Pflegedienstleiterin und Krankenschwester Manuela Lachnit führt bei Bereichsassistentin Nicole Otto im ASB-Pflegeheim in Karben den Corona-Test durch. Einmal pro Woche werden die Mitarbeiter und Bewohner auf SARS-CoV-2 getestet. Seit Beginn der Pandemie habe es dort noch keine Corona-Fälle unter Bewohnern oder Mitarbeitern gegeben, sagt Einrichtungsleiter Gernot Ruffing. FOTOS: FAUERBACH
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Pflegedienstleiterin und Krankenschwester Manuela Lachnit führt bei Bereichsassistentin Nicole Otto im ASB-Pflegeheim in Karben den Corona-Test durch. Einmal pro Woche werden die Mitarbeiter und Bewohner auf SARS-CoV-2 getestet. Seit Beginn der Pandemie habe es dort noch keine Corona-Fälle unter Bewohnern oder Mitarbeitern gegeben, sagt Einrichtungsleiter Gernot Ruffing. FOTOS: FAUERBACH

Pflegenotstand

Heilsberger Altenzentrum: Warten auf die Impfung

  • vonChristine Fauerbach
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Besuchsverbot, strenge Hygienevorschriften, Schnelltests und Impfungen - die Pflegeeinrichtungen Altenzentrum Heilsberg und ASB Wohnen und Pflege in Karben kämpfen gegen die Pandemie.

Infiziertes oder in Quarantäne befindliches Personal, Schnelltests, mehr Papierkram wegen den Auflagen für Besucher und die Vorbereitung, Durchführung und Nachbetreuung der Impfungen. In Alten- und Pflegeeinrichtungen herrscht sowieso schon Personalknappheit - die Corona-Pandemie verschärft diesen Notstand aber noch einmal.

"Personal- und Fachkräftemangel sind seit Jahren ein großes Problem, das sich durch die Pandemie weiter zuspitzt und den Frust der ständig überlasteten Mitarbeiter erhöht", betonen Uwe Brömmer und Gernot Ruffing. Die beiden Einrichtungsleiter des Altenzentrum Heilsberg und ASB Wohnen und Pflege Karben und ihre Mitarbeiter erbringen Hochleistungen im Dauerbetrieb, stehen ständig unter Strom. "Wir können seit Jahren unsere freien Stellen nicht mehr mit adäquat ausgebildeten Kräften nachbesetzen. Der Markt ist leer gefegt."

Zusätzliche Aufgaben für Pflegemitarbeiter während der Pandemie

Kurz vor Weihnachten hat der Vorstand der Diakonie Hessen nochmals Staatsminister Kai Klose in einem Schreiben über den Pflegenotstand in Hessen informiert und gebeten Kräfte aus Hilfsorganisationen, die sonst im Katastrophenschutz eingesetzt sind, zu mobilisieren, um das Personal in den Pflegeorganisationen zu unterstützen. In Zeiten der Pandemie übernähmen die Pflege-Mitarbeiter nämlich auch zusätzliche Aufgaben, wie etwa das Frisieren der Bewohner. Auch seelischer Zuspruch, das Zeitnehmen für die Senioren und ihre Sorgen, sei wichtiger denn je und braucht Zeit.

Am 3. Januar wurden Mitarbeiter und Bewohner - vorausgesetzt sie waren einverstanden - gegen das Coronavirus von einem mobilen Impfteam geimpft. Der Termin für die zweite Impfung innerhalb von drei bis vier Wochen steht im ASB-Heim noch nicht fest, sagt Gernot Ruffing.

Noch keine Impfung auf dem Heilsberg

Auf dem Heilsberg sieht das anders aus: "Wir haben noch keinen Impftermin für unsere 140 Bewohner und unsere 120 Mitarbeiter genannt bekommen", bedauert Brömmer. Die Formulare zur Vorbereitungen für die Impfung füllen bereits sieben Ordner. "Teils müssen die Formulare wie Einverständniserklärungen noch einmal ausgefüllt werden, da sie geändert wurden."

Im Altenzentrum Heilsberg haben sich im Laufe des vergangenen Jahres 2020 sieben Bewohner und eine Mitarbeiterin mit dem Coronavirus infiziert. "Alle zeigten keine Symptome. Wir sind froh, dass es bisher keine neuen Fälle gab", sagt Brömmer. Im ASB-Heim Karben habe es bisher keine Covid-19-Erkrankungen gegeben.

Leiharbeiter helfen Personal

In den Einrichtungen werden alle Mitarbeiter und Physiotherapeuten einmal pro Woche getestet, Bewohner bei Verdacht. Zusätzlich nimmt das Karbener Personal seit April an wöchentlichen Hygieneschulungen teil. Pflegedienstleiterin und Krankenschwester Manuela Lachnit führt in Karben die Tests seit Anfang Dezember durch. Auf dem Heilsberg macht das die Qualitätsbeauftragte und stellvertretende Pflegedienstleiterin Dominika Glender. In beiden Einrichtungen gilt weiterhin das Besuchsverbot bis auf Ausnahmefälle, die dann ebenfalls getestet werden. Nach 20 Minuten liegt das Testergebnis vor. Doch den zeitlichen Aufwand für die Point-of-care (PoC)-Antigen-Tests beziffern die beiden Einrichtungsleiter gleichermaßen mit bis zu sieben Wochenstunden plus weiterer Stunden, um alles anschließend zu desinfizieren.

Das Altenzentrum Heilsberg arbeitet mit Leiharbeitern zusammen, die die 60 Pflegekräfte unterstützen. "Für Schnelltests haben wir keine externen Kräfte, die über eine Arzt-Delegation verfügen, gefunden", sagt Uwe Brömmer. Gerade so komme man "unter schwierigsten Bedingungen" mit dem Personal aus. Das macht Brömmer auch stolz auf seine Mitarbeiter. "Sie packen über einen langen Zeitraum mit an und stellen sich immer wieder kurzfristig auf neue Verordnungen ein", lobt er.

Ständiger Austausch mit dem Träger

Die beiden Träger, ASB und Diakonie, hätten die Einrichtungen gut mit Material wie Einmalhandschuhen, Schutzkittel- und -schilden, FFP2-Atemschutzmasken und Schnelltests für jeweils einen Monat ausgestattet. Zudem finden in den ASB-Einrichtungen seit März 2020 Online-Konferenzen mit Teilnehmern aus Geschäfts-, Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen statt. "Dadurch stehen wir im ständigen Austausch und sind auf dem aktuellsten Stand", informiert Ruffing.

Die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen gelten in der Corona-Pandemie wegen ihres hohen Alters und ihren oftmals vorhandenen Vorerkrankungen als besonders gefährdet. Aus diesem Grund gelten in vielen Einrichtungen Besuchsverbote, strenge Hygienevorschriften, und es werden Schnelltests durchgeführt. Für die Covid-19-Impfung gilt: Es besteht ein freiwilliges Impfangebot, aber keine Impfpflicht. cf

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