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Fachdienstleiterin und Flüchtlingskoordinatorin Susanne Förster überprüft die Unterlagen bei der Anmeldung.

Corona-Schutz

Impfaktion für Bad Vilbel und Karben: Geflüchtete erhalten Corona-Schutz

  • VonChristine Fauerbach
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Viele Geflüchtete aus Bad Vilbel und Karben sind jetzt gegen Corona geimpft worden. Dafür war Überzeugungsarbeit notwendig, denn die Vorbehalte waren groß.

Bad Vilbel – Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, liegt im Wetteraukreis liegt bei 7,5. Aktuell sind im Wetteraukreis 49 Menschen mit Corona infiziert. In Bad Vilbel sind derzeit zwölf an Corona erkrankte Menschen gemeldet, in Karben zwei. Um die Zahl der Neuinfektionen so gering wie möglich zu halten, hat sich Bad Vilbel als einzige Stadt im Wetteraukreis dazu entschlossen, eine Impfaktion für Flüchtlinge anzubieten. »Wir haben die meisten Geflüchteten im Kreis. Diese haben oft keine Lobby«, sagt Susanne Förster. Nach aufwendiger und intensiver Aufklärungsarbeit startete die Fachdienstleiterin Seniorenbüro, Wohnungswesen und Flüchtlingsbetreuung eine Impfabfrage unter allen Geflüchteten.

»Unter ihnen hatten viele erhebliche Vorbehalte gegenüber der Impfung oder sie waren mit dem Thema Impfen generell nicht vertraut«, sagt Förster, die seit acht Jahren Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Bad Vilbel ist. Sie dankte allen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern für deren Unterstützung bei der Überzeugungsarbeit für eine Corona-Schutzimpfung. Koordination und die persönliche Übergabe der Impftermine lagen in den Händen von Sabine Förster. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Friedberg konnten zwei Impftermine mit mobilen Impfteams der Johanniter-Unfall-Hilfe organisiert werden.

Impfaktion in Bad Vilbel und Karben: Froh über hohe Impfbereitschaft

Am 15. Juni wurden 60 Impfdosen und am vergangenen Samstag noch einmal 88 Impfdosen des Impfstoffs von Johnson & Johnson verimpft. Zehn der 60 Impfdosen beim ersten Termin wurden an Nachrücker aus den Priorisierungsgruppen 2 und 3 verimpft. Beim zweiten Termin am Samstag wurden neben Geflüchteten aus Bad Vilbel zudem 22 aus Karbener Gemeinschaftsunterkünften geimpft.

Einer der beiden Ärzte der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Frankfurt impft Javid mit einer Dosis des Impfstoffs von Johnson & Johnson.

»Es war eine Menge Arbeit und kostete viel Überzeugungskraft bei den Geflüchteten, um diese hohe Impfbereitschaft generieren zu können. Nur über sehr engmaschige Begleitung und Betreuung sowohl beim Erläutern oder Übersetzen der Aufklärungs- und Anamnesebögen wie auch bei der praktischen Umsetzung vor Ort, haben 50 Prozent unserer Bewohner ihre Corona-Schutz-impfung erhalten«, informierte Förster am Samstag.

Impfaktion in Karben und Bad Vilbel: Impfzentrum in Container

Kamen beim ersten Termin vor allem Frauen, waren es am Samstag überwiegend Männer. »Viele von ihnen arbeiten und mussten sich heute keinen Urlaub für die Impfaktion nehmen. Zudem leben in den Unterkünften mehr Männer als Frauen«, berichtet Tina Wege, sozialpädagogische Leiterin der Regionalen Dienstleistungen Wetterau (RDW) aus Friedberg. Wichtig für den Erfolg der Impfungen war, dass mit Susanne Förster und Tina Wege zwei »vertraute« Gesichter für die Geflüchteten im Impfzentrum vor Ort waren. Als »Impfzentrum« genutzt wurde eine Erdgeschosswohnung in einem der Flüchtlingscontainer an der Huizener Straße.

Unterstützt wurden die Mitarbeiter von der Stadt und dem Kreis von sieben Mitarbeitern einer Sicherheitsfirma. Gemeinsam mit der Firma hatte Susanne Förster das Konzept für die Impfungen vor Ort mit den mobilen Impfteams der Johanniter-Unfall-Hilfe ausgearbeitet.

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