Baugenehmigung

Grünes Licht für Therme in Bad Vilbel

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Das Mega-Projekt aus Kommunalbad, Therme und Hotel in Bad Vilbel rückt näher: Nun ist die Baugenehmigung da! Die Zahlen, die mit dem Kombibad in Verbindung gebracht werden, sind beeindruckend.

Im Sitzungssaal des Rathauses herrschte am Donnerstagmittag eine besondere Stimmung. Denn da ist quasi der Startschuss für ein laut Hessischem Rundfunk 200-Millionenprojekt gefallen. Die Baugenehmigung der Kreisbehörden für das Großprojekt ist unterschrieben. Da ließ es sich die Kreisspitze nicht nehmen, zu kommen. Außer Landrat Joachim Arnold war auch der Erste Kreisbeigeordnete und Baudezernent Jan Weckler da, seitens der Stadt Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr sowie Erster Stadtrat Sebastian Wysocki. Stadtrat Klaus Minkel kam in seiner Funktion als 1. Werkleiter der am Bau beteiligten Stadtwerke.

Landrat Arnold bezeichnete das Kombibad als Beispiel gelungener Partnerschaft zwischen öffentlicher Hand und privatem Investor. Die Stadt und die Region würden als Tourismus-, Gesundheits-, Sport- und Arbeitsplatzstandort gestärkt.

Auf Knopfdruck zum Freibad

Das neue Bad wird eines der größten Bäder deutschlandweit und gilt als Vorzeigeprojekt. Ähnliche Bäder hat Wund bereits in Erding und Sinsheim gebaut. In Erding hat es zu einem Aufschwung beim Tourismus geführt.

Mit seinem großen Areal mit Wasserrutschen und Wellenbad wird das neue Bad für Familien mit Kindern ein attraktiver Freizeitspaß werden. Durch die räumliche Trennung zu den anderen Bereichen des Schwimmbads können die Kinder nach Herzenslust toben, ohne in Konflikt mit Gästen zu geraten, die es lieber ruhiger mögen.

Dieser Bereich lässt sich, ebenso wie die Bereiche »Schwimmen« und »Wellness«, separat erreichen. Die Gäste zahlen nur für den Bereich, den sie wirklich nutzen wollen. Das Angebot bleibt so auch für Familien mit nur kleinem Freizeitbudget bezahlbar.

Badekuren im Palmenparadies

Badekuren und verschiedene weitere Gesundheitsangebote sollen künftig ganzjährig im sogenannten Palmenparadies angeboten werden, das mit echten Palmen eine Art Südseeflair vermittelt.

Die Saunalandschaft des neuen Bades wird auf dem Dach des mehrstöckigen Gebäudes angesiedelt und soll über 15 Saunen, verschiedene Vitalbecken sowie einen großen Pool und einen geräumigen Dachgarten im Freien verfügen. Sowohl das »Palmenparadies« als auch die Saunabecken lassen sich quasi auf »Knopfdruck« in ein Freiluft-Areal verwandeln.

Mit dem neuen Gebäude kommen auch die Vereins- und Freizeitschwimmer auf ihre Kosten. Mit dann acht Schwimmbahnen stehen drei mehr als im alten Hallenbad der Stadt im Kurpark zur Verfügung. Mit der gestiegenen Anzahl an Becken lassen sich die Bedürfnisse der verschiedenen Nutzergruppen problemlos miteinander vereinen. Ein separater Bühnenbereich macht die Halle auch für Sportwettkämpfe attraktiv.

»Ich bin froh, dass sich die Stadt und Herr Wund dazu entschlossen haben, den Schwimmbereich gegenüber dem alten Hallenbad zu vergrößern. Nach den vielen Jahren, in denen die Kommunen gezwungen waren, reihenweise ihre Schwimmbäder zu schließen, werden wir jetzt in Bad Vilbel erstmals wieder einen Nettozuwachs an Flächen für den Schwimmsport erreichen«, freut sich Baudezernent Weckler.

400 Arbeitsplätze entstehen

Das neue Kombibad mit angegliedertem Hotel wird Arbeitgeber für mindestens 400 Personen sein. Die Stadt erhofft sich, dass durch die positive Sogwirkung in der Stadt weitere Arbeitsplätze entstehen.

Der Anspruch, den Bäderkomplex so barrierearm wie möglich zu errichten, hatte in der Vergangenheit den Planern einiges Kopfzerbrechen bereitet, heißt es in der Pressemitteilung des Kreises. »Das jetzt gefundene Konzept macht das Hallen- und Thermalbad zu einem Vorzeigeobjekt in punkto Barrierefreiheit. Die Pläne nochmals zu überarbeiten, hat sich definitiv gelohnt«, ist sich der Baudezernent sicher.

Kommentar

Gut für den Tourismus

Das, was nach der Genehmigung durch den Kreis in der Hessentagsstadt entstehen wird, stellt alle bisherigen Investitionen in den Schatten. Die Stadtwerke haben mit Josef Wund allerdings einen Investor gewonnen, der schon in Erding und Sinsheim gezeigt hat, dass er solche Riesenprojekte stemmen kann. Die Stadtwerke haben ihr Risiko und damit das der Steuerzahler minimiert, weil sie nun nicht mehr als Mitinvestor auftreten, sondern nur noch zwei der drei Parkhäuser betreiben. Der neue Bad-Komplex dürfte zahlreiche Touristen nach Bad Vilbel locken. Wenn diese nicht nur zum Schwimmen kommen, sondern ein paar Tage bleiben, könnte sogar der Einzelhandel profitieren. Das Mega-Projekt hat aber auch eine Schattenseite: Das chronisch stark belastete Vilbeler Straßennetz droht zu kollabieren. Deshalb ist eine clevere Strategie gefragt, zumindest einen Teil der Tages-Badegäste auf den ÖPNV zu lenken. Zeit, dafür gute Ideen zu sammeln, ist noch genug.

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