sanierung. »Oberursel hat am Maasgrundweiher ähnliche Probleme gehabt. Dort wurden Matten aus einem bepflanzbaren Material ausgelegt, um die Ufer zu stabilisieren.« So wolle man auch in Vilbel vorgehen.

Im Osten der Burg ist die Mauer an vielen Stellen gerissen, auch hier müsse man bald ran, weiß der Kulturamtsleiter. »An einer Stelle ist der Sandstein gebröckelt und wurde vor einer Weile mit Backsteinen abgestützt. Das trägt allerdings nicht gerade zur Ästhetik bei«, meint Kunzmann. Die Mauer sowie der Burgturm im Osten seien voller Provisorien. Eine umfassende Sanierung sei auch hier unausweichlich.

»Das ist alles nichts Neues, was ich Ihnen hier erzähle und bereits im Haushalt verankert. Aber ich wollte die Gelegenheit nutzen, das als großes Paket heute vorzustellen«, erklärt Kunzmann. Weiterhin laufen die Planungen für die rund 7,5 Millionen Euro teuren Theaterwerkstätten in Dortelweil (diese Zeitung berichtete). Das Konzept wurde mittlerweile etwas komprimiert. Nördlich des städtischen Betriebshofs sollen Werkstätten, drei Probenbühnen und Lagerflächen entstehen. Bislang nutzen die Burgfestspiele dafür provisorische Räume in der Stadt verteilt, deren Kapazitäten längst nicht mehr ausreichen.

Bei den Mitteilungen beantwortete Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) unter anderem die Frage nach einem Vilbeler Weihnachtsmarkt: »Wir möchten die Weihnachtsmärkte machen und planen auch bereits. Allerdings müssen wir die Corona-Lage im Blick behalten«, erklärt er. Deshalb sei noch nichts sicher. Sozialdezernentin Ricarda Müller-Grimm (SPD) berichtet aus den Kitas: »Die Situation ist angespannt, denn die Erkältungswelle hat uns im Griff. Wir möchten dazu aufrufen, dass Eltern ihre Kinder nicht krank in den Kindergarten bringen.« nma

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