Marketing-Chef Stefan Müller und Nachhaltigkeitsmanagerin Laura von Flemming suchen nach Möglichkeiten, um den CO2-Fußabdruck von Hassia weiter zu reduzieren. Dafür will das Familienunternehmen mit der Marke Hassia zu 100 Prozent auf Mehrweg setzen. FOTO: NIKLAS MAG
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Marketing-Chef Stefan Müller und Nachhaltigkeitsmanagerin Laura von Flemming suchen nach Möglichkeiten, um den CO2-Fußabdruck von Hassia weiter zu reduzieren. Dafür will das Familienunternehmen mit der Marke Hassia zu 100 Prozent auf Mehrweg setzen. FOTO: NIKLAS MAG

CO2-Fußabdruck

Hassia produziert klimaneutral in Bad Vilbel

  • vonNiklas Mag
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Die Bad Vilbeler Firma Hassia produziert in Bad Vilbel seit Juni völlig klimaneutral. Und der Getränkehersteller möchte künftig den CO2-Fußabdruck weiter reduzieren.

Günter und Dirk Hinkel leiten als Vater und Sohn den Bad Vilbeler Mineralwasserbetrieb Hassia in vierter und fünfter Generation. 1400 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, erwirtschaftet mit einem Absatz von etwa 820 Millionen Litern einen Umsatz von über 280 Millionen Euro. "Für das Thema Umweltschutz haben wir vor, einen dreistelligen Millionenbetrag in verschiedene Maßnahmen zu stecken", sagt Stefan Müller, Marketing-Chef bei Hassia.

Viel Geld sei bereits investiert worden, beispielsweise in eine moderne Lkw-Flotte, neue Lagerflächen und eine moderne Abfüllanlage. "Wir arbeiten mit Mineralwasser, einem Naturprodukt. Das ist für uns die Existenzgrundlage", sagt Müller. Doch sei das nur ein Grund, warum Hassia so viel am Umweltschutz liege.

Hassia produziert klimaneutral: Nachhaltigkeitsmanagerin eingestellt

Für die Nachhaltigkeit im Unternehmen ist mit Laura von Flemming seit 2013 eine Expertin an Bord, die sich hauptverantwortlich um das Thema Nachhaltigkeit kümmert. "Wie nachhaltig wir arbeiten wird jedes Jahr vom Institut Fresenius überprüft", erklärt sie. 2020 erhielt Hassia das Siegel zum fünften Mal in Folge. "Wir wollen heute für morgen handeln und das Thema Nachhaltigkeit deshalb in allen Bereichen verkörpern."

Die Firma baue ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf drei Säulen auf. Dazu gehören die Ökologie, aber auch die Ökonomie und soziales Engagement. Die Mitarbeiter im Unternehmen sollen ebenfalls nicht zu kurz kommen: Für sie gibt es ein 200 Quadratmeter großes Fitnessstudio, auch Nachhaltigkeitstage veranstaltet Hassia und lädt Mitarbeiter zu Werte-Workshops ein.

Hassia produziert klimaneutral: Recyclingquotebei 97 Prozent

Im Juni dieses Jahres konnte von Flemming einen gigantischen Erfolg vermelden, denn der Hassia-Standort Bad Vilbel arbeitet seitdem komplett klimaneutral. "Um den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, muss man sich immer fragen, wo sind Emmissionen vermeidbar, wo können sie verringert werden und wo kompensiert?", sagt von Flemming. Schon 2015 sei Hassia auf Ökostrom umgestiegen, was einen sehr positiven Einfluss auf die Bilanz gehabt habe. Seit 2013 habe das Unternehmen den CO2-Fußabdruck um die Hälfte reduzieren können. "Da spielen andere Maßnahmen mit hinein. Beispielsweise liegt unsere Recyclingquote bei über 97 Prozent, die Beleuchtung ist auf LED umgestellt worden, wir verfügen über 2600 Qudratmeter Fotovoltaikanlagen und nutzen nur noch E-Gabelstapler", zählt die Nachhaltigkeitsmanagerin auf.

Eine der größten Investitionen überhaupt sei die neue Glasmehrweg-Anlage, die bereits in Betrieb sei. Knapp 2500 Quadratmeter ist diese groß, die Installation dauerte ein halbes Jahr. "Eine große Investition, aber mit wesentlichen Effekten", weiß von Flemming. 20 Prozent Wasser und 25 Prozent Strom spart die Anlage dank moderner Technik im Vergleich zur vorherigen.

Hassia produziert klimaneutral: Künftig 100 Prozent Mehrweg-Flaschen

Um CO2 weiterhin kompensieren zu können, hat Hassia in den vergangenen Jahren weit über 1,2 Millionen Bäume gepflanzt. Das sei unter anderem bei einem Aufforstungsprojekt in Uganda geschehen sowie als Teil eines Waldschutzprojektes in Peru. "Dort pflanzen wir aber nicht nur Bäume. Diese Projekte sind immer auch mit sozialen Tätigkeiten verbunden." Auch Arbeitsplätze oder Bildungsstätten würden im Rahmen dieser Projekte geschaffen. Das Familienunternehmen habe sich zudem entschieden, mit der Marke Hassia zu 100 Prozent auf Mehrweg zu setzen.

Und auch in Zukunft wird Laura von Flemming trotz ihrer Erfolge noch viel zu tun haben. Denn Hassia-Chef Dirk Hinkel kündigte bereits vor einer Weile an: "Wir werden auch weiterhin daran arbeiten, die noch anfallenden CO2-Emmissionen zu verringern, beispielsweise durch neue und moderne Technik, alternative Kraftstoffe und effizientere Organisationsprozesse."

Nicht nur in Uganda und Peru engagiert sich Hassia, sondern aufgrund der Firmengeschichte auch vor Ort in Bad Vilbel. "Wir finden, ein Betrieb muss der Region, in der er aktiv ist, auch immer etwas zurückgeben", sagt Marketing-Chef Stefan Müller.

Hassia sponsert somit beispielsweise das Quellenfest, den winterlichen Eisspaß oder hat vor Kurzem dem frisch gegründeten Verein Kirschberghütte drei Streuobstwiesen und Material überlassen. Auch an der Nidda-Renaturierung ist das Vilbeler Unternehmen maßgeblich beteiligt. nma

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