Behindertenbeauftragter

Hajo Prassel soll weiter beraten

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Eine Bilanz seines zweieinhalb Jahre andauernden Schaffens zog der städtische Behindertenbeauftragte Hajo Prassel bei der Reihe "FDP vor Ort". Das sorgte bei den Anwesenden für eine längere Diskussion. Fraktionschef Jörg-Uwe Hahn forderte im Anschluss sogar, ihn trotz dessen Wegzugs nach Michelstadt (wir berichteten) weiter als Behindertenbeauftragten einzusetzen.

Eine Bilanz seines zweieinhalb Jahre andauernden Schaffens zog der städtische Behindertenbeauftragte Hajo Prassel bei der Reihe "FDP vor Ort". Das sorgte bei den Anwesenden für eine längere Diskussion. Fraktionschef Jörg-Uwe Hahn forderte im Anschluss sogar, ihn trotz dessen Wegzugs nach Michelstadt (wir berichteten) weiter als Behindertenbeauftragten einzusetzen.

Hahn: "Wie kein zweiter ist Hajo Prassel für die Rolle als Behindertenbeauftragter aufgrund seiner Erfahrungen, aber auch seiner Ausbildung geeignet. Die Menschen nutzen das Angebot, sein Wirken ist spürbar. Als erste im Wetteraukreis haben wir Bad Vilbeler den Schritt nach vorne gemacht und das Amt eingeführt. Eine weitere Maßnahme für mehr Barrierefreiheit muss jetzt sein, unabhängig vom Wohnort die Expertise Prassels nutzbar zu machen."

Weil die Satzung der Stadt an der Stelle einen gewissen Interpretationsraum lasse, hält Hahn die Weiterbeschäftigung für umsetzbar. "Wir Liberale sind auch bereit, für die Zukunft die Satzung zu ändern."

In seinem Vortrag gewährte Prassel Einblicke in die Bad Vilbeler Bevölkerungsstruktur. "Es gibt in der Stadt 5145 Menschen mit Behinderung". Darunter machten den größten Anteil mit 1676 Personen die Gehbehinderten aus. Von diesen Menschen seien 783 Personen, auf eine Begleitperson angewiesen. "Wir sehen, es handelt sich nicht um eine kleine oder gar zu vernachlässigende Gruppe innerhalb unserer Gesellschaft.", so Prassel weiter. Weil viele keinen Antrag stellten, sei die Zahl wohl noch höher. Doch seien es durchschnittlich über zehn Menschen, die seine Sprechstunden aufsuchten.

"Meine Hauptaufgabe liegt darin Barrieren abzubauen, vor allem in den Köpfen", erklärte Prassel. Er wies auch auf die besonderen Hürden hin, denen Behinderte im Internet begegneten. Nicht überall seien Untertitel verfügbar, Schriftgrößen anpassbar und Texte mit einer Vorlesefunktion versehen. Die anwesenden Freien Demokraten forderten daraufhin im ersten Schritt eine Anpassung der städtischen Online-Dokumente an die Bedürfnisse Sehbehinderter, so Parteichef Thomas Reimann.

Prassel selbst war "überwältigt von der Akzeptanz", die seine Aussagen bei den Anwesenden erzielt hätten. So auch bei zwei Bauträgern – Thomas Reimann von Alea und Joachim Pfeil, der gerade das "City Living One" im Grünen Weg realisiert. "Wir haben viel über barrierefreies Bauen gesprochen", sagt Prassel.

Die Forderung von Hahn, Prassel weiterhin im Amt zu lassen, hat für ihn nicht höchste Priorität. "Wichtig ist, dass das Beratungsangebot erhalten bleibt", sagt er. Die müsse fachlich versiert ausfallen. Deswegen erklärt er auch grundsätzlich seine Bereitschaft dazu, weiterhin Beratungen anzubieten. Vielleicht nicht ganz so oft, dafür länger. Und nicht auf Dauer, sondern eher so lange, bis ein adäquater Ersatz gefunden wurde. "Der Beratungsbedarf wird sich aber nicht in Luft auflösen, deswegen würde ich es schon machen", sagt Prassel. Doch darüber wird nun die Politik beraten müssen. (Foto: Kopp)

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