So wie beim Hessentag in Kassel sollte es auch in Bad Vilbel ein großes Volksfest geben. Nun ist der Traum vorbei.
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So wie beim Hessentag in Kassel sollte es auch in Bad Vilbel ein großes Volksfest geben. Nun ist der Traum vorbei.

Keine Alternative

Hessentag in Bad Vilbel findet nicht statt - Keine Alternative dank Corona-Pandemie

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die Corona-Pandemie führt nun auch zur Absage des Hessentages in Bad Vilbel. Am Donnerstag ist die Großveranstaltung von der Stadt im Einvernehmen mit dem Land Hessen abgesagt worden. Für den Hessentagsbeauftragten Claus-Günther Kunzmann gab es zu der Absage keine Alternative.

Am 12. September 2017 fuhr eine Delegation der Stadtverwaltung und der Stadtverordnetenversammlung per Bus nach Wiesbaden. Ihr Ziel: die hessische Staatskanzlei. Denn dort haben die Vertreter der Stadt mit musikalischer Begleitung ihre Bewerbung für den Hessentag 2020 abgegeben. Im November desselben Jahres war Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr erneut zu Gast im Saal der Staatskanzlei, da erhielt er von Ministerpräsident Volker Bouffier offiziell die Zusage, dass die Festspiel- und Brunnenstadt das Volksfest ausrichten dürfte. 

Zwei Jahre und zwei Monate wurde das Großereignis, zu dem rund eine Million Besucher erwartet wurden, vorbereitet. Doch am gestrigen Donnerstag wurde offiziell, was seit einigen Tagen im Rathaus schon absehbar war: Der Hessentag 2020 ist abgesagt worden. Die Corona-Pandemie hat eine solche Massenveranstaltung nicht zugelassen. »Die Krise wird uns so lange in Atem halten, dass Einschränkungen noch weiterhin nötig wären und die Veranstaltung eines solchen Großereignisses gar nicht zulassen würden«, sagt der Hessentagsbeauftragte Claus-Günther Kunzmann. Wegen des Schutzes der Bevölkerung, der Gäste und der Mitwirkenden sei gar keine andere Entscheidung möglich gewesen. »Das ist einfach höhere Gewalt«, betont Kunzmann, der es allerdings auch »ausgesprochen schade findet«, dass diese Veranstaltung nun nicht stattfinden kann. 

Bei der Bewerbung um den Hessentag in Bad Vilbel hat noch keiner mit der Corona-Pandemie gerechnet. Doch nun ist diese Schuld, dass der Hessentag abgesagt wird.

Am Montag vergangener Woche habe man »noch einen vollen Planungstag gehabt. Da war die Tragweite dieser Pandemie gar nicht absehbar«, sagt er. »Das Ganze hat uns in den letzten Tagen regelrecht überrollt.« Für die Stadt findet es Kunzmann bedauerlich, »dass wir nun diese wunderbare Gelegenheit nicht haben, am Profil zu feilen«. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten »viel Herzblut« hineingelegt. Letztlich herrsche nun aber Klarheit bei allen. »Zu der Entscheidung habe es keine Alternative gegeben.« Eine Verschiebung wäre nicht infrage gekommen, allein schon wegen der Schulen. »Die hätten die Festmeile gar nicht besuchen dürfen, weil sie bis zum Jahresende keine außerschulischen Unterrichtangebote mehr wahrnehmen dürften.« 

Hessentag Bad Vilbel: Schutz von Risikogruppen 

Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr betont, man hätte sehr gerne das größte und älteste Landesfest in Deutschland ausgerichtet. Angesichts der weltweit und in Deutschland sehr dynamischen und ernstzunehmenden Situation aufgrund des Corona-Virus sei eine planvolle Umsetzung in der letzten Phase aber nicht zu gewährleisten. Gestützt durch neue Risikoanalysen und -bewertungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Robert Koch-Instituts halte man es für richtig und wichtig, den Schutz von Risikogruppen in den Vordergrund zu stellen und für die Freihaltung von Kapazitäten im medizinischen Bereich und bei den Hilfsorganisationen zu sorgen. Dies gelte auch für einen Zeitraum Anfang Juni, für den heute noch keine abschließende Einschätzung abgegeben werden könne, sagt Stöhr. »Diese Entscheidung wurde von uns schweren Herzens getroffen, da viele Institutionen, Partner, Kirchen, Vereine, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, aber auch bereits viele Ehrenamtliche seit vielen, vielen Monaten den Hessentag mit sehr großem Engagement vorbereitet haben«, sagen Stöhr und der Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer. 

»Für die Hessische Landesregierung hat die Sicherheit der Bevölkerung oberste Priorität. Hierfür bitten wir alle, die mit außergewöhnlichem Einsatz an der Umsetzung des Hessentags 2020 gearbeitet haben und all diejenigen, die sich bereits auf den Besuch in Bad Vilbel im Juni gefreut haben, um Verständnis«, betonte der Chef der Staatskanzlei. 

Zu den Kosten erklärte Staatsminister Wintermeyer: »Wir werden die Stadt Bad Vilbel nicht im Regen stehen lassen.« Über die genaue Höhe der Kosten könne allerdings erst nach Vorliegen der endgültigen Abrechnung berichtet werden.

Dennis Di Rienzo hat noch versucht mit einem Video-Appell den Hessentag zu retten. Doch vergebens. Unterdessen steigt die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Hessen weiter. Das DRK ruft weiter zu Blutspenden auf. Auch wenn der Hessentag abgesagt wurde. Noch immer halten sich nicht alle daran, größere Versammlungen zu meiden

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