Die Besuchergruppe der SPD freut sich über das frische Brot von Obermeister Uwe Rumpf (links). 	FOTO: PRIVAT
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Die Besuchergruppe der SPD freut sich über das frische Brot von Obermeister Uwe Rumpf (links). FOTO: PRIVAT

Immer weniger Schüler interessieren sich für Bäckerberuf

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Bad Vilbel (pm). Vor Kurzem hat die Bad Vilbeler SPD die Bäckerei Rumpf besucht. Bei einem Rundgang durch die Backstube verriet der Gastgeber nicht nur, was gutes Brot ausmacht, sondern auch, welche Auswirkungen der Hessentag auf die Backstube hat und vor welchen generellen Herausforderungen das Backgewerbe in der Wetterau steht.

Berufsschule lehrt bald nicht mehr

Der Besuch der Backstube stand zur späten Stunde an. Beim Eintreffen herrschte bei einem Duft aus frischem Sauerteig schon reger Betrieb. Neugierig beobachten die Besucher die Arbeitsschritte der Gesellen. »In der Backstube ist die ganze Nacht Betrieb«, merkte Uwe Rumpf an. »Es ist wichtig, dass um 6 Uhr morgens alles fertig ist.«

Bei der Bäckerei Rumpf wird noch alles per Hand gemacht - egal, ob Brot, Croissants oder Brötchen. Dabei hat alles seinen festen Ablauf. Das Brot und die Croissants werden als Erstes gemacht. »Weil vor allem die Croissants relativ lange benötigen, werden diese früh produziert, danach kommen um 24 Uhr die Körnerbrötchen dran, und um 4.30 Uhr sind schlussendlich die hellen Brötchen an der Reihe«, sagt Rumpf. Bei der Hygiene mache die Bäckerei keine Abstriche, diese werde stets beachtet. »Es kommen dreimal im Jahr unangekündigt Lebensmittelkontrolleure«, informiert Rumpf, »da darf man sich keine Fehler erlauben.«

Auf Nachfrage von Stadtrat Udo Landgrebe steht vor allem ein Thema bei der Backstube im Vordergrund: Immer weniger Schulabgänger interessierten sich für den Bäckerberuf. »Einen Lehrling zu bekommen, wird immer schwieriger«, bedauert Rumpf.

Die Backstuben in der Wetterau hätten zudem das Problem, dass immer weniger Berufsschulen diesen Beruf lehren. »Die Berufsschule in Büdingen wird bald leider nicht mehr den Unterricht für zukünftige Bäcker anbieten. Die allgemeine Situation sieht dahingehend nicht gerade besser aus«, sagt Rumpf.

Bei der Frage vom Vorsitzenden der SPD Dortelweil, Rainer Fich, welche Auswirkungen der Hessentag auf die Bäckerei hätte, antwortet Rumpf, dass zu dieser Zeit die Auftragsbücher gut gefüllt seien. »Während des Hessentages haben wir das Glück, viele verschiedene Veranstalter zu beliefern«, freut sich der Obermeister.

Tafel holt übriges Brot ab

Auf die Frage des Sprechers der Vilbeler Jusos, Tom Rademacher, was denn mit den übrig gebliebenen Brötchen passiere, erläutert der Obermeister, dass der Bauer immer die Körnerbackware holen würde und die Tafel wöchentlich das restliche Brot mitnehme.

Am Ende der Führung stand ein gemütliches Zusammensein an. Dabei hatte der Obermeister eine kleine Überraschung für die Gruppe vorbereitet: Es gab zur Begeisterung aller Beteiligten frisch gebackenes Brot sowie handgemachte Pralinen von der Backstube Rumpf.

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