Großes Richtfest für die Europäische Schule

Bad Vilbel (jas). Sie soll ein "magischer Ort" werden, sagte Tom Zijlstra, der Schulleiter der neuen Europäischen Schule Rhein-Main (ESRM) in Dortelweil. Zusammen mit zahlreichen Gästen wurde am Samstag Richtfest gefeiert. Bereits im Sommer soll hier gelernt werden.

Ebefalls gekommen waren der hessische Justiz- und Europaminister Jörg-Uwe Hahn (FDP), Landrat Joachim Arnold (SPD), Geschäftsführer Klaus Minkel, Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr (CDU), Förderer Dr. Hansgeorg Jehner sowie Kollegen anderer Schulen und zahlreicher Familien.

Nachdem im Juni mit dem ersten Spatenstich für das etwa 15 Millionen Euro teure Schulgebäude den Startschuss gefallen war, setzte Polier Kurt Gennrich nun mit dem Richtspruch den Schlusspunkt unter die Rohbauarbeiten. Nach 13 Monaten Bauzeit soll die Schule, die vom Friedberger Architekturbüro Frielinghaus geplant worden war, zum Schuljahresbeginn im Sommer fertig sein. Aufgenommen werden können bis zu 500 Kinder.

Ein herzliches "Welcome" und Willkommen rief Direktor Zijlstra allen Eltern und zukünftigen Schülern zu, die im kurzerhand zum Festsaal hergerichteten Rohbaubereich im ersten Stock Platz genommen hatten. "Ich verbinde mit Europa noch immer positive Gefühle", sagte er und forderte dazu auf, nicht zu zynisch und pessimistisch über den europäischen Kontinent zu sprechen. Vielmehr sollte man den Kindern Vertrauen schenken. "Sie können ihren Beitrag für eine blühende Zukunft Europas leisten." Ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin sei die Europäische Schule.

Als einen "guten Tag für meine Heimatstadt Bad Vilbel und meinen Heimatstadtteil Dortelweil" bezeichnete Hahn den Tag des Richtfestes. "Mit dem Bau der ESRM wird ein neuer Meilenstein gesetzt", für Bad Vilbel, aber auch für den Kreis und das Land Hessen. Die Schule sei ein wichtiger Standortfaktor und könne wie ein Magnet wirken.

Das Angebot der ESRM richtet sich in erster Linie an Eltern, die im Auftrag der Europäischen Zentralbank oder anderer europäischer Institutionen für begrenzte Zeit in Frankfurt leben. Da sie mittlerweile aber auch vom Land als Ersatzschule anerkannt ist, steht die Schule allen interessierten Kindern offen. Als Abschluss wird das international anerkannte "International Baccalaureat (IB)" abgelegt.

Den Neubau der ESRM an der Theodor-Heuss-Straße sieht Landrat Arnold als "Zeichen dafür, dass es in der Wetterau nach vorne" geht. "Das Konzept stimmt, die Perspektive ist sehr gut, der Standort ist ideal. Bad Vilbel und die Wetterau werden durch die Europäische Schule aufgewertet." Parallelen zur ersten Mondlandung zog Dr. Reinhard Köhler vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Freistaates Thüringen in seiner Rede.

"Die Schule in Dortelweil ist ein großer Schritt für das europäische Schulsystem, da sie eine Schule vom Typ III ist." Damit stehe sie jungen Europäern offen und nicht nur Kindern von Beamten der europäischen Union. "Das ist etwas ganz Besonderes." Dass die Verantwortlichen die richtige Entscheidung getroffen haben, zeigten die Anmeldezahlen, so Köhler. Trotz zurückhaltender Werbemaßnahmen habe man bereits 200 Anmeldungen. Schön wäre, so Köhler, wenn die Schule nicht nur bis zur zehnten Klasse als Ersatzschule anerkannt würde, "sondern die Förderungen bis zum Abitur" erhalten könnte. "Das würde die Schule weiter stärken."

Glück und einen guten Start als Schulleiter wünschte der Däne Tom Hoyem, der Direktor der Europäischen Schule in Karlsruhe ist, seinem Kollegen Tom Zijlstra. Kurz ging Architekt Michael Frielinghaus auf die bauliche Idee der Schule ein. "Die Grundidee für den Bau ist die Gemeinschaft und nicht die typisierte Schule, die in Standardklassenräumen unterrichten will." Das Herz des Gebäudes sei die Eingangshalle mit Mensa, Aula und Treffpunkten. Darüber hinaus gebe es unterschiedliche Klassenräume für alle Formen des Unterrichts.

Die Räume seien weitgehend stützenfrei und nur durch leichte Trennwände geteilt. "So hat man die Möglichkeit, auf den Bedarf zu reagieren." Eine zweite Besonderheit sei die anspruchsvolle Außenanlage.

"Mit dem Richtfest und der geplanten Einweihung der Schule beginnt eine neue Ära in der Schulgeschichte der Stadt. Wir haben einen wichtigen Baustein geleistet, um der zukünftigen Entwicklung unserer Gemeinde mit Zuversicht entgegen sehen zu können", sagte Bürgermeister Stöhr.

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