Grüne gegen Feuerwehrplan

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
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Bei der Abstimmung über den Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Bad Vilbeler Feuerwehren gab es im Stadtparlament eine Überraschung: Die Grünen stimmten als einzige Fraktion dagegen.

Gleich zweimal ging es in der jüngsten Stadtverordnetensitzung um die Feuerwehren. So wurde der Bedarfs- und Entwicklungsplan verabschiedet, wobei die Grünen mit ihrem Abstimmungsverhalten für lange Gesichter sorgten.

Die Führungskräfte der Feuerwehr haben in Zusammenarbeit mit drei Stadtverordneten aus den Koalitionsfraktionen den Bedarfs- und Entwicklungsplan von 1999 aktualisiert und Perspektiven für die Zukunft aufgezeigt. Vertreter der Opposition waren nicht beteiligt worden.

Bei der Einbringung des Planes sagte Erster Stadtrat und Brandschutzdezernent Sebastian Wysocki (CDU), die Feuerwehren seien »gut aufgestellt und gut organisiert«. Er kündigte an, man werde die Zahl der hauptamtlichen Kräfte in den nächsten Jahren verdoppeln. Zudem wolle man sich »kritisch mit der Tagesalarmstärke und dem Zielerreichungsgrad auseinandersetzen«. Wie in der WZ berichtet, erreicht die Feuerwehr Heilsberg die vorgeschriebene Tagesalarmstärke gar nicht, und die Feuerwehr Kernstadt gerade so. Zudem muss der Stützpunkt modernisiert und erweitert werden. Das sieht der Plan auch vor.

Karl Peter Schäfer (CDU), der als einer der drei Stadtverordneten an dem Entwicklungsplan mitgearbeitet hatte, sagte, man halte an der dezentralen Feuerwehr fest. Mit den Fahrzeugen gehe man über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. »Wir investieren auch künftig in alle Gerätehäuser.« Christian Kühl (SPD) erklärte, die Personalstärke vor Ort könne »Anlass zur Sorge geben«. Zudem zeige der Plan auf, dass etliche Feuerwehrleute die Altersgrenze erreicht hätten. Der SPD-Fraktionschef forderte, den Ausbau des Stützpunktes »nicht hinauszuzögern«. Der Magistrat solle prüfen, ob der Stützpunkt nicht parallel zum Neubau des Gronauer Gerätehauses erfolgen könne. Er kritisierte indes, dass die Opposition nicht in die Erarbeitung einbezogen worden sei.

Amtseid gesprochen

Jörg-Uwe Hahn (FDP) hat nach eigenen Angaben an 19 Sitzungen teilgenommen, um den Plan mit zu erarbeiten. Er erinnerte daran, dass es der damalige Erste Stadtrat Jörg Frank gewesen sei, der die Mehrheitsfraktionen in die Planerarbeitung einbezogen habe. Dies sei geschehen, weil man für die notwendigen Investitionen auch die Mehrheit sichergestellt wisse wollte. Für die Grünen fragte Fraktionsvorsitzender Jens Matthias, ob man in den Stadtteil-Gerätehäusern alle großen Fahrzeuge haben müsse.

Oder ob es nicht besser sei, die Fahrzeuge in der Kernstadt zu konzentrieren und nur noch ein Fahrzeug in den Stadtteilen zu haben. Diese Alternative sei gar nicht untersucht worden. Deshalb stimme man dem Plan nicht zu. Wysocki entgegnete, das dezentrale Konzept habe sich bewährt. »Wenn wir in die Gerätehäuser in den Stadtteilen investieren, ist das gut angelegtes Geld.« Zudem sei es unpraktisch, alle Spezialfahrzeuge in der Kernstadt zu stationieren. Im Brand- oder Unglücksfall müssten alle Wehrleute dort zunächst hinfahren. »Die Fahrzeit zu den Gerätehäusern wäre kürzer.«

Im Rahmen dieser Sitzung wurden auch vier Feuerwehrleute vereidigt. So erhielten die Wehrführer Gerald Lamb (Gronau) und Mario Migdalski (Kernstadt) ebenso ihre Urkunden und wurden vereidigt wie deren Stellvertreter Carsten Schiebler (Kernstadt) und Markus Lorenz (Gronau). Der Erste Stadtrat hob lobend hervor, dass alle vier schon im Alter von zehn bzw. zwölf Jahren in die Feuerwehr eingetreten seien. Seitdem, hätten sie viele Lehrgänge absolviert und vielfältige Erfahrungen gesammelt. Für ihr ehrenamtliche Engagement wurden sie zudem geehrt, etwa Mario Migdalski mit der Ehrennadel in Silber der Stadt und dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.

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