Grünes Licht für das Sporthaus

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Nach aufgeregten Debatten der vergangenen Wochen war das so nicht zu erwarten gewesen. Aber die Bad Vilbeler Stadtverordnetenversammlung hat der Finanzierung des vom SV Fun-Ball Dortelweil geplanten Sporthauses mit großer Mehrheit zugestimmt. Doch gab es kritische Töne.

Wenn Stadtrat Klaus Minkel (CDU) zu einer Stadtverordnetensitzung erscheint, muss etwas auf der Tagesordnung stehen, das ihm wichtig ist. Die Vorlage, die er gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) vorbereitet hatte, betrifft den Finanzierungsplan für das Sporthaus des SV Fun-Ball Dortelweil. Weil die Stadt hier äußerst großzügige Unterstützung leistet, war das Projekt in die Debatte geraten. Einer der Kritikpunkte: Die Stadt bevorzuge den Fun-Ball-Verein und setzt die anderen Vereine zurück. Ein Vorwurf, über den sich der Stadtrat doch sehr geärgert hat, wie er im Haupt- und Finanzausschuss deutlich machte.

Nun hob er im Stadtparlament erneut an: Es sei versucht worden, einen Keil zwischen die Stadt und den Sportverein zu treiben. "Das ist gründlich gescheitert", rief Minkel in den Saal. Es könne sich kein Verein beklagen, dass er zu wenig unterstützt werde. Der Stadtrat erinnerte daran, dass die Stadt die Sporthalle in der Saalburgstraße noch umfassend sanieren werde, "und auch die TV-Halle in Massenheim wird nicht vernachlässigt".

Der Stadtrat betonte, dass gut 3000 Menschen später einmal im Quellenpark wohnen werden. Von Anfang an sei eine große Fläche für den Gemeinbedarf reserviert gewesen. So würden dort zwei Kitas mit je vier Kindergartengruppen und zwei U3-Gruppen entstehen. Der Wetteraukreis plane dort eine dreizügige Grundschule mit Turnhalle. Diese Schulturnhalle werde auch den Vereinen außerhalb der Schulzeit zur Verfügung gstellt.

Das Angebot des Fun-Ball betreffe "keine klassische Sporthalle. Diese Offerte eines bewährten Vereins konnte die Stadt nicht ablehnen." Bei der Stadt bliebe lediglich ein Drittel der Bausumme hängen, "günstiger hätten wir eine solche Halle gar nicht bauen können". Minkel warb dafür, das Haus solle "geschlossen für das schöne Projekt stimmen".

Doch die Stadtverordneten wollte ihm da nicht folgen. Für die Grünen sagte Fraktionsvorsitzender Jens Matthias, vor einem Jahr habe der Magistrat "ein inhaltlich sehr dünnes Papier" vorgelegt. Im zweiten Anlauf sei es jetzt eine bessere Vorlage. Doch verwunderlich sei schon, dass die Halle mit 80 Prozent öffentlichen Geldern gebaut werde. Man habe gar kein Problem mit der Halle, und auch nicht mit dem Verein. Aber verwunderlich sei schon, dass der Verein hier auf Landeszuschüsse verzichte.

Matthias meinte, die Grünen könnten sich gut vorstellen, warum: "Dann hätte der Verein die Halle behindertengerecht bauen müssen, hätte nur umweltfreundliche Materialien verwenden dürfen und die Halle auch noch an andere Vereine vergeben müssen." Das wären nämlich drei wichtige Kriterien der Förderung gewesen. Zudem sei unklar, was der Verein bei weiter steigenden Kosten mache. "Mit dem Projekt haben wir schon Bauchschmerzen, stimmen letztlich aber zu", kündigte der Fraktionsvorsitzende an.

Auch für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Christian Kühl ist es unverständlich, dass der SV Fun-Ball auf Zuschüsse des Landes verzichtet. Zudem seien innerhalb dieses Jahres die Baukosten um rund 500 000 Euro gestiegen. "Wir haben vom Magistrat so gut wie keine Infos zu dem Projekt bekommen, wir haben nicht mal eine Skizze gesehen." Merkwürdig sei auch, dass CDU und FDP vor einem Jahr die Landeszuschüsse für unverzichtbar gehalten hätten und nun einer Vorlage ohne diese Zuschüsse zustimmen.

Fraktionskollegin Isil Yönter ergänzte, der Verein verzichte auf rund 220 000 Euro an Landesgeldern. Zudem bedeute der geplante, 330 Quadratmeter große Fitnessraum eine Konkurrenz zu den kommerziellen Anbietern. Sie fragte, warum diese Halle denn überhaupt gebaut werden solle. "In Dortelweil stehen laut dem städtischen Sportstättenanalyse 480 Stunden pro Halbjahr die Hallen leer."

Verwunderung löste die Rede von Martin Gecks (Freie Wähler) aus. Er gab zu, dass es bei den FW unterschiedliche Meinungen gibt. An den Vorsitzenden des SV Fun-Ball, Stefan Kött, gewandt, rief er: "Danke, dass ihr es aushaltet, dass Teile des Hauses gegen euch sind." Gecks stimmte dann mit CDU, FDP und Grünen für die Magistratsvorlage, die SPD enthielt sich, Daniela und Raimo Biere votierten dagegen.

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