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Idee aus Bad Vilbel: »Lernreise« in die Zukunft

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Von: Patrick Eickhoff

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30 000 Euro für das Projekt »Smart Natives«: Die Fördergelder überreichen Landrat Jan Weckler, Vize-Vorsitzender der Stiftung der Sparkasse Oberhessen (M.), und Sparkassendirektor Frank Dehnke (links) an Geschäftsführer Rinku Sharma von der Techeroes gGmbH. © pv

Die Bad Vilbeler IT-Schule Techheroes hat ein Projekt entwickelt, bei dem Jugendliche Nachhaltigkeit und die Digitale Welt vereinen. Das Projekt fördert die Sparkassen-Stiftung jetzt mit 30 000 Euro. Geplant ist auch ein jährlicher Wettbewerb.

An der digitalen Welt ist für Kinder und Jugendliche schwer vorbeizukommen. Sie wachsen mit Smartphones, Computern und dem Internet auf. Deshalb wird die jüngere Generation oft als »Digital Natives« bezeichnet. Bei den Bad Vilbeler Techheroes geht man eine Stufe weiter. »Wir legen bei den Techheroes den Grundstein für Kinder bis 12. Danach kümmern wir uns um die Smart Natives«, sagt Rinku Sharma. Er hat die IT-Schule im Februar 2019 gemeinsam mit seinem Bruder Ramesh gegründet. Sie möchten den Nachwuchs für die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) begeistern.

Digitales Arbeiten demonstrieren

Smart Natives sind junge Menschen, die ihre Welt mitgestalten wollen, die digitale, wie auch die analoge Welt und die zukünftige Arbeitswelt. »Entwickelt haben wir die Idee 2020«, sagt Sharma. In der Pandemie seien viele Praktika ausgefallen. Die Arbeitswelt war schwierig zu erkunden. »Wir halten es für wichtig, dass die Jugendlichen sich mit den digitialen Arbeitsmethoden befassen, die in der Schule auch mal zu kurz kommen.« Sharma spricht vom »agilen Arbeiten« und dem »Projektmanagement«. »Wir wollen sie heranführen, wie in Unternehmen digital gearbeitet wird.«

Wichtig sei dabei, den Unterschied zwischen »Digital Native« und »Smart Native« zu betonen. »Der Digital Native wächst mit Technologie auf, hat aber wenig Einfluss auf seine Umgebung. Beim Smart Native ist das anders. Technologieaffine Menschen entwickeln etwas, um ihr Umfeld positiv zu beeinflussen.« Ein Beispiel für diese Arbeit ist das nachhaltige Lieferportal »Go Kidogo«. Das bietet den Restaurantbetreibern die Nutzung eines nachhaltigen Mehrwegsystems an. Wer sein Essen über die Plattform bestellt hat, bekommt direkt in der Web-App angezeigt, wie viel Plastik er gespart hat.

»Die Idee ist in einem Programmierkurs entstanden«, sagt Sharma. Das Projekt stehe beispielhaft für die Smart Natives. »Die Jugendlichen haben sich gefragt, wie sie die Welt die sie kennen, besser machen?«

Die Stiftung der Sparkasse Oberhessen fördert das Projekt Smart Natives mit 30 000 Euro. Landrat Jan Weckler, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung der Sparkasse Oberhessen, besuchte gemeinsam mit Frank Dehnke, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung, die Initiatoren des ambitionierten Projekts in Bad Vilbel. »Kinder müssen fit gemacht werden für Berufe, die es noch nicht gibt, für Technologien, die noch nicht erfunden sind, und für Probleme, von denen wir noch gar nicht wissen, dass sie auf uns zukommen.«

Mit dem Projekt werde nun erstmalig der Versuch gestartet, das erfolgreiche Angebot auch auf interessierte Schulen im Wetteraukreis auszuweiten und sowohl Lehrkräfte wie auch die Schülerschaft dafür zu begeistern. Rinku Sharma ist sehr froh über die Förderung für das Projekt, das er als »Lernreise« beschreibt. Unter Anleitung von Mentoren entwickeln die Schülerinnen und Schüler eine Idee und verfolgen diese bis zu konkreten Umsetzung. Dabei werde in Teams an den einzelnen Herausforderungen gearbeitet, die auf den 17 Zielen der Vereinten Nationen für Nachhaltigkeit und den Megatrends aus der Zukunftsforschung basieren.

Wettbewerb mit Gewinnerehrung

Die Projektarbeit ist zu rund 70 Prozent in Online-Aktivitäten aufgeteilt. Der Präsenzanteil beträgt je nach Aktivität rund 30 Prozent. Die möglichen Themen der bereits entwickelten Lernreisen: »Plastik, nein danke«, »Nachhaltige Stadtentwicklung«, »Virtuelle Textilwirtschaft«, »Künstliche Intelligenz & Robotics«, »Umwelt und Daten«, »Sense your school«.

Mit dem Fördergeld will Sharma sogenannte Hackathons im Wetteraukreis veranstalten. Rund 750 Schülerinnen und Schüler können teilnehmen. »Um allen projektbeteiligten Schulen einen zusätzlichen Anreiz zu liefern, ist darüber hinaus ein jährlicher Wettbewerb geplant, bei dem die Gewinner von der Sparkasse Oberhessen gekürt werden«, sagt Sharma. Dies fördere die Popularität des Projekts und schaffe zusätzliche Möglichkeiten, über die Bedeutung von digitaler Bildung bei Kindern und Jugendlichen in der Wetterau zu sprechen.

Weitere Informationen gibt es unter smart-natives.de

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