Hahn: Teure Nachricht für Autofahrer

  • vonRedaktion
    schließen

Bad Vilbel (pm). Mehr als 2700 Verkehrsteilnehmer wurden bei drei Radarkontrollen an der B 3-Bodenwelle zwischen Bad Vilbel und dem Preungesheimer Dreieck seit Januar 2021 geblitzt. 227 Fahrer erwarten Fahrverbote. Dies geht aus der Antwort des Hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) auf eine Kleine Anfrage des Wetterauer Landtagsvizepräsidenten Jörg-Uwe Hahn (FDP) hervor.

Angaben zu einer Summe der Verwarnungs- und Bußgelder seien noch nicht genannt werden, heißt es in einer Mitteilung von Hahn.

Der FDP-Politiker hatte sich nach eigenen Angaben seit dem Auftreten der Schäden intensiv für eine schnelle Sanierung starkgemacht (diese Zeitung berichtete). Bereits zum fünften Mal habe er die B3-Bodenwelle mittels einer Kleinen Anfrage auf die Agenda des Hessischen Landtags gebracht, im vergangenen Jahr erneut auftretende Bodenwellen hätten ihn wieder aktiv werden lassen. Reparaturmaßnahmen würden seitens der zuständigen Behörde Hessen Mobil zunächst nicht aufgenommen, stattdessen seien Geschwindigkeitsbegrenzungen vorgenommen und Radargeräte aufgestellt worden.

Sanierung hat begonnen

In seiner jüngsten Anfrage an die schwarz-grüne Landesregierung hatte der Parlamentarier unter anderem gefragt, zu welchem Ergebnis ein entsprechendes Fahrbahngutachten gekommen sei und wann endlich mit entsprechenden Baumaßnahmen begonnen werde. Al-Wazir habe daraufhin mitgeteilt, dass das aktuelle Schadensbild laut Gutachten auf eine Volumenänderung des unter dem Fahrbahnkörper anstehenden Untergrundes durch das Schrumpfen und Quellen vorhandener Tone bei Wassereintritt zurückzuführen sei. Die Sanierung in Fahrtrichtung Frankfurt habe zwischenzeitlich bereits begonnen, die Sanierung der Gegenfahrbahn sei für das Jahr 2022 vorgesehen. »Jedenfalls ist eine Baustelle eingerichtet!«, stellt Hahn fest. Die Kosten der Gesamtsanierung liegen laut Angaben des Verkehrsministers derzeit bei 550 000 Euro.

»Autofahrer werden geschröpft«

Auf die Frage Hahns, ob auch künftig geplant sei, dort Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen und dadurch Bußgeldeinnahmen zu generieren, antwortete der grüne Verkehrsminister, dass an dieser Messstelle auch künftig in unregelmäßigen Abständen Kontrollen durchgeführt würden. Die Anzahl der Verstöße und die hohe Anzahl der Fahrverbote verdeutlichten nach den Ausführungen des Ministers, dass an dieser Örtlichkeit viele Kraftfahrzeuge die zugelassene Höchstgeschwindigkeit überschreiten.

»Ich bin froh, dass endlich mit der Sanierung begonnen wurde«, schreibt Hahn. »Das Land Hessen hat die Zwischenzeit genutzt, um mit dem Geld der Autofahrer kräftig die eigene Kasse zu füllen und die Kosten für die Sanierung zu refinanzieren. Die baustellengeplagten Autofahrer wurden geschröpft und gleichzeitig wurde versucht, Fahrer mit Radarfallen zu erziehen. Ich hätte mir gewünscht, dass man sich stattdessen um die schnelle Durchführung der Sanierungsmaßnahmen gekümmert hätte«, kritisiert Hahn in einer Mitteilung und zeigt sich über die Ankündigung des Verkehrsministers, auch künftig Radarkontrollen durchführen zu lassen, nach eigenen Angaben verwundert.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare