Hansfried Münchberg
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Hansfried Münchberg

Website über Gronau

Hansfried Münchberg hat seine Kindheit in Bad Vilbel-Gronau nie vergessen

  • vonChristine Fauerbach
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Hansfried Münchberg und Rainer Hoch leben seit Jahrzehnten nicht mehr im Bad Vilbeler Stadtteil, doch fühlen sie sich mit ihrer Heimat stark verbunden. So stark, dass sie eine Website darüber betreiben.

Am 12. Juli war es so weit: Der 55 555. Besucher war online auf der Website www.gronau-hessen-nassau.de unterwegs, um sich über Aktuelles und Historisches aus Gronau zu informieren. Die Leser stoßen dort auf »Kleine Geschichte(n) - von kleinen Leuten - in einem kleinen Dorf«.

Auf dem schon lange abgerissenen Bahnhofsgebäude stand einst in großen Lettern zu lesen: »Gronau H. N.«. Das H. N. stand für »Hessen-Nassau« und stand Pate bei der Website-Namensgebung von Hansfried Münchberg. Das Bahnhofsgebäude ist zwar längst wie das alte Rathaus abgerissen, aber wie so viel anderes bei den Gronauern nicht in Vergessenheit geraten. Einen großen Anteil daran haben der 74-jährige Münchberg und sein gerade einmal zwei Jahre älterer Onkel Rainer Hoch.

Kontakt zur Heimat nie verloren

Aufgewachsen sind die beiden einstigen Lausbuben in den 1950er Jahren in Gronau. Das Dorf war eine selbstständige Gemeinde mit 600 Einwohnern. Es liegt idyllisch inmitten grüner Auen und fruchtbarer Felder an der Einmündung der Nidder in die Nidda. Münchberg wächst bei den Großeltern auf, zieht erst mit siebeneinhalb Jahren zu seinen Eltern. Die Erinnerung an ihre unbeschwerte Kindheit voller Abenteuer und spannenden Geschichten sowie liebenswerten Menschen verblasste beim späteren Maler und Grafiker Münchberg und seinem Onkel nie. »Wir hatten als Kinder in Gronau eigentlich das Gefühl unbegrenzter Freiheit, trotzdem hat wohl, ohne dass wir das bemerkt hätten, das halbe Dorf auf uns aufgepasst.«

Auf ihrer Website hält das Duo die »Erinnerung an das liebenswerte Dorf Gronau fest, das in die Mühlen der Eingemeindung nach Bad Vilbel geraten ist«. Zu den Lieblingsplätzen von Münchberg gehört zum einen »die Kirchgasse mit der Werkstatt von Gerhard Wenzel, wo wir uns als Kinder die Nase am Fenster platt gedrückt haben, um die Arbeit mit den faszinierenden Maschinen, die damals noch über Transmissionsriemen angetrieben wurden, zu beobachten.« Und zum anderen die »Metzgerei Meisinger« heute »Metzgerei Wenzel«. Mit Gronau verbindet der schon lange in seinem Elternhaus in Moers lebende Münchberg bis heute Geschmack, Geruch und Aussehen von Rippchen, Gelb- und Fleischwurst sowie »Solwer« (gepökeltes Schweine- oder Rindfleisch). Das Zentrum »seines Dorfes« bildeten das alte Rathaus, das Gasthaus »Zur Rose«, die Bäckerei Wenzel, aber auch die Schiffschaukel und die Schießbude auf der Kerb.

Programme selbst gebastelt

Den Kontakt zu Gronau hat er nie verloren. »Hier leben zahlreiche Freunde und Bekannte. So kam es, dass ich eines Tages die Idee hatte, meinem Heimatdorf Gronau, inzwischen ein Stadtteil von Bad Vilbel, eine eigene Webseite aufzubauen, auf der ich all das zugänglich machen wollte, was wir und andere Gronauer erlebt haben und an alle Interessierte - auch jüngere Menschen und Neubürger - weitergeben wollten.«

Bei der Umsetzung des Vorhabens, eine Gronauer Website aufzubauen, kamen ihm seine mit einem »Commodore« und »Schneider-PC« erworbenen Computerkenntnisse und die selbst erlernte Programmiersprache »basic« zu Hilfe. Trotzdem sei alles sehr mühsam gewesen, weil es kaum bezahlbare Programme für vernünftiges Arbeiten auf dem Markt gegeben habe. Also schrieb Hansfried Münchberg erst kleine und dann komplexere Programme selbst.

19 Zeilen bei Google sind die Idee zur Website

Vor zehn Jahren ließ er sich einen Internet-Zugang schalten. Bei Google fand er zu Gronau: »Stadtteil von Bad Vilbel«, Geografische Lage (liegt zweieinhalb Kilometer nordöstlich von Bad Vilbel in einer Höhe von 115 Meter über NN) und Einwohnerzahl. »Zur Geschichte gab es insgesamt 19 Zeilen, die aber schon die Vorgeschichte, das Mittelalter und die Neuzeit komplett abhandelten. Das war nicht der Ort, den ich kannte«.

Er und sein Onkel, ein leidenschaftlicher Sammler, beschlossen daraufhin, die »vielen Geschichten, vor allem solche, über die wir 50 bis 60 Jahre später noch herzhaft lachen konnten«, aufzuschreiben. In kurzer Zeit kam eine ganze Reihe von gesammelten Kindheitserinnerungen zusammen, die durch Gronauer ergänzt wurden und auch noch immer werden. Das Duo bietet auf seiner Homepage Lesern einen reichen Fundus an Geschichten und Geschichte, in Wort und Bild. Sie stoßen damit offensichtlich nicht nur bei Gronauern auf reges Interesse, wie die 55 555 Klicks zeigen.

Hansfried Münchberg und Rainer Hoch suchen für ihre Homepage kreative wie zuverlässige Nachfolger. Der Gronauer André Müller will den »Internet-technischen« Teil der Seite betreuen. Händeringend gesucht wird ein »Überzeugungs-Gronauer« der bereit ist, langsam in den inhaltlichen Bereich miteinzusteigen. Geplant ist ein allmählicher Übergang. Interessenten können sich unter der E-Mail-Adresse hammes-muenchberg@web.de bei den Redakteuren melden. cf

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