Herausgeputzt: Das Alte Rathaus ist auch mit Geldern aus den Fördertöpfen anlässlich des Hessentages saniert worden. FOTOS: HOLGER PEGELOW

Städtebauliche Maßnahmen

Hessentag schiebt viele Projekte an

Zusammen feiern und dabei die hessische Kultur pflegen, das ist das ursprüngliche Ziel des Hessentages gewesen.Bad Vilbel hatte für 2020 den Zuschlag vom Land erhalten. Trotz Absage hat das Spektakel überall in der Stadt Spuren hinterlassen.

K aum eine Stadt hatte es in den vergangenen Jahrzehnten so leicht wie Bad Vilbel, einen Hessentag zu veranstalten. Denn die hessische Landesregierung hat das Jahr 2025 für die Brunnen- und Festspielstadt quasi reserviert. Das ist das Zugeständnis dafür, dass das Fest der Hessen in diesem Jahr wegen der gesundheitlichen Gefahren durch die Pandemie abgesagt werden musste. Ansonsten hätte sich die Stadt gegen mögliche Konkurrenten durchsetzen müssen.

Um eine erneute Bewerbung wird sie nicht herumkommen, schon wegen der Millionengelder, die für eine solches Vorhaben fließen. »Es hängt nur davon ab, wie Sie und Ihre Gremien sich entscheiden«, sagt Staatsminister Axel Wintermeyer (CDU) zu Beginn seines Besuches in Bad Vilbel. Und ganz zum Schluss, nach über einer Stunde Rundgang, betont er: »Es würde mich freuen, wenn Sie die Chance 2025 ergreifen würden.« Da stand er unter dem Eindruck dessen, was er in den vorherigen 75 Minuten gesehen hatte.

Der Hessentagsbeauftragte Claus-Günther Kunzmann und Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) führten den Minister an einige Orte und Objekte, die aufgrund des Zuschlages für den Hessentag 2020 entweder saniert oder restauriert oder neu gebaut worden sind. Wintermeyer konnte sich davon überzeugen, dass Hessentag heute nicht mehr bedeutet, gemeinsam zu feiern und dabei Brauchtum zu pflegen. Das Land gibt alljährlich Millionengelder, um in den Hessentags-Kommunen Investitionen anzustoßen, die ansonsten entweder gar nicht oder wesentlich später getätigt worden wären.

Ein solches Projekt ist der Ausbau des stadtseitigen Niddaradweges. Schon länger hatte die Stadt geplant, diesen Weg als gefahrlose parallele Alternative zur für Radfahrer problematischen Frankfurter Straße zu bauen. Der geplante Hessentag hat das Projekt nach vorne gezogen, nicht zuletzt deshalb, weil die Stadt ein klimafreundliches Hessenfest hatte veranstalten wollen. Das hätte bedeutet: Die Autos wären weitgehend außerhalb der (Kern-)Stadt geblieben, innen hätten sich alle entweder zu Fuß, per Bus oder per Fahrrad bewegen müssen. »Der neue Weg wird fantastisch angenommen«, betont der Bürgermeister.

Mittel aus zwei Fördertöpfen

Der Hessentagsbeauftragte weist während des Rundgang darauf hin, dass die Stadt zwei Förderprogramme in Anspruch nehme: das Städtebau-Förderprogramm mit dem Thema Lebendige Zentren und ein Programm zum Ausbau der touristischen Infrastruktur. Beides zusammen führt dazu, dass nicht nur die Gäste eines Hessentages davon profitiert hätten, sondern alle Bad Vilbeler und die Besucher der Stadt, auch über das Fest hinaus. »Wir haben Sitzbereiche geschaffen, um die Aufenthaltsqualität an der Nidda zu erhöhen«, deutet Kunzmann im Kurpark auf die Tische und Bänke, auch auf die am neuen Rad- und Fußweg. Der Hessentag hat sicher auch Anstoß gegeben, dass die Stadt ihre Plätze an der Frankfurter Straße aufwerten will. Das ist schon passiert in der Baugasse, aber ganz besonders im Bereich Grüner Weg. Dort macht die kleine Delegation halt am Brunnen. Später dann nahe der Frankfurter Volksbank. »Diesen Platz werden wir noch neu pflastern«, kündigt Kunzmann an. »Bad Vilbel baut viel Neues, aber wir achten auch darauf, das Alte zu erhalten.«

Das sagt er nahe der kleinen Traditionsinsel, die sich um das Alte Rathaus herum gebildet hat. Auch das historische Rathaus erstrahlt in neuem Glanz. Auch für die Sanierung der Sandstein-Fensterbänke, der Fenster, Türen und des Aufgangs sind Mittel des Landes in Anspruch genommen worden.

Neue Sitzplätze am Nidda-Ufer

Dem Minister sind ebenso die Alte Mühle, das Römermosaik, der Hassia-Tempel, das Kriegerdenkmal im Kurpark und beispielsweise auch eine neu geschaffene Sitzgelegenheit direkt am Niddaufer gezeigt worden. »Sie sehen, überall in der Stadt hat der Hessentag seine Spuren hinterlassen, auch wenn er gar nicht stattgefunden hat«, sagt der Bürgermeister. Und Kunzmann ergänzt: »Die vielen kleinen Projekte sind für die Menschen sichtbarer als die großen.« Und vor allem von Dauer. Denn die Frage der Nachhaltigkeit hat in dem laut Wintermeyer »überzeugenden Konzept der Stadt Bad Vilbel« eine Rolle gespielt. Das Ganze folge dem Anspruch des Landes, in den Hessentagskommunen für eine »nachhaltige Stadtentwicklung« zu sorgen, fügte er hinzu.

Auch die Großprojekte wären fertig

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